Interview Johannes Mallow von memory-sports.com
10. Juni 2009
Diese Interview wurde von www.memory-sports.com in Kooperation mit Michael Gloschewski Gedächtnistrainer geführt. Lesen Sie hier das Interview:
memory-sports.com: Wie lange betreibst du schon Gedächtnissport?
Johannes Mallow: Seit 2003. Ich habe damals die Grips Show mit Günther Jauch gesehen. Dr. Gunther Carsten war dort und hat Verona Feldbusch beigebracht, sich 20 Zahlen zu merken. Es hieß, dass diese Technik jeder lernen kann. Im Internet bin ich dann auf MemoryXL gestoßen und habe begonnen, die Techniken zu lernen.
memory-sports.com: Wie lange hast du trainiert, bevor du an deinem ersten Turnier teilgenommen hast?
Johannes Mallow: Ein knappes Jahr etwa. Auf MemoryXL gab es die Möglichkeit, mit einem Tool zu trainieren und an einem Online-Ranking teilzunehmen. Das fand ich cool, weil es mehr ist, als nur alleine zu Hause zu sitzen und für sich allein zu trainieren. Man kann sich dabei gleich mit anderen Leuten vergleichen. Und weil ich da schon recht gut war und relativ weit noch oben im Ranking gekommen bin, wollte ich das Ganze auch bei einem echten Turnier ausprobieren. Außerdem konnte ich so die Leute kennen lernen, die hinter den Pseudonymen im Internet stecken. [singlepic=350,248,300,,right]
memory-sports.com: Du leidest unter einer Krankheit, die dich körperlich beeinträchtigt?
Johannes Mallow: Die Krankheit nennt sich Muskeldystrophie und es gibt davon mehrere Formen. In meinem Fall greift sie die Skelettmuskulatur an, welche über eine gewisse Zeit immer stärker abnimmt.
memory-sports.com: Hat dich das zusätzlich motiviert, Gedächtnissport zu betreiben, da du dich zwar nicht körperlich, so aber auf geistiger Ebene mit anderen Menschen messen kannst?
Johannes Mallow: Ursprünglich nicht, aber jetzt im Nachhinein sehe ich es schon als Ausgleich, um sich mit anderen messen zu können. Früher habe ich im Verein Tischtennis gespielt und das ging irgendwann nicht mehr. Von daher kann es schon sein, dass es unterbewusst eine Rolle spielt.
memory-sports.com: Hilft dir der Gedächtnissport, besser mit deiner Krankheit umzugehen?
Johannes Mallow: Vielleicht nicht nur der Sport als solches. Aber die ganze Community die dahinter steckt und das positive Feedback was ich durch Auftritte und meine Gedächtniskurse bekomme, steigern mein Selbstbewusstsein.
memory-sports.com: Erzähl uns mehr von deinen Kursen.
Johannes Mallow: Ich arbeite unter anderem für den Verein für Hochbegabtenförderung e.V. Dort mache ich zweimal im Monat mit den Kinder Gedächtnistraining. Dabei konzentriere ich mich auf Gedächtnissport, also Zahlen und Karten merken. Momentan trainieren wir für die Norddeutsche Gedächtnismeisterschaft. Außerdem halte ich Vorträge in Schulen, gebe Kurse an der Volkshochschule und bin für private Seminare buchbar. Es ist sozusagen mein zweites Standbein.
memory-sports.com: Was machst du beruflich?
Johannes Mallow: Ich bin letztes Jahr mit meinem Studium als Kommunikationstechniker fertig geworden. Zurzeit arbeite ich als Doktorand an der Uni Magdeburg. Eigentlich bin ich für den technischen Bereich der Magnet-Resonanz-Tomografie zuständig. Aber im Moment arbeite ich an einer Gehirnforschungs-Studie über Gedächtnissport mit. Es ist also eine Kombination aus beidem.
memory-sports.com: Wie viel trainierst du so pro Woche?
Johannes Mallow: Das kommt drauf an, ob eine Meisterschaft ansteht. Dann trainiere ich natürlich mehr. Aber ich versuche auch dazwischen jeden Tag eine halbe Stunde dafür zu investieren.
memory-sports.com: Erzähle uns ein wenig über die Systeme, die du zum Memorieren verwendest.
