Den Hocker stelle ich auf die Säule. Fertig!

6. August 2009

Konstantin Skudler ist deutscher Gedächtnismeister. Er erklärt, wie man sich viele Ziffern in wenigen Minuten merkt.

Das Gespräch führte Carolin Möllmann

Konstantin Skudler ist seit dem Wochenende deutscher Gedächtnismeister bei den Kindern. Im Herbst fährt der zehnjährige Schüler zur Weltmeisterschaft nach London. Beim Interview mit ihm redete auch sein Vater Jörg mit.

Hallo Konstantin, herzlichen Glückwunsch zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft.

Dankeschön!

Du hast dir am Wochenende in fünf Minuten 100 Zahlen gemerkt, kannst du dich noch an die ersten zehn erinnern?

Nein.

Aber bestimmt kennst du alle Telefonnummern deiner Freunde und Verwandten?

Nein, die kenne ich auch nicht alle. Zumindest merke ich mir die nicht so wie die Zahlen beim Wettbewerb.

Wie hast du dir die denn gemerkt?

Für jede Zahl von 0 bis 99 habe ich ein Bild im Kopf. Dann mache ich eine kurze Geschichte aus einem Bild und einem Routenpunkt. Die Routenpunkte sind Dinge auf einem bestimmten Weg durch unsere Wohnung. Das wiederhole ich für alle Zahlen, die ich mir merken will.

Wie merkst du dir zum Beispiel 508?

Also die 05 08?

Ja genau.

Die 05 ist eine Säule, aber eine kurze, eine, die noch nicht bis an die Decke geht. Und der erste Routenpunkt ist ein Hocker. Den Hocker stelle ich auf die Säule. Fertig! Was war die andere Zahl noch mal?

Die 08.

Ja, das ist Seife. Und der nächste Routenpunkt in meinem Kopf ist der Schrank. Und die Seife und der Schrank …

Konstantins Vater Jörg macht einen Vorschlag: Der Schrank ist voller Seife und die Seife schäumt schon aus dem Schrank raus …)

Konstantin: Nein, der Schaum steht doch schon für die 63, das geht also nicht!

Vater: Na gut, dann ist der Schrank halt ganz glitschig.

Konstantin: Genau, der Schrank ist eingeschmiert mit der Seife und ganz glitschig.

Vater: Tja, je verrückter die Geschichten, desto besser kann er sie sich merken.

Es gibt verschiedene Disziplinen bei den Meisterschaften. Was ist denn deine Lieblingsdisziplin?

Der Binärziffernmarathon. Binärziffern kann ich mir genauso gut merken wie andere Zahlen. Beim Binärziffernsprint hat man nur fünf Minuten Zeit, sich die Zahlen zu merken. Aber beim Marathon, den es leider nur bei der Weltmeisterschaft gibt, hat man 60 Minuten Zeit zum Einprägen. Da bin ich manchen Konkurrenten voraus, weil ich mehr Routenpunkte habe als sie. Und die, die weniger haben, müssen früher aufhören als ich, weil sie keine Routenpunkte mehr haben.

Wie viele Konkurrenten hattest du denn diesmal?

Acht Konkurrenten.

Und kanntest du einige davon schon?

Nicht so viele.

Vater: Es gibt meistens weniger Kinder als Junioren oder Erwachsene. Außerdem steigen die Kinder eher mal aus und machen etwas anderes. Zwei Kinder kannten wir aber von anderen Wettbewerben.

Konstantin: Nein, ich kannte drei der Kinder.

Vater: Gut, dann waren es eben drei. Das passiert ihnen mit hochbegabten Kindern: Sie verbessern einen dauernd.

Wie oft hast du denn für die Deutsche Meisterschaft trainiert?

Selten.

Wieso das denn?

