Ankündigung der Gedächtnis-Weltmeisterschaft 2008 in Bahrain

18. Oktober 2008

Die erste Gedächtnisweltmeisterschaft fand 1990 in London statt. Bis 2003 blieb die WMC auch in London und wanderte 2003 nach Kuala Lumpur, Malaysia. England war dann 2004 mit Manchester, 2005 mit Oxford und 2006 London wieder Ausrichter der Gedächtnisweltmeisterschaft. Das Interesse am Gedächtnissport stieg nicht nur in Europa, sondern weltweit. Die Ausrichtung in Bahrain ist ein Beleg dafür. Die Teilnehmer kommen nicht nur aus Europa, sondern werden internationaler. Mit China, Indien und Japan kommen nun mehrere Gedächtnissportler aus Asien. Es werden damit wirkliche “Weltmeisterschaften” und nicht mehr nur 3 Länderkämpfe. Die drei stärksten Nationen waren immer England, Deutschland und Österreich. Die Konkurrenz wird in den nächsten Jahren sicher sprunghaft steigen.

Erst im Jahre 2005 gelang es den deutschen Gedächtnissportlern, die Serie der englischen Siege zu beenden. Clemens Meyer wurde 2005 und 2006 Gedächtnisweltmeister. In beiden Jahren gelang es auch Deutschland, die Nationenwertung zu gewinnen. Ein Team besteht dabei aus den jeweils besten 3 Sportlern aus jedem teilnehmenden Land. 2005 und 2006 waren die drei besten deutschen Sportler: Clemens Mayer, Dr. Gunther Karsten und Boris Konrad. Die Weltmeisterschaften werden in 10 verschiedenen Disziplinen ausgetragen, ähnlich wie beim Zehnkampf in der Leichtathletik.

Es werden bestimmt sehr spannende Wettkämpfe, die vom 31. August – 2. September 2007 im Crowne Plaza Hotel in Manama, Bahrain stattfinden. Die Gedächtniskünstler werden sich messen und die Chancen, die Titel zu verteidigen, stehen gut. Gunther Karsten reist als Weltranglisten-Erster nach Bahrain. Er stellte einen neuen Punkterekord bei der Deutschen Gedächtnismeisterschaft in Tuttlingen auf. Die anderen deutschen Gedächtnissportler präsentierten sich bei der deutschen Gedächtnismeisterschaft auch in sehr guter Form. Es werden 6 Deutsche Gedächtniskünstler, alle vom Verein MemoryXL, nach Bahrain fliegen und um die Preisgelder von insgesamt 30.000 US-Dollar kämpfen.

Deutsche Gedächtnismeister 2008 in Tuttlingen

29. Juli 2008

Am 25./26.07.2008 fand in Tuttlingen die 11. Deutsche Gedächtnismeisterschaft statt. Bei den Erwachsenen siegte der Student Johannes Mallow (27) aus Magdeburg und ist nun neuer Deutscher Meister im Gedächtnissport. [singlepic=332,160,120,,left]
In einem spannenden Wettkampf setzte er vor Cornelia Beddies (19) aus Pfullingen und Boris Konrad (24) aus Hattingen durch.[singlepic=331,160,120,,right]
Es waren wieder sehr gute Leistungen zu bewundern und es gab einen neuen deutschen Rekord von Cornelia Beddies in der Disziplin Zahlen merken in 5 Minuten von 330 Zahlen. Boris Konrad merkte sich z.B. in 15 Minuten 168 Namen und Gesichter. Und der neue Deutsche Meister, Johannes Mallow, merkte sich in 30 Minuten 10 komplette Kartenspiel mit 52 Karten. Hier finden Sie alle Disziplinen bei Meisterschaften. Der Verfasser dieses Artikels, der Gedächtnistrainer Michael Gloschewski, wurde 10. bei der Gedächtnismeisterschaft 2008.

[singlepic=330,160,120,,left]
Bei den Junioren setzte sich die Schülerin Dorothea Seitz (15) vom Internatsgymnasium Schloß Torgelow durch. Es war ein sehr knapper Zweikampf an der Spitze den Stephanie Bünter (16) aus Niebüll in der letzten Disziplin des 10-Kampes verlor und somit Zweite wurde. Als dritte kam Anna Barwinski (13) aus Neuenrade ins Ziel. Anna hatte die letzten Jahre in der Kinder Kategorie gewonnen und hat sich sehr gut bei den Junioren eingeführt.

[singlepic=329,160,120,,left]
Bei den Kindern gewann Konstantin Skudler (9) aus Berlin. Das hat mich natürlich sehr gefreut da ich ihn trainiere. Wir haben gut trainiert und Konstantin gewann mit einem komfortablen Vorsprung. Er merkte sich zum Beispiel beim Zahlenmarathon 209 Ziffern in 15 Minuten. Einen weiter tolle Leistung von Konstantin Skudler bei Clipfish-tv.