Johannes Mallow: Ich verwende für die Zahlen ein 3er-System, also ein Bild für jeweils drei Ziffern, was insgesamt 1.000 Bilder ergibt. Dafür habe ich allerdings auch eine Weile gebraucht. Bei den Karten habe ich mir ein System überlegt, wo ich drei Karten zu zwei Bildern kodiere. Dadurch kann ich mehr Karten mit weniger Bildern memorieren.
memory-sports.com: Wie lange hast du gebraucht, um dein 3er-Zahlensystem zu lernen
Johannes Mallow: Das Lernen hat gar nicht so lange gedauert, das Aufbauen dagegen schon. Man muss ja versuchen, möglichst unterschiedliche Bilder zu finden. Wenn man einmal Rum und einmal Vodka hat, weiß man hinterher nicht mehr, wovon man eigentlich betrunken war. Das erste Lernen hat dann etwa zwei Wochen gedauert. Über die Jahre wird das Abrufen immer schneller und immer besser.
memory-sports.com: Denkst du, du wärst soweit gekommen, wenn du bei einem 2er-System geblieben wärst?
Johannes Mallow: Nein, definitiv nicht. Vor allem bei den historischen Daten ist es sehr vorteilhaft. Man kann sich mit nur einem Bild ein Datum merken. Die halbe Informationsmenge ist da schon ein riesen Vorteil. Und wenn das einmal läuft, nimmt sich das vom Abrufen der Bilder nichts mehr mit dem 2er-System. Und von daher lohnt es sich auf jeden Fall. Andererseits sieht man bei Sportlern wie Boris Konrad oder Clemens Mayer, dass auch ein 2er-System sehr effektiv sein kann.
memory-sports.com: Du bist Weltrekordhalter in den beiden Disziplinen historischen Daten (110 ½ Daten) und Speed Numbers (405 Ziffern). Sind das deine beiden Lieblingsdisziplinen?
Johannes Mallow: Ja schon, vor allem die historischen Daten. Ich merke bei beiden Diszplinen, dass immer noch ein wenig mehr geht. Deshalb setze ich mir keine Grenzen und verbessere mich automatisch weiter und weiter. Das ist echt faszinierend. Daten und Zahlen sind ganz klar meine beiden Steckenpferde und es macht Spaß mich immer weiter zu steigern.
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memory-sports.com: Bist du im Training noch besser, als mit deinen beiden Rekorden?
Johannes Mallow: Die sind schon nah an meinen Trainingsergebnissen dran. Vor allem die 405 Zahlen waren bei der Weltmeisterschaft 2008 auch mein persönlicher Rekord. Wenn ich zurück schaue, war ich vor einem Jahr noch bei sicheren 320 Zahlen und heute bereits deutlich über 400 mit ein wenig Glück. Und ich glaube da geht noch einiges.
memory-sports.com: Du bist nun dreifacher norddeutscher Meister in Folge, deutscher Meister und bei der WM auf Platz drei gekommen. Nächster Halt: Weltmeister?
Johannes Mallow: Ja sicher, ich versuche es zumindest. Letztes Jahr hätte ich ja schon fast zweiter werden können, wenn ich es nicht ein wenig vermasselt hätte. Aber es gibt ja genug gute Gegner in der Welt, wie Ben Pridmore, Dr. Gunther Carsten, Simon Reinhard, Cornelia Beddies – ich könnte da einige aufzählen, die da auch Ansprüche drauf anmelden. Es ist ein harter Konkurrenzkampf, aber versuchen werde ich es auf jeden Fall.
memory-sports.com: Was hat sich seit deinen Anfängen im Gedächtnissport verändert?
Johannes Mallow: Es gibt einen größeren Community-Effekt, durch die verschiedenen Plattformen, die entstanden sind. Das Brainboard ist sehr gut um sich auszutauschen. Dann natürlich auch die Memory Sports Statistics und die Online Memory Challenge. Man trifft sich einmal in der Woche im Internet und tritt gegen einander an. Es wächst mehr zusammen. Früher sah man sich nur auf den Meisterschaften. Heute greift alles mehr ineinander.
memory-sports.com: Was wünscht du dir für die Zukunft des Gedächtnissportes?