Ich hatte keine Zeit. Wir sind gerade im Urlaub in Tirol und wir gehen viel wandern oder ins Schwimmbad. Aber vor den Ferien habe ich regelmäßig in einem Kurs der Hochbegabtenförderung e. V. trainiert. Und vor der nächsten Weltmeisterschaft im November 2009, da werde ich jeden Tag etwas tun. Mir machen Zahlen viel Spaß, aber manchmal sind mir auch meine anderen Hobbys Klavierspielen oder Karate wichtiger.

Hilft dir deine Begabung in der Schule?

In Mathe bin ich ein bisschen schneller. Aber bei anderen Aufgaben sind andere wieder besser. Die ganze Klasse an meiner Schule, dem Heinrich-Hertz-Gymnasium in Friedrichshain, ist sehr leistungsstark. Ich gehe dort in die siebte Klasse und die meisten Schüler sind zwei Jahre älter als ich.

Welches Fach in der Schule magst du denn gar nicht?

Mein schlechtestes Fach ist Geschichte. Da habe ich auf dem Zeugnis nur eine Drei bekommen. Die Vergangenheit interessiert mich nicht so sehr.

Nervst du manchmal deine Eltern, weil du so viel weißt?

Konstantins Vater lacht: Was heißt denn hier manchmal? Manchmal nervt Konstantin auch nicht!

Quelle: Berliner Zeitung, 6.8.2009

Interview Dorothea Seitz von memory-sports.com

10. Juni 2009

Diese Interview wurde von www.memory-sports.com in Kooperation mit Michael Gloschewski Gedächtnistrainer geführt.

Lesen Sie hier das Interview:
memory-sports.com Du gehst auf das Internat Schloss Torgelow in Mecklenburg-Vorpommern. Welche Klasse bist du da?
Dorothea Seitz: In der zehnten Klasse. Ich habe noch zweieinhalb Jahre vor mir.

memory-sports.com Weißt du schon, was du nach der Schule machen möchtest?
Dorothea Seitz: Ich möchte Psychologie studieren und eventuell später in die Richtung Hirnforschung gehen.

memory-sports.com Seit wann trainierst du dein Gedächtnis?
Dorothea Seitz: Seit Anfang 2007. Ich habe im Internet darüber gelesen und mir ein entsprechende Buch gewünscht. Damit habe ich mir dann die Techniken selber beigebracht.
[singlepic=353,200,300,,right]
memory-sports.com Was war das für ein Buch?
Dorothea Seitz: „Warum fällt das Schaf vom Baum?“ von Christiane Stenger. Es hat mich gleich begeistert, vor allem wie schnell man Fortschritte macht.

memory-sports.com Hättest du gedacht, dass du mal in die Fußstapfen von Christiane trittst und Jugendgedächtnisweltmeistern wirst?
Dorothea Seitz: Nein. Ich habe aber früher immer schon darüber nachgedacht, was für ein tolles Gefühl es wäre, in irgendetwas Weltmeister zu sein – aber ich hätte nicht gedacht, dass ich soweit kommen würde.

memory-sports.com Was ist deine Lieblingsdisziplin?
Dorothea Seitz: Als ich anfing, hab ich jeden Tag ausschließlich Binärzahlen geübt. Das ist ja eigentlich eine Disziplin, die für die meisten am wenigsten Sinn macht, aber ich fand es irgendwie toll.

memory-sports.com Hattest du bestimmte Erwartungen, als du jetzt bei der Norddeutschen Meisterschaft angetreten bist?
Dorothea Seitz: Ich habe immer viel zu hohe Erwartungen und schaffe diese dann nicht. Ich wollte bei den jugendlichen gewinnen und außerdem die 4.000 Punkte erreichen, die ich aber nicht geschafft habe. Und bei den Erwachsenen wollte ich oben mitmischen, um mich darauf einzustellen, wie es nächstes Jahr wird, wenn ich dann auch erwachsen bin.

memory-sports.com Genau, es ist ja jetzt das letzte Jahr für dich, wo du als Junior gewertet wirst. An welchen Turnieren wirst du dieses Jahr noch teilnehmen?
Dorothea Seitz: Ich möchte im Sommer nach Hamburg, zur Deutschen Meisterschaft und dann natürlich wieder zur WM nach Bahrain fliegen – erneut mein Glück versuchen.