[singlepic=333,320,240,,left]

Tony Buzan eröffnet Gedächtnisweltmeisterschaft 2007 in Bahrain

2. September 2007

Die mit Spannung erwartete Gedächtnisweltmeisterschaft fand vom 31. August bis 2. September 2007 im Königreich Bahrain statt. Die Gedächtnissportler kamen aus England, Deutschland, Österreich, Hong Kong, China, USA, Indien, Mexico, Brasilien, Ägypten, Malaysia, Nigeria, Dänemark, Neuseeland und Schweden. Am Donnerstag Abend wurde die WMC feierlich von Tony Buzan und Scheich Hamad eröffnet.Am Freitag ging es dann los mit der ersten Disziplin, den Abstract Images. Hier gewann “erwartungsgemäß” Gunther Karsten, der auch den Weltrekord in dieser Disziplin hält. Bei den 30 Minuten Binärzahlen gab es schon den ersten neuen Weltrekord: Ben Pridmore verbesserte seinen eigenen Rekord von 3915 auf 4140 Binärzahlen. Bei der dritten Disziplin, den 60-Minuten-Zahlen, gewann der Chinese Wu Tiansheng mit 1820 Ziffern.

Der Samstag startete mit den 15 Minuten Namen & Gesichtern, bei denen der “Geheimfavorit” Simon Reinhard mit 161 Punkten (je Vor- und Nachname ein Punkt) siegreich war. Den Zahlensprint (fünfte Disziplin) gewann dann wieder Ben Pridmore mit 365 Zahlen. Die sechste Disziplin Historische Daten konnte der Magdeburger Johannes Mallow mit einem neuen Weltrekord von 99 Daten gewinnen. Einen “Ausrutscher” brachte aus Sicht von Ben Pridmore die siebente Disziplin, der Kartenmarathon. Hier versuchte der Engländer mit 30 Kartenspielen einen neuen Rekord aufzustellen. Es gelang ihm aber “nur”, 10,5 Spiele richtig wiederzugeben. 20 Kartenspiele gab Gunther Karsten wieder und gewann damit den Kartenmarathon. Fazit Tag zwei: die Spitze ist dicht zusammen und es wird ein spannender Finaltag.
Der Sonntag – Finaltag 8ter Wettkampf: 15 Minuten Wörter, hier gelang es Boris Konrad aus Hattingen, seine Weltranglisten-Führung zu bestätigen. Er schaffte 192 Wörter. Nun blieben nur noch zwei Wettkämpfe, die die Entscheidung bringen mussten. Die Auditiven Zahlen gewann wieder Ben Pridmore mit 129 Zahlen.Vor der letzten Disziplin lagen die ersten beiden Sportler mit 94 Punkten auseinander. Da es zwei Durchgänge bei den Speedcards, dem 5 Minuten Kartensprint gibt, bleiben dort Möglichkeiten zum Taktieren. Im ersten Durchgang schafften Ben Bridmore & Gunther Karsten jeweils 57 Sekunden. Dann wurde gerechnet und geprüft. Ben Bridmore lag immer noch 94 Punkte in Führung. Wenn Gunther Karsten gewinnen wollte, musste er das 2. Kartenspiel in ca. 47 Sekunden memorieren, und Ben Pridmore durfte sich nicht verbessern. Nun war die Spannung nicht mehr zu steigern. Ben Pridmore hatte auf der Anzeige eine Zeit von 30 Sekunden und Gunther Karsten von 47,12 Sekunden. Ben Bridmore hatte bei der 30te Karte einen Fehler und sich somit nicht verbessert. Das Kartenspiel von Gunther Karsten stimmte. Damit hatte der Deutsche mit 22 Punkten Vorsprung gewonnen.
Dass bei dem Kartensprint die Chinesen dominierten, ging fast unter in der Spannung. Die Chinesin Chen Yu Juan gewann hier in der Zeit von 28,15 Sekunden.

WMC 07 GruppenbildWMC 07 deutsches TeamWMC 07 Deutsches Teilnehmer

Die Endergebnisse:
1. Dr. Gunther Karsten ( Deutschland, Erfurt – Patentübersetzer)
2. Ben Pridmore (England)
3. Simon Reinhard (Deutschland, München – Student)
4. Boris Konrad (Deutschland, Hattingen – Student)
5. Liu Ping (China)
6. Johannes Mallow (Deutschland, Magdeburg – Student)

Es war ein spannender Kampf, den Dr. Gunther Karsten mit 22 Punkten Vorsprung für sich entscheiden konnte, damit ist er neuer Gedächtnisweltmeister. Damit gewinnt der 8-fache Deutsche Meister und 3-fache Vizeweltmeister (2001, 2005, 2006) nun auch die Weltmeisterschaft. Die Deutsche Mannschaft hat ihren Team-Weltmeistertitel erfolgreich verteidigen können, zum dritten Mal in Folge. Das Team besteht aus jeweils den Besten drei Sportlern aus einem Land. Im Deutschen Team waren Dr. Gunther Karsten (m), Simon Reinhardt (r), Boris Konrad (l) WMC 07 deutsches TeamNeue Weltrekorde in folgenden Disziplinen: 30 Minuten Binärzahlen: Ben Pridmore 4140 digits World Record5 Minuten
Historische Daten: Johannes Mallow 99 dates World Record
Die 6 deutschen Teilnehmer, vom Verein Memory XL, schnitten hervorragend ab:
1. Dr. Gunther Karsten ( Deutschland, Erfurt – Patentübersetzer) (3vl)
3. Simon Reinhard (Deutschland, München, Student) (5vl)
4. Boris Konrad (Deutschland, Hattingen – Student) (2vl)
6. Johannes Mallow (Deutschland, Magdeburg – Student) (6vl)
14. Jürgen Petersen (Deutschland, Niebüll – Gedächtnistrainer) 1vl)
23. Mia Körkemeyer (17, Deutschland, St.-Peter-Ording – Abiturientin) (4vl) wurde sogar noch Junioren-Weltmeisterin.