Johannes Mallow: Noch mehr Möglichkeiten sich zu messen – also mehr Meisterschaften. Und diese noch größer aufzuziehen. Es wäre auch schön, wenn sich mehr Leute mit diesem Sport beschäftigen würden und regelmäßig an Meisterschaften teil nehmen, so dass es Vorausscheide gibt und so weiter. Also das die Community noch mehr wächst.
memory-sports.com: Hast du eine Idee, wie man den Sport populärer gestalten könnte? Zurzeit sind Meisterschaften nach nationalem oder internationalem Standard nicht gerade zuschauerfreundlich. Ein Gegenbeispiel ist die amerikanische Meisterschaft, die in der Competition-Runde ganz auf Zuschauer ausgelegt ist.
Johannes Mallow: Ich habe mit Simon Reinhard mal darüber philosophiert, dass man Heads-Up-Situationen schaffen könnte. Das wären Duelle, wo sich die Kontrahenten gegenseitig überbieten und somit die Zuschauer faszinieren. Das US-Vorbild ist natürlich eine Variante, die man dabei einschlagen könnte. Die alten Disziplinen sollten dabei aber nicht zu kurz kommen. Eine gesunde Mischung wäre gut. Es sollte jedoch auf jeden Fall etwas in die Richtung unternommen werden.
memory-sports.com: Was hältst du davon, dass die WM nun das dritte Jahr in Folge in Bahrain stattfindet?
Johannes Mallow: Das finde ich persönlich nicht so gut. Ich war jetzt zweimal in Bahrain und es ist sicher eine Erfahrung wert. Aber der Veranstaltungsort sollte regelmäßig wechseln. Andererseits hat der Weltverband einen guten Sponsor dort. Und natürlich hat das auch viele Vorteile: Die Finanzierung und ein hohes Preisgeld.
memory-sports.com: Wie hat sich das Gedächtnistraining auf dein alltägliches Gedächtnis ausgewirkt?
Johannes Mallow: Es hat sich eigentlich nicht wirklich verbessert. Wenn ich mir etwas merken möchte und das bewusst mit Techniken lerne, dann kann ich mir wesentlich mehr merken als vorher. Aber ich bin teilweise noch genau so schusselig wie vorher und vergesse den Schlüssel oder Termine. Wenn ich es nicht bewusst mache, habe ich keinen Vorteil davon.
Vielen Dank für das Interview. Dieses Interview in Englisch gibt es hier:
Johannes Mallow reist als einer der Favoriten nach Bahrain
22. Oktober 2008
RATHENOW – Johannes Mallow wird am kommenden Wochenende schwer ins Grübeln kommen. Und das nicht, weil der Doktorand an der Universität Magdeburg (Fachrichtung Kommunikationstechnik) irgendwelche fachspezifischen Probleme an seiner Hochschule zu lösen hätte. Die grauen Zellen des 28-Jährigen geraten in Bewegung, weil er an der Weltmeisterschaft der Gedächtnissportler teilnimmt.
Heute fliegt Johannes Mallow von Frankfurt/Main los. Der Donnerstag im Wüstenstaat dient der Akklimatisierung. Am Freitag starten die Wettkämpfe. Bis Sonntagmittag wird Mallow in insgesamt zehn Disziplinen sein Bestes geben.
Bei dem geistigen Zehnkampf geht es um Merkfähigkeit. Ziffern, Spielkarten und fiktive Ereignisse müssen verinnerlicht werden. Manchmal haben die Wettkämpfer fünf Minuten Zeit, sich die Dinge zu merken, manchmal werden ihnen 30 Minuten gewährt. Danach muss das Verinnerlichte fehlerfrei wiedergegeben werden.
Johannes Mallow, der seit rund fünf Jahren intensiv Gedächtnissport betreibt, hat es in dieser Zeit zu einigem Ruhm gebracht. In Tuttlingen gewann er in diesem Sommer die Deutsche Meisterschaft, bei den Weltmeisterschaften in Bahrein wurde er im vergangenen Jahr Sechster. Außerdem gelang ihm dort in der Teildisziplin „Historische Daten“ ein fulminanter Weltrekord. Nach fünf Minuten Merkzeit hatte Mallow von 110 fiktiven Ereignissen 99 richtig wiedergegeben. Das war zuvor noch niemandem gelungen.