memory-sports.com Du machst also wenn du nächstes Jahr 18 wirst weiter und hörst nicht am Zenit deines Erfolges auf?
Dorothea Seitz: Nein. Es ist zwar ziemlich bequem einfach aufzuhören und auf dem Titel sitzen zu bleiben. Aber der Wettkampf ist ja auch ein Kampf gegen sich selber. Ich möchte die Ziele, die ich mir gesetzt habe, schaffen und es mir selber beweisen. Es geht mir nicht darum, was die anderen darüber denken, sondern das zu erreichen, was ich anstrebe.

memory-sports.com Du hast bei der Norddeutschen Meisterschaft am zweiten Tag erneut teilgenommen und bist außer Konkurrenz gegen die Erwachsenen angetreten. Warum hast du dir diese Mühe gemacht?
Dorothea Seitz: Es gibt ja meistens nur drei Meisterschaften im Jahr. Und ich dachte mir, wenn ich schon nach Magdeburg fahre, kann ich auch das Doppelte machen. Außerdem wollte ich auch die Erwachsenen treffen, die am Sonntag angetreten sind und mich mit ihnen messen.

memory-sports.com Du hättest beim Erwachsenenturnier der Norddeutschen Meisterschaft den dritten Platz belegt und fast sogar den zweiten, wenn deine Ergebnisse gewertet worden wären. Gibt dir das Zuversicht, dass du auch bei den großen mitmischen kannst, sobald es nächstes Jahr losgeht?
Dorothea Seitz: Das hat mich ziemlich ermutigt, zumal ich am ersten Tag des Turniers noch mit Gedächtnissport aufhören wollte. Aber das geht mir bei jeder Meisterschaft so. Jetzt will ich aber weitermachen und bin hoch motiviert, weil ich einige Ergebnisse hatte, die ich vorher noch nie auf einer Meisterschaft geschafft habe. Ich bin eigentlich bei allem außer dem Kartensprint von meiner Leistung zufrieden.

memory-sports.com Du bist in einigen Disziplinen den meisten Erwachsenen Gedächtnissportlern auf der Welt überlegen, zum Beispiel mit 189 Wörtern in der Disziplin Random Words. Was sagst du dazu?
Dorothea Seitz: Ich glaube gerade Wörter liegen mir, weil das weniger mit dem Training zu tun hat, sondern viel mit dem natürlichen Gedächtnis. Bei Zahlen und Binärzahlen braucht man einfach viel mehr Training, um dort richtig gut zu sein. Ich mag lieber Disziplinen wie Text, wo man nicht viel Technik benutzen kann. Die sprachgebundenen Disziplinen gefallen mir generell viel besser.

memory-sports.com Würdest du gerne mal gegen deine Inspiration antreten – gegen Christiane Stenger?
Dorothea Seitz: Ja, aber ich glaube dass sie mittlerweile nicht mehr so fit ist. Sie tritt auch nicht mehr an und ich bezweifle, dass sich noch einmal die Gelegenheit bietet, dass wir uns messen können.

memory-sports.com Was wünscht du dir vom Gedächtnissport?
Dorothea Seitz: Mein Ziel ist es, mich auf der Weltrangliste zu verbessern, was zurzeit nicht geht, da die Ergebnisse der Junioren nicht dazu gewertet werden. Ansonsten mache ich weiter, weil ich die Leute toll finde und Spaß daran habe mein Gedächtnis zu trainieren und immer größere Herausforderungen zu haben.

memory-sports.com Hast du auch schon negative Erfahrungen mit dem Gedächtnissport erlebt?
Dorothea Seitz: Die meisten kennen den Sport nicht und finden es deshalb erst einmal komisch was ich mache. Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen Gedächtnissport kennen und darüber Bescheid wissen. Meine Klassenkameraden nennen mich immer „Gedächtnisweltmeisterin“ oder „Super-Brain“. Das meinen sie nicht unbedingt böse, aber es nervt halt, weil mich einige, die mich nicht näher kennen, darüber definieren.