Gedächtnisweltmeisterschaft WMC in Bahrain

27. August 2007

Am nächsten Wochenende findet die Gedächtnisweltmeisterschaft World MemoryChampionchips – WMC – statt. Dieses Mal fahren die Gedächtnissportler ins Königreich Bahrain in die Hauptstadt Manama.

Die Gedächtnisweltmeisterschaft fand das erste Mal in der englischen Hauptstadt London 1990 statt. Tony Buzan richtet die WMC aus und ruft jährlich alle Gedächtnissportler zum Wettkampf auf. Bis 2003 blieb die WMC auch in London und ging erst 2003 nach Kuala Lumpur, Malaysia. England war dann 2004 mit Manchester, 2005 mit Oxford und 2006 London wieder Ausrichter der Gedächtnisweltmeisterschaft. Das Interesse am Gedächtnissport stieg nicht nur in Europa, sondern weltweit. Die Ausrichtung in Bahrain ist ein Beleg dafür.

Die Teilnehmer kommen nicht nur aus Europa, sondern werden internationaler. Mit China, Indien und Japan kommen nun mehrere Gedächtnissportler aus Asien. Es werden damit wirkliche “Weltmeisterschaften” und nicht mehr nur 3 Länderkämpfe. Die drei stärksten Nationen waren immer England, Deutschland und Österreich. Die Konkurrenz wird in den nächsten Jahren sicher sprunghaft steigen.

Erst im Jahre 2005 gelang es den deutschen Gedächtnisportlern, die Serie der englischen Siege zu beenden. Clemens Meyer wurde 2005 und 2006 Gedächtnisweltmeister. In beiden Jahren gelang es auch Deutschland, die Nationenwertung zu gewinnen. Ein Team besteht dabei aus den jeweils besten 3 Sportlern aus jedem teilnehmenden Land. 2005 & 2006 waren die 3 besten deutschen Sportler: Clemens Mayer, Dr. Gunther Karsten und Boris Konrad. Die Weltmeisterschaften werden in 10 verschiedenen Disziplinen ausgetragen, ähnlich wie beim Zehnkampf in der Leichtathletik.

Es werden bestimmt sehr spannende Wettkämpfe, die vom 31. August – 2. September 2007 im Crowne Plaza Hotel in Manama, Bahrain stattfinden. Die Gedächtniskünstler werden sich messen und die Chancen, die Titel zu verteidigen, stehen gut. Gunther Karsten reist als Weltranglisten-Erster nach Bahrain. Er stellte einen neuen Punkterekord bei der Deutschen Gedächtnismeisterschaft in Tuttlingen auf. Die anderen deutschen Gedächtnissportler präsentierten sich bei der deutschen Gedächtnismeisterschaft auch in sehr guter Form. Es werden 6 Deutsche Gedächtniskünstler, alle vom Verein MemoryXL, nach Bahrain fliegen und um die Preisgelder von insgesamt 30.000 US-Dollar kämpfen.

5. Norddeutsche Gedächtnis- Meisterschaft

24. April 2007

Gedächtnistraining fürs Gehirn “Von Spielkarten und historischen Daten”
19 Teilnehmer aus sechs Bundesländern kämpften in diesem Jahr in Niebüll bei den 5. Norddeutschen Gedächtnis-Meisterschaften um Ehre und Titel.
Niebüll/kon

Niklas Rohde stützt seinen Kopf in beide Hände. Seine Füße wippen nervös. „Noch eine Minute“, sagt der professionelle Gedächtnis-Sportler und Trainer Jürgen Petersen nach dem Blick auf seine Stoppuhr. Noch eine Minute, um sich einen Stapel Spielkarten in der vorgegebenen Zufalls-Reihenfolge in wenigen Minuten zu merken. 19 Teilnehmer sind zu den 5. Norddeutschen Gedächtnis-Meisterschaften in das Nordfriesische Innovations-Center in Niebüll gekommen, darunter auch vier Nordfriesen aus Niebüll und Leck. Sie treten in verschiedenen Altersklassen gegeneinander an, um zu ermitteln, wer das Leistungspotenzial seines Gehirns am besten voll ausnutzen kann. Es gilt nämlich, einen zweiten Spielkarten-Stapel in fünf Minuten genauso zu sortieren wie den ersten.

Patrick Fege aus Nordrhein-Westfalen geht die Sache ruhig an. Der Junge wird am Ende Zweiter bei dieser Meisterschaft – in der Gruppe der Sechs- bis Zwölfjährigen. Den ersten Platz erreicht in dieser Klasse Anna Sophie Barwinski: Sie ist damit Norddeutsche Gedächtnis-Meisterin und kommt ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen. Den dritten Platz hat sich der Niebüller Niklas Bünter erkämpft, gefolgt von Konstantin Skuler aus Berlin – mit acht Jahren der Jüngste beim Wettbewerb.