In Tuttlingen stellte er im „Zahlenmarathon“ eine neue persönliche Bestleistung auf, indem er nach 30 Minuten Merkzeit sage und schreibe 1046 Ziffern hintereinander weg rezitierte. Es sind vor allen Dingen die „Marathon“-Disziplinen mit 30 Minuten Merkzeit, in denen der Rathenower sich in den vergangenen zwei Jahren enorm verbessert hat. Im „Sprint“, bei dem es nur fünf Minuten Merkzeit gibt, war er schon vorher sehr gut.
Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass Mallow als einer der Favoriten nach Bahrain reist. In der aktuellen Weltrangliste der Gedächtnissportler wird er derzeit auf Rang 4 geführt. Er selber geht selbstbewusst in das Turnier. „Von Platz 1 bis Platz5 ist alles möglich“, sagt er. Es hänge stark von der Tagesform ab, was am Ende herauskomme. Und von der Konkurrenz. Vor allem die Chinesen seien sehr schwer einzuschätzen.
Landet Mallow ganz vorne, dann kann sich das auch finanziell lohnen. Im vergangenen Jahr heimste der Gewinner 10000 Dollar ein, Johannes Mallow bekam für seinen sechsten Platz 1000 Dollar. Angesichts der Tatsache, dass Mallow die Reisekosten aus eigener Tasche bestreiten muss, relativieren sich diese Summen allerdings.
Von Markus Kniebeler
Quelle: Märkische Allgeimeine
Ankündigung der Gedächtnis-Weltmeisterschaft 2008 in Bahrain
18. Oktober 2008
Die erste Gedächtnisweltmeisterschaft fand 1990 in London statt. Bis 2003 blieb die WMC auch in London und wanderte 2003 nach Kuala Lumpur, Malaysia. England war dann 2004 mit Manchester, 2005 mit Oxford und 2006 London wieder Ausrichter der Gedächtnisweltmeisterschaft. Das Interesse am Gedächtnissport stieg nicht nur in Europa, sondern weltweit. Die Ausrichtung in Bahrain ist ein Beleg dafür. Die Teilnehmer kommen nicht nur aus Europa, sondern werden internationaler. Mit China, Indien und Japan kommen nun mehrere Gedächtnissportler aus Asien. Es werden damit wirkliche “Weltmeisterschaften” und nicht mehr nur 3 Länderkämpfe. Die drei stärksten Nationen waren immer England, Deutschland und Österreich. Die Konkurrenz wird in den nächsten Jahren sicher sprunghaft steigen.
Erst im Jahre 2005 gelang es den deutschen Gedächtnissportlern, die Serie der englischen Siege zu beenden. Clemens Meyer wurde 2005 und 2006 Gedächtnisweltmeister. In beiden Jahren gelang es auch Deutschland, die Nationenwertung zu gewinnen. Ein Team besteht dabei aus den jeweils besten 3 Sportlern aus jedem teilnehmenden Land. 2005 und 2006 waren die drei besten deutschen Sportler: Clemens Mayer, Dr. Gunther Karsten und Boris Konrad. Die Weltmeisterschaften werden in 10 verschiedenen Disziplinen ausgetragen, ähnlich wie beim Zehnkampf in der Leichtathletik.
Es werden bestimmt sehr spannende Wettkämpfe, die vom 31. August – 2. September 2007 im Crowne Plaza Hotel in Manama, Bahrain stattfinden. Die Gedächtniskünstler werden sich messen und die Chancen, die Titel zu verteidigen, stehen gut. Gunther Karsten reist als Weltranglisten-Erster nach Bahrain. Er stellte einen neuen Punkterekord bei der Deutschen Gedächtnismeisterschaft in Tuttlingen auf. Die anderen deutschen Gedächtnissportler präsentierten sich bei der deutschen Gedächtnismeisterschaft auch in sehr guter Form. Es werden 6 Deutsche Gedächtniskünstler, alle vom Verein MemoryXL, nach Bahrain fliegen und um die Preisgelder von insgesamt 30.000 US-Dollar kämpfen.