In der Klasse der Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren haben die Nordrhein-Westfalen ebenfalls die Nase vorn: Hier heißt der Norddeutsche Gedächtnis-Meister 2007 Mirco Scheffler. Ihm folgen auf Platz zwei Mia Körkemeyer aus Leck und auf Platz drei Philipp Boos aus Bonn. Mia Körkemeyer, die ihr Gedächtnis erst seit drei Wochen nach Jürgen Petersens Methode trainiert, ist mit einem zusätzlichen Pokal als beste „Newcomerin“ ausgezeichnet worden. In der Klasse der Erwachsenen gelingt es Johannes Mallow aus Brandenburg einen Rekord aufzustellen und sich nach 2006 auch in diesem Jahr den Meister-Titel zu sichern. Mallow kann sich 89 fiktive historische Daten in fünf Minuten merken. Der Weltrekord liegt bei 95 Daten. Platz zwei hat sich Boris Konrad aus Hattingen bei Dortmund gesichert und den dritten Platz die Ostfriesin Katrin Buhr.

Der spannende erste Tag endet mit einer Zauber- und Gedächtnisshow sowie der Siegerehrung. Während der Show beweist Gedächtnis-Künstler Karl-Heinz Christensen aus Lütjenhorn, dass auch ein 68-Jähriger ein leistungsfähiges Gehirn haben kann – wenn es trainiert wird. Ein Höhepunkt des Abends ist dann der Auftritt des Weltmeisters im Becherstapeln: Boris Konrad. Gedächtnis-Profi Franz-Josef Schumeckers bringt den Zuschauern seine Technik bei. Und Zauberer „Arrani“ aus Niebüll verblüfft seine gut 100 Zuschauer mit perfekter Illusion.

Quelle: Nordfriesland Tageblatt

Hauptsache nicht gewöhnlich

6. November 2006

Von Katrin Zöfel / SZ vom 6.11.2006

Sie müssen sich die Abfolge von Pokerkarten, hundert gesprochene Zahlen oder Gesichter plus Namen merken: Gedächtnissportler. Die besten von ihnen aus Deutschland, Österreich und England haben sich gestern in einem Hotel in Weilimdorf gemessen.
Gedächtnismeister messen sich

Artikel aus der Stuttgarter Zeitung vom 06.11.2006
Die 05 steht für TV-Richterin Barbara Salesch, wahlweise für eine Lee-Jeans. Die Zahl 24 symbolisiert einen Hofnarren oder eine Narrenkappe. Will Physikstudent Boris Konrad sich die Zahlenkombination 0524 merken, stellt er sich Barbara Salesch mit einer Narrenkappe vor. Für die 2405 erscheint vor seinem inneren Auge ein Hofnarr, der gerade dabei ist, sich in eine Lee-Jeans zu zwängen. “Jeder entwickelt sein eigenes System, um sich die Dinge zu merken”, erklärt Konrad. Je ungewöhnlicher die Eselsbrücke, desto besser funktioniere sie.
Konrad ist Präsident des Vereins MemoryXL, Deutschlands größtem Verein für Gedächtnis-Training. Zudem ist er Organisator der offenen Gedächtnismeisterschaften, die gestern im Holiday Inn in Weilimdorf stattgefunden haben. Selbst aus England und Österreich reisten die Wettkämpfer an. Monatelang haben die 20 Startenden trainiert, um im Wettbewerb die Reihenfolge von Pokerkarten blitzschnell aufzunehmen und wiederzugeben oder sich lange Zahlenreihen einzuprägen. Die Regeln im Wettkampf sind streng: Macht man in der langen Reihe von hundert Zahlen einen Fehler, zählen nur die bis dahin gemerkten Ziffern als richtig. Schleicht sich in der Kartenabfolge der Pokerkarten ein Fehler ein, vergibt die Jury die halbe Punktzahl. Zwei Fehler lassen die Punktzahl auf Null sinken.

“Das meiste ist Handwerk”, erklärt Physik-Student Konrad. Jeder, der sich die richtige Technik aneigne, könne schon bald echte Erfolge erreichen. “Man muss kein Zahlengenie sein, um sein Gedächtnis zu trainieren.” Konrad stieß im Internet auf MemoryXL. “Ich war kurz vor dem Abitur und wollte meine Lerntechnik verbessern”, erzählt er. Konrad blieb dabei und hält inzwischen den Weltrekord im Wörter memorieren. Er darf sich sogar Gedächtnisgroßmeister nennen.
Die Technik, Zahlen und Gegenstände miteinander zu verknüpfen – wie die 05 mit der Lee-Jeans – ist für einen Gedächtnissportler nur der erste Schritt. Die Reihenfolge von Zahlen prägt er sich ein, indem er sich auf einen imaginären Spaziergang zum Beispiel von seiner Haustüre zur Tür des besten Freundes begibt. “Was sich dort am Wegesrand findet, merkt man sich in der richtigen Reihenfolge”, erläutert Konrad. Taucht die 05 im Wettkampf auf, denkt sich Konrad blitzschnell eine Geschichte aus, warum die Lee-Jeans am Gartenzaun seiner Eltern auftauchen könnte. Folgt im Wettbewerb die 24, legt Konrad die Narrenkappe in Gedanken am Kiosk ab, der neben dem Garten steht.
Gedächtnissport ist viel kreativer als zum Beispiel Schach”, sagt Ben Pridmore. Der Engländer führt die Weltrangliste der Gedächtnissportler an. Beim Schach sei schon längst festgelegt, welche Wege die Figuren gehen könnten, im Gedächtnissport baue jeder sein eigenes System: “Es geht wirklich um Kreativität.” Der Engländer gehört zu den großen Alten des Wettbewerbs. 2000 stieß er auf den Mentalsport, 2002 beschloss Pridmore, Gedächtnisweltmeister zu werden, 2004 hatte er es geschafft. Warum es ihm gelang, und anderen nicht? “Man muss die richtige Art von Gehirn haben”, sagt der 30-Jährige. “Aber ich bin lange nicht mehr so gut, wie ich mal war.” An Wettkämpfen nimmt er immer noch teil, nicht nur aus Ehrgeiz: “Man trifft nette Menschen, das sind ganz besondere Charaktere.
An diesem Abend entscheidet Gedächtnisweltmeister Clemens Mayer den Wettkampf für sich. “Es war knapp, sehr knapp”, sagt der 21-jährige Jura-Student aus München im Rückblick. Erst die Königsdisziplin brachte ihm den sicheren Sieg: er merkte sich die Reihenfolge von 52 Pokerkarten, und das in gerade mal 49,8 Sekunden. Der aktuelle Weltrekord liegt bei 31,0 Sekunden.

Quelle: Katrin Zöfel / Stuttgarter Zeitung vom 06.11.2006

Sudokuwette bei Wetten dass?

30. September 2006

Am 30. September 2006 begann die neue Staffel von Wetten, daß…? Die beliebteste und bekannteste Show im deutschen Fernsehen hat immer wieder Gedächtniswetten präsentiert. An diesem Samstag war MemoryXL- Gedächtnissportler Boris Nikolai Konrad in der Livesendung zu Gast. Er hatte dort zwei Minuten Zeit, sich fünf ungelöste Sudoku-Rätsel, das berühmte japanische Ziffernspiel, anzusehen. Direkt im Anschluß mußte er in nur vier Minuten aus 100 Lösungen die passenden heraussuchen.

Diese großartige Gedächtnisleistung schaffte er mit Bravour. Nicht nur Moderator Thomas Gottschalk und die Wettpaten staunten über diese Fähigkeiten, auch ganz Deutschland fragte sich wieder einmal, wie so etwas möglich ist! Der 2002 gegründete, gemeinnützige Verein MemoryXL e.V. setzt sich für die Verbreitung von Mnemotechniken ein, denn in der Tat kann mit den richtigen Techniken und etwas Übung jeder (!)solche “Gedächtniswunder” vollbringen. Wir haben für Sie unsere besten Tipps in einem PDF-Dokument zusammengestellt, das sie sich von dieser Seite hier herunterladen können. Ebenfalls finden Sie hier unseren kostenlosen Gedächtnistrainer. Wir erheben hierfür keine Gebühr und auch die weitere Nutzung ist kostenfrei.

Sudoku Wette

30. September 2006

Wetten, dass…? In der 163. Sendung am 30.09.2006 in Karlsruhe wettete Boris Nikolai Konrad aus Hattingen, dass er sich fünf ungelöste Sudokus einprägen kann und diese aus 100 gelösten Sudoku-Rätseln wiedererkennt.

Auf die Wette kam Boris Konrad als überlegte wie man Gedächtnistraining und Sudoku kombinieren könnte. Zuerst wollte er einfache Rätsel im Kopf lösen, aber das dauert zu lange. Daraufhin kam ihm die Idee, dass er sich ungelöste Rätsel einpräge und unter 100 gelösten Sudoku-Rätseln wiedererkennen könnte.

Die Wettpaten Oliver Kahn und Sönke Wortmann tippen: Ja, er schafft es.
Sie hatten recht.

Deutschland ist Weltmeister 2006

21. August 2006

Auf der Gedächtnisweltmeisterschaft 2006, die vom 19. bis 21. August im Imperial College in London (England) stattfand, konnte das aus 7 MemoryXL- Gedächtnissportlern bestehende deutsche Team an den großen Vorjahreserfolg anknüpfen und die Titel verteidige. Auf der offiziellen Gedächtnisweltmeisterschaft, welche vom 19. bis zum 21. August im Imperial College in London bereits zum 15. ausgetragen wurde, konnte die deutsche Gedächtnisnationalmannschaft erreichen, was die Fußballer knapp verpassten: Sie ist Weltmeister geworden.

In 10 verschiedenen Merkdisziplinen, wie dem Memorieren von Ziffern, Namen oder Spielkarten, verglichen die insgesamt 33 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Fähigkeiten! Ausrichter ist das World Memory Sports Council (WMSC) unter Leitung des berühmten britischen Gedächtnisexperten Tony Buzan.

Deutschland stellte 7 Teilnehmer, welche alle beim Verein MemoryXL e.V. trainieren. 2002 gegründet setzt sich dieser für die Verbreitung der Merktechniken, unter anderem in Schulen ein.

Nach drei Kräftezehrenden Tagen und zahlreichen Wechseln an der Spitze stieg Clemens Mayer (21), Student aus Brannenburg, auf den höchsten Platz des Podiums und wurde Gedächtnisweltmeister 2006!

Auch die deutsche Nationalmannschaft war erfolgreich: In der Nationenwertung werden die besten drei Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeder gestarteten Nation gewertet und Clemens Mayer, Dr. Gunther Karsten (44, Erfurt) und Boris Konrad (22, Hattingen) waren am besten! Hochdünn vor England konnte der Titel Mannschaftsweltmeister verteidigt werden. Als wäre das noch nicht genug, konnte auch Corelia Beddies (17, Pfullingen) auftrumpfen und wurde als Gesamt-Sechste Frauenweltmeisterin!