Deutsche Gedächtnismeister 2008 in Tuttlingen
29. Juli 2008
Am 25./26.07.2008 fand in Tuttlingen die 11. Deutsche Gedächtnismeisterschaft statt. Bei den Erwachsenen siegte der Student Johannes Mallow (27) aus Magdeburg und ist nun neuer Deutscher Meister im Gedächtnissport. [singlepic=332,160,120,,left]
In einem spannenden Wettkampf setzte er vor Cornelia Beddies (19) aus Pfullingen und Boris Konrad (24) aus Hattingen durch.[singlepic=331,160,120,,right]
Es waren wieder sehr gute Leistungen zu bewundern und es gab einen neuen deutschen Rekord von Cornelia Beddies in der Disziplin Zahlen merken in 5 Minuten von 330 Zahlen. Boris Konrad merkte sich z.B. in 15 Minuten 168 Namen und Gesichter. Und der neue Deutsche Meister, Johannes Mallow, merkte sich in 30 Minuten 10 komplette Kartenspiel mit 52 Karten. Hier finden Sie alle Disziplinen bei Meisterschaften. Der Verfasser dieses Artikels, der Gedächtnistrainer Michael Gloschewski, wurde 10. bei der Gedächtnismeisterschaft 2008.
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Bei den Junioren setzte sich die Schülerin Dorothea Seitz (15) vom Internatsgymnasium Schloß Torgelow durch. Es war ein sehr knapper Zweikampf an der Spitze den Stephanie Bünter (16) aus Niebüll in der letzten Disziplin des 10-Kampes verlor und somit Zweite wurde. Als dritte kam Anna Barwinski (13) aus Neuenrade ins Ziel. Anna hatte die letzten Jahre in der Kinder Kategorie gewonnen und hat sich sehr gut bei den Junioren eingeführt.
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Bei den Kindern gewann Konstantin Skudler (9) aus Berlin. Das hat mich natürlich sehr gefreut da ich ihn trainiere. Wir haben gut trainiert und Konstantin gewann mit einem komfortablen Vorsprung. Er merkte sich zum Beispiel beim Zahlenmarathon 209 Ziffern in 15 Minuten. Einen weiter tolle Leistung von Konstantin Skudler bei Clipfish-tv.
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Gedächtnissportler bei Unter Uns
2. November 2007
Am Freitag, den 02. November 2007, war Johannes Mallow bei der MDR-Talkshow “Unter uns”. Hier sprach der Gedächtnissportler und Gedächtnistrainer über seine Erfolge bei der Gedächtnisweltmeisterschaft in Bahrain. Dort stellte er eine Weltrekord im Merken von Historischen Daten auf – er schaffte 99 Daten in 5 Minuten! Live in der Sendung demonstrierte er sein Können, in dem er sich Gegenstände einprägte, die wie bei dem ersten populäre Gedächtnisspiel “Am laufenden Band” gezeigt wurden.
Ein trainiertes Gehirn bringt erstaunliche Leistungen. Jeder kann die Techniken erlernen, egal in welchem Alter. Ob der Ehrgeiz des Trainings bis zur Gedächtnismeisterschaft reicht sei dahingestellt, aber eine dramatische Gedächtnisverbesserung ihres Zahlengedächtnis und Namensgedächtnis ist auf jeden Fall möglich.
Johannes ist wie ich Gedächtnistrainer bei der Hochbegabtenförderung e.V. und trainiert dort Kinder.
Schauen Sie selbst:
Teil 1
Teil 2
Tony Buzan eröffnet Gedächtnisweltmeisterschaft 2007 in Bahrain
2. September 2007
Die mit Spannung erwartete Gedächtnisweltmeisterschaft fand vom 31. August bis 2. September 2007 im Königreich Bahrain statt. Die Gedächtnissportler kamen aus England, Deutschland, Österreich, Hong Kong, China, USA, Indien, Mexico, Brasilien, Ägypten, Malaysia, Nigeria, Dänemark, Neuseeland und Schweden. Am Donnerstag Abend wurde die WMC feierlich von Tony Buzan und Scheich Hamad eröffnet.Am Freitag ging es dann los mit der ersten Disziplin, den Abstract Images. Hier gewann “erwartungsgemäß” Gunther Karsten, der auch den Weltrekord in dieser Disziplin hält. Bei den 30 Minuten Binärzahlen gab es schon den ersten neuen Weltrekord: Ben Pridmore verbesserte seinen eigenen Rekord von 3915 auf 4140 Binärzahlen. Bei der dritten Disziplin, den 60-Minuten-Zahlen, gewann der Chinese Wu Tiansheng mit 1820 Ziffern.