Bei den Junioren (Jahrgang 1989 und jünger) wurde Christof Beierle (16, Meinerzhagen) vor Tim Gehrken (13, Witten) Zweiter. Beide wurden nur geschlagen durch Corinna Draschl (16) aus Österreich.

Die Europäische Gesellschaft zur Förderung des Gedächtnisses e.V. wurde im Jahr 2002 nahe Weimar gegründet. Mit viel Enthusiasmus und Engagement sind wir die große Herausforderung angegangen, eine bundesweite Plattform für das Gedächtnistraining zu schaffen.

Wir wollen ähnlich dem Deutschen Schachverband möglichst viele begeisterte Anhänger der Gedächtnistechniken und des Gedächtnissports unter einem Dach vereinen. Als Verein mit anerkannter Gemeinnützigkeit verfolgen wir ideelle, und keine wirtschaftlichen Ziele.

Als Verein möchten wir etwas Positives in dieser Welt bewirken und haben viele Visionen für die Zukunft. Neben zahlreichen anderen, haben wir zwei wichtige Ziele in unserer Satzung fest verankert:

Zum einen werden wir die teilweise bereits vor Jahrhunderten erfundenen Techniken möglichst vielen Menschen, vor allem aber an Schüler vermitteln. Hierzu bilden wir Lehrer und andere Interessierte aus, die ihrerseits in Arbeitsgruppen an Schulen die Techniken an Jugendliche weitergeben. Zur Unterstützung haben wir umfangreiche, didaktisch durchdachte Arbeitsunterlagen erstellt.

Viele von uns hätten sich gewünscht, schon in der Schulzeit und Ausbildung diese äußerst effektiven Lernmethoden gekannt zu haben. Um wie viel leichter wäre es uns damals gefallen, beispielsweise Geschichtsdaten oder Vokabeln zu lernen und dabei auch noch Spaß zu haben. Das Wissen der Menschheit nimmt im rasantem Tempo zu: Es verdoppelt sich innerhalb von 10 Jahren!! Vielleicht ist es in ferner Zukunft sogar erforderlich, Gedächtnistraining als Pflichtschulfach einzuführen. Schließlich werden an die Menschen von morgen immer höhere Anforderungen gestellt – immer mehr Informationen müssen aufgenommen werden und abrufbar sein.

Zum zweiten bieten wir regelmäßig regionale und nationale (die deutsche Gedächtnismeisterschaft wird ausgerichtet von der GGK e.V.) sowie zu einem späteren Zeitpunkt auch internationale (z.B. europäische) Meisterschaften an. Viele von uns haben bereits an solchen Wettkämpfen teilgenommen und den Reiz und Spaß entdeckt, sich gegenseitig zu messen und zu immer neuen Rekorden anzustacheln. Wie in den körperlichen Sportarten auch wird sich das Gedächtnistraining immer mehr zu einer breiteren Bewegung entwickeln, bei der „Leistungssportler“ die Möglichkeiten des menschlichen Gedächtnisses aufzeigen und Deutschland im internationalen Vergleich vertreten.

Selbstverständlich schließt dieses Ziel auch ein, Personen mit körperlichem Handicap (z.B. Blinde) die Teilnahme an Wettkämpfen zu ermöglichen: Denn im Mentalsport misst man sich mit seinem Geist und nicht mit der körperlichen Hülle!

Wir freuen uns, auf unserem Weg bereits ein gutes Stück vorangekommen zu sein und sehen sehr gespannt und motiviert in die Zukunft.

Wir freuen uns über jeden Menschen, der unsere Ziele teilt.

Wir heißen auch Sie gern in unserer Organisation willkommen, unabhängig davon, ob Sie sich aktiv einbringen möchten, vielleicht sogar der kommende Nord- oder Süddeutsche Meister werden oder uns passiv unterstützen möchten.

In diesem Sinne schließen wir mit dem Startsignal der Meisterschaften:

Neurons-on-the-ready… Go!!

Michael Gloschewski

Vize-Präsident MemoryXL

Ass oder Dame – die Karten im Kopf

18. August 2005

Der Hattinger Boris Konrad nimmt an der Gedächtnis-WM in Oxford teil. Er ist ein Jongleur der Daten. Das “Superhirn” glänzte schon bei “Wetten, dass . . .” Schon mal in knapp 30 Sekunden die richtige Reihenfolge eines Kartenspiels mit 52 Blatt gemerkt? Nein? Unmöglich? Falsch! Der Hattinger Boris Konrad kann es- und deshalb nimmt er an diesem Wochenende an der Gedächtnis-Weltmeisterschaft in Oxford teil. Einen Zehnkampf wird der 21-Jährige bewältigen müssen. Zum Beispiel die Disziplin “Historische Daten”, in der er sich binnen fünf Minuten so viele fiktive Geschichtsdaten (Jahreszahlen und Ereignisse) wie möglich merken muss.

Oder die Disziplin “Wörter” – hier geht es darum, sich in einer Viertelstunde Wörter einzuprägen, die in keinerlei Zusammenhang stehen. In beiden Kategorien schnitt Konrad beider Deutschen Gedächtnis-Meisterschaften Darmstadt am besten ab. Insgesamt wurde er Dritter. Nur. Denn vor allem in seiner Lieblings-Disziplin, “Kartenspiel”, klappte es überhaupt nicht.Vor drei Jahren hat Boris Konrad den Gedächtnissport im Fernsehen entdeckt. “Danach habe ich mir alles mit Büchern selbst beigebracht.” Kurz vor dem Abitur war das, heute studiert er Physik und Informatik.

Hilft ihm die Technik also auch bei Prüfungen? “Gar nicht. Die Technik ist ja, sich etwas auf einem gewissen Weg einzuprägen. Und wenn man diesen Weg in einer Prüfung drei Minuten entlanggeht, sagt der Professor:Ihr Weg ist aus der Tür raus.” In Oxford will er seinen Weg wieder gehen, bei der 17. WM. Titelchancen? “Na, wenn man weiß, dass bisher immer Engländer gewonnen haben, glaubt man eher nicht daran.” Zumal auch die Konkurrenz aus Deutschland, dem teilnehmerstärksten Land, sehr groß ist.

Auf der Insel wurde der Gedächtnissport vor 20 Jahren erfunden, hier trifft sich die Elite Jahr für Jahr wieder. Mal in London, mal in Manchester, jetzt in der Universitätsstadt Oxford. Ein historischer Rahmen, in dem manch einer nervös wird. Nicht Boris Konrad. “Ist ja kein Fernsehen dabei”, sagt er. Das war im März 2004 ganz anders – damals hatte er nämlich einen großen Auftritt bei “Wetten, dass . . .?”. Fast 16 Millionen Zuschauer staunten, wie sich das Superhirn an 50 Tischen merkte, in welcher Ordnung Menschen mit Mineralwasser, Orangensaft und Rotwein im Glas sowie Pommes, Bratwurst und einem halben Hähnchen auf dem Teller zusammensaßen. 3000 Euro gewann er bei Gottschalk – so viel gibt es bei einer Weltmeisterschaft nicht.

Quelle: WAZ

Er kann sich einfach alles merken

24. Juli 2005

Gedächtnis-Künstler Boris Nikolai Konrad, Dritter bei Deutscher Meisterschaft

Der Hattinger Gedächtnis-Künstler Boris Nikolai Konrad hat bei den Deutschen Meisterschaften in Darmstadt den dritten Platz belegt. Jetzt fährt er zur WM. Sein größter Auftritt? Nein, der war bei “Wetten, dass . . .?”.Damals, im März 2004, war er richtig nervös, fast 16 Millionen Menschen saßen vor den Fernsehgeräten. Und trotz der Aufregung gelang es Boris Nikolai Konrad nahezu mühelos, sich 50 verschieden gedeckte Tische zu merken. 3000 Euro gewann er.
Darmstadt war anders. Die Gedächtnissportler waren unter sich. Etwa 30 machten mit, aufgeteilt in verschiedene Altersklassen. Der 21-jährige Hattinger war in der Hauptklasse dabei – er holte 5517 Punkte und belegte damit hinter Clemens Mayer (Brannenburg/7565) und Dr. Gunther Karsten (Erfurt/6822) den dritten Platz. Sein größter Erfolg bisher. “In zwei Einzel-Disziplinen habe ich sogar gewonnen”, erzählt Nikolai. Zum einen bei den historischen Daten, bei denen er sich in fünf Minuten fiktive Daten (Jahreszahlen und Ereignisse) einprägen musste – 71 gab er anschließend korrekt wieder. Zum anderen siegte er auch in der Disziplin Wörter. Dabei hatte sich der Student binnen einer Viertelstunde Listen mit Wörtern zu merken, die in keinem Zusammenhang zueinander stehen. “206 Wörter habe ich geschafft, dabei aber drei Fehler gemacht. Deshalb gab es nur 176 Punkte.” Erster in der Disziplin war er trotzdem. Insgesamt besteht der Wettkampf allerdings aus zehn Disziplinen. Und nicht in jeder hat es für ihn richtig gut geklappt. In seiner liebsten, Kartenspiel, beispielsweise überhaupt nicht. Boris Konrad musste sich die Reihenfolge eines Kartenspiels mit 52 Blatt so schnell wie möglich einprägen. Nach 38 Sekunden gab er sein Okay, vertauschte beim Aufzählen aber zwei Karten. Folge:Statt der möglichen 600 Punkte bekam er nur 80. Egal. Denn auch so war er stolz auf seine Platzierung, die er anderthalb Monate nach dem Gewinn der Norddeutschen Meisterschaft erzielte. Und in zwei Wochen steht sowieso schon der nächste Höhepunkt in Haus: Vom 13. bis 15. August findet nämlich im englischen Oxford die Weltmeisterschaft statt. Vor einem Jahr, bei der WM in Manchester, wurde Boris Nikolai Konrad Fünfter. Logisch, dass er sich verbessern möchte. Dritter vielleicht, wäre wieder so ein Ziel, “aber Erster, nein, das wird zu schwierig”. Nervös ist er nicht. Ist ja nur eine WM, ist ja kein Fernsehen dabei.

Der Gedächtnissport wurde vor etwa 20 Jahren in Großbritannien erfunden – und wird seither von Engländern dominiert. Nicht einmal hat ein Nicht-Engländer die Weltmeisterschaft, die bis auf eine Ausnahme immer in London, Manchester oder Oxford ausgetragen wurde, gewonnen. Und das, obwohl Deutschland inzwischen neben Österreich die meisten Teilnehmer zu den Titelkämpfen schickt. Aktueller Weltmeister ist Ben Pridmore.

Quelle: WAZ

Bestellungen Wette

27. März 2004

Wetten, dass…? In der 148. Sendung am 27.03.2004 in Basel wettete Boris Nikolai Konrad aus Hattingen, dass er sich wie ein Kellner Menüs und Getränke von 50 Gästen innerhalb von vier Minuten einprägen kann.