Der Samstag startete mit den 15 Minuten Namen & Gesichtern, bei denen der “Geheimfavorit” Simon Reinhard mit 161 Punkten (je Vor- und Nachname ein Punkt) siegreich war. Den Zahlensprint (fünfte Disziplin) gewann dann wieder Ben Pridmore mit 365 Zahlen. Die sechste Disziplin Historische Daten konnte der Magdeburger Johannes Mallow mit einem neuen Weltrekord von 99 Daten gewinnen. Einen “Ausrutscher” brachte aus Sicht von Ben Pridmore die siebente Disziplin, der Kartenmarathon. Hier versuchte der Engländer mit 30 Kartenspielen einen neuen Rekord aufzustellen. Es gelang ihm aber “nur”, 10,5 Spiele richtig wiederzugeben. 20 Kartenspiele gab Gunther Karsten wieder und gewann damit den Kartenmarathon. Fazit Tag zwei: die Spitze ist dicht zusammen und es wird ein spannender Finaltag.
Der Sonntag – Finaltag 8ter Wettkampf: 15 Minuten Wörter, hier gelang es Boris Konrad aus Hattingen, seine Weltranglisten-Führung zu bestätigen. Er schaffte 192 Wörter. Nun blieben nur noch zwei Wettkämpfe, die die Entscheidung bringen mussten. Die Auditiven Zahlen gewann wieder Ben Pridmore mit 129 Zahlen.Vor der letzten Disziplin lagen die ersten beiden Sportler mit 94 Punkten auseinander. Da es zwei Durchgänge bei den Speedcards, dem 5 Minuten Kartensprint gibt, bleiben dort Möglichkeiten zum Taktieren. Im ersten Durchgang schafften Ben Bridmore & Gunther Karsten jeweils 57 Sekunden. Dann wurde gerechnet und geprüft. Ben Bridmore lag immer noch 94 Punkte in Führung. Wenn Gunther Karsten gewinnen wollte, musste er das 2. Kartenspiel in ca. 47 Sekunden memorieren, und Ben Pridmore durfte sich nicht verbessern. Nun war die Spannung nicht mehr zu steigern. Ben Pridmore hatte auf der Anzeige eine Zeit von 30 Sekunden und Gunther Karsten von 47,12 Sekunden. Ben Bridmore hatte bei der 30te Karte einen Fehler und sich somit nicht verbessert. Das Kartenspiel von Gunther Karsten stimmte. Damit hatte der Deutsche mit 22 Punkten Vorsprung gewonnen.
Dass bei dem Kartensprint die Chinesen dominierten, ging fast unter in der Spannung. Die Chinesin Chen Yu Juan gewann hier in der Zeit von 28,15 Sekunden.



Die Endergebnisse:
1. Dr. Gunther Karsten ( Deutschland, Erfurt – Patentübersetzer)
2. Ben Pridmore (England)
3. Simon Reinhard (Deutschland, München – Student)
4. Boris Konrad (Deutschland, Hattingen – Student)
5. Liu Ping (China)
6. Johannes Mallow (Deutschland, Magdeburg – Student)
Es war ein spannender Kampf, den Dr. Gunther Karsten mit 22 Punkten Vorsprung für sich entscheiden konnte, damit ist er neuer Gedächtnisweltmeister. Damit gewinnt der 8-fache Deutsche Meister und 3-fache Vizeweltmeister (2001, 2005, 2006) nun auch die Weltmeisterschaft. Die Deutsche Mannschaft hat ihren Team-Weltmeistertitel erfolgreich verteidigen können, zum dritten Mal in Folge. Das Team besteht aus jeweils den Besten drei Sportlern aus einem Land. Im Deutschen Team waren Dr. Gunther Karsten (m), Simon Reinhardt (r), Boris Konrad (l) WMC 07 deutsches TeamNeue Weltrekorde in folgenden Disziplinen: 30 Minuten Binärzahlen: Ben Pridmore 4140 digits World Record5 Minuten
Historische Daten: Johannes Mallow 99 dates World Record
Die 6 deutschen Teilnehmer, vom Verein Memory XL, schnitten hervorragend ab:
1. Dr. Gunther Karsten ( Deutschland, Erfurt – Patentübersetzer) (3vl)
3. Simon Reinhard (Deutschland, München, Student) (5vl)
4. Boris Konrad (Deutschland, Hattingen – Student) (2vl)
6. Johannes Mallow (Deutschland, Magdeburg – Student) (6vl)
14. Jürgen Petersen (Deutschland, Niebüll – Gedächtnistrainer) 1vl)
23. Mia Körkemeyer (17, Deutschland, St.-Peter-Ording – Abiturientin) (4vl) wurde sogar noch Junioren-Weltmeisterin.
5. Norddeutsche Gedächtnis- Meisterschaft
24. April 2007
Gedächtnistraining fürs Gehirn “Von Spielkarten und historischen Daten”
19 Teilnehmer aus sechs Bundesländern kämpften in diesem Jahr in Niebüll bei den 5. Norddeutschen Gedächtnis-Meisterschaften um Ehre und Titel.
Niebüll/kon
Niklas Rohde stützt seinen Kopf in beide Hände. Seine Füße wippen nervös. „Noch eine Minute“, sagt der professionelle Gedächtnis-Sportler und Trainer Jürgen Petersen nach dem Blick auf seine Stoppuhr. Noch eine Minute, um sich einen Stapel Spielkarten in der vorgegebenen Zufalls-Reihenfolge in wenigen Minuten zu merken. 19 Teilnehmer sind zu den 5. Norddeutschen Gedächtnis-Meisterschaften in das Nordfriesische Innovations-Center in Niebüll gekommen, darunter auch vier Nordfriesen aus Niebüll und Leck. Sie treten in verschiedenen Altersklassen gegeneinander an, um zu ermitteln, wer das Leistungspotenzial seines Gehirns am besten voll ausnutzen kann. Es gilt nämlich, einen zweiten Spielkarten-Stapel in fünf Minuten genauso zu sortieren wie den ersten.
Patrick Fege aus Nordrhein-Westfalen geht die Sache ruhig an. Der Junge wird am Ende Zweiter bei dieser Meisterschaft – in der Gruppe der Sechs- bis Zwölfjährigen. Den ersten Platz erreicht in dieser Klasse Anna Sophie Barwinski: Sie ist damit Norddeutsche Gedächtnis-Meisterin und kommt ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen. Den dritten Platz hat sich der Niebüller Niklas Bünter erkämpft, gefolgt von Konstantin Skuler aus Berlin – mit acht Jahren der Jüngste beim Wettbewerb.
In der Klasse der Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren haben die Nordrhein-Westfalen ebenfalls die Nase vorn: Hier heißt der Norddeutsche Gedächtnis-Meister 2007 Mirco Scheffler. Ihm folgen auf Platz zwei Mia Körkemeyer aus Leck und auf Platz drei Philipp Boos aus Bonn. Mia Körkemeyer, die ihr Gedächtnis erst seit drei Wochen nach Jürgen Petersens Methode trainiert, ist mit einem zusätzlichen Pokal als beste „Newcomerin“ ausgezeichnet worden. In der Klasse der Erwachsenen gelingt es Johannes Mallow aus Brandenburg einen Rekord aufzustellen und sich nach 2006 auch in diesem Jahr den Meister-Titel zu sichern. Mallow kann sich 89 fiktive historische Daten in fünf Minuten merken. Der Weltrekord liegt bei 95 Daten. Platz zwei hat sich Boris Konrad aus Hattingen bei Dortmund gesichert und den dritten Platz die Ostfriesin Katrin Buhr.
Der spannende erste Tag endet mit einer Zauber- und Gedächtnisshow sowie der Siegerehrung. Während der Show beweist Gedächtnis-Künstler Karl-Heinz Christensen aus Lütjenhorn, dass auch ein 68-Jähriger ein leistungsfähiges Gehirn haben kann – wenn es trainiert wird. Ein Höhepunkt des Abends ist dann der Auftritt des Weltmeisters im Becherstapeln: Boris Konrad. Gedächtnis-Profi Franz-Josef Schumeckers bringt den Zuschauern seine Technik bei. Und Zauberer „Arrani“ aus Niebüll verblüfft seine gut 100 Zuschauer mit perfekter Illusion.
Quelle: Nordfriesland Tageblatt