Die endgültige Zusage, dass ich hier in Basel dabei bin, hatte ich erst vor vier Wochen zuvor bekommen. Da wir zu Hause aber nicht so viele Essensportionen zur Verfügung hatten, mussten wir beim Üben improvisieren: Hähnchen haben wir aus Filtertüten geformt, gerolltes dunkles Papier auf Papptellern musste als Bratwurst herhalten und gefrorene Pommes Frites kamen auch zum Einsatz. Die drei Wochen vor der Show habe ich fast jeden Tag mit meiner Mutter geübt. Das ging ganz gut, da ich zum Glück noch Semesterferien hatte.

Der Wettpate Günther Jauch tippte auf: Nein das geht nicht
Er hatte unrecht und mußt die Schlussmelodie von “Wetten dass..?” mit der Blockflöte spielen.

Gedächtnis-DM war für Boris Konrad “unvergesslich”

5. Juli 2003

Alles nur eine Frage der Merk-Technik

Boris Nikolai Konrad kann sich sehr gut Dinge einprägen. Und zwar unfassbar viele. In unglaublich kurzer Zeit. Genau deshalb belegte der 19-jährige Hattinger nun bei seiner Premiere bei den Deutschen Gedächtnismeisterschaften auf Anhieb Platz acht. Ein im wahrsten Sinne des Wortes “unvergessliches” Erlebnis.

Zwei Stapel mit je 52 Karten liegen auf dem Tisch. Boris schnappt sich den ersten. Dieser wurde zuvor ebenso gewissenhaft wie kräftig durchgemischt. Dann fächert er den Haufen auf. Karte für Karte wandert von der einen Hand in die andere. Jede einzelne wird genau gemustert. Es folgt eine Wiederholung dieser Prozedur. Fertig! Zwei Minuten nach dem ersten Kontakt greift Boris zum zweiten Stapel. Und steckt die 52 Karten in exakt die Reihenfolge des ersten Haufens. Mal eben so. Als sei es nichts Besonderes. Ganz ohne Fehler. Ganz ohne Tricks. Denn statt faulen Zauber zu betreiben, vertraut das Gedächtnis-Ass lieber auf seine grauen Zellen. Und die scheinen hyperaktiv zu sein. Wie macht der das bloß? Diese Frage stellt sich ein jeder Betrachter, der Boris Konrad einmal beim tagtäglichen Training zugeschaut hat. “Ich gehe im Kopf eine bestimmte Route ab. Das kann etwa ein Rundgang durch die Wohnung sein. Entlang dieser Route habe ich feste Ablageplätze. Dort deponiere ich gedanklich das, was ich mir einprägen will – so dass ich es sofort abrufen kann”, erklärt der frisch gebackene Abiturient vom Gymnasium Waldstraße seine Technik.

Durch diese Verknüpfung von Bildern und Fakten würden, so Boris, beide Hirnhälften gleichzeitig in Anspruch genommen. Und deshalb erhöhe sich die Speicherkapazität. Normalerweise arbeitet die rechte nur bei kreativen und emotionalen Vorgängen, die linke bei logisch-rationalen. Und so wird aus zwei eigenständigen “Teilzeitarbeitern” ein kooperierendes Duo. Das richtige Sortieren von Karo-Bube, Herz-Dame und ihren 50 Artgenossen heißt im Fachjargon nur Karten-Sprint von Boris. Ausgerechnet hier patzte er bei den Titelkämpfen, deren insgesamt siebte Auflage Anfang des Monats in Weinheim (Baden-Württemberg) ausgetragen wurde. “Hätte ich beim Karten-Sprint wie gewohnt gut abgeschnitten, wäre ich in der Endabrechnung sogar fünfter geworden”, schaut der angehende Physik- und Informatik-Student etwas wehmütig zurück. “Aber immer hin hab’ ich ja eine der zehn Einzeldisziplinen gewonnen. Und dafür gab es auch eine Goldmedaille.” In jener Kategorie musste sich Boris innerhalb von nur 15 Minuten so viele Worte hintereinander merken wie möglich. Bei 141 liegt der deutsche Rekord. 140 schaffte er. Und die neue Bestleistung verfehlte er nur, weil ihm das verflixte Wörtchen “Russland” partout nicht mehr einfallen wollte. Ist diese Fähigkeit denn eine besondere Gabe? “Ein gewisses Talent und ein höherer Bildungsgrad sind hilfreich. Aber jeder Einzelne kann mit dieser Technik seine Gedächtnis-Kapazitäten in kurzer Zeit drastisch erhöhen”, behauptet Boris. “Man muss nur oft, lang und richtig trainieren.” Boris hat noch ein zweites großes Hobby: Er ist Fußball-Schiedsrichter. Pfeift für den VfL Winz-Baak Spiele bis zur Kreisliga A. Und hofft auf den baldigen Aufstieg in die Bezirksliga. “Die Antworten auf alle Regelfragen habe ich im Kopf”, stellt der Fan des VfL Bochum fest. Und Fußball-Kenner wissen, dass auch das nicht eben wenige sind. Genug geplaudert. Boris Nikolai Konrad verabschiedet sich höflich. Er muss zu einem Arzttermin. Den letzten hatte er neulich vergessen. . .

Quelle: WAZ