memory-sports.com Glaubst du der Sport hätte das Potenzial zu einem Massensport zu werden?
Dorothea Seitz: Ich wünsche es mir. Ich sehe jedoch schon an meiner Schule, dass nur sehr wenige an unseren Gedächtniskursen teilnehmen, obwohl viele meiner Mitschüler hochbegabt sind und an Wissen interessiert sind. Es machen sich leider zu wenig die Mühe damit anzufangen. Ich fände es jedoch schön, wenn der Sport größer rauskommen würde.
[singlepic=352,200,300,,right]
memory-sports.com Du folgst der Fährte von Christiane Stenger auch ein weiterer Hinsicht: Man munkelt, du schreibst zurzeit an einem Buch über Gedächtnistraining?
Dorothea Seitz: Ja, der Robert Verlag hat mich angeschrieben, ob ich ein Buch darüber verfassen möchte. Ich habe eingewilligt und den Vertrag unterschrieben. Jetzt mache ich mich ans Schreiben.

memory-sports.com Hast du jemanden der dir dabei hilft?
Dorothea Seitz: Nein, das mache ich ganz alleine. Ich werde zum einen auf die Geschichte der Mnemotechnik eingehen und zum anderen persönliche Erfahrung mit einfließen lassen.
Außerdem gehe ich auch auf Aspekte wie Schnelllesen, Kopfrechnen und weitere Möglichkeiten, um seine Hirnzellen zu trainieren, ein. Der Titel wird wahrscheinlich „Auf die Zellen, fertig, los“ lauten, weil das bei der Deutschen Meisterschaft das Startsignal ist. Ich möchte damit den Gedächtnissport bekannter machen und dass jene Leuten, die nie richtig verstanden haben, was ich da mache, kapieren wie es geht. Es wird voraussichtlich im April 2010 erscheinen.

memory-sports.com Wir sind gespannt. Vielen Dank für das Interview.

Dieses Interview in Englisch gibt es hier:

Interview Johannes Mallow von memory-sports.com

10. Juni 2009

Diese Interview wurde von www.memory-sports.com in Kooperation mit Michael Gloschewski Gedächtnistrainer geführt. Lesen Sie hier das Interview:
memory-sports.com: Wie lange betreibst du schon Gedächtnissport?
Johannes Mallow: Seit 2003. Ich habe damals die Grips Show mit Günther Jauch gesehen. Dr. Gunther Carsten war dort und hat Verona Feldbusch beigebracht, sich 20 Zahlen zu merken. Es hieß, dass diese Technik jeder lernen kann. Im Internet bin ich dann auf MemoryXL gestoßen und habe begonnen, die Techniken zu lernen.

memory-sports.com: Wie lange hast du trainiert, bevor du an deinem ersten Turnier teilgenommen hast?
Johannes Mallow: Ein knappes Jahr etwa. Auf MemoryXL gab es die Möglichkeit, mit einem Tool zu trainieren und an einem Online-Ranking teilzunehmen. Das fand ich cool, weil es mehr ist, als nur alleine zu Hause zu sitzen und für sich allein zu trainieren. Man kann sich dabei gleich mit anderen Leuten vergleichen. Und weil ich da schon recht gut war und relativ weit noch oben im Ranking gekommen bin, wollte ich das Ganze auch bei einem echten Turnier ausprobieren. Außerdem konnte ich so die Leute kennen lernen, die hinter den Pseudonymen im Internet stecken. [singlepic=350,248,300,,right]

memory-sports.com: Du leidest unter einer Krankheit, die dich körperlich beeinträchtigt?
Johannes Mallow: Die Krankheit nennt sich Muskeldystrophie und es gibt davon mehrere Formen. In meinem Fall greift sie die Skelettmuskulatur an, welche über eine gewisse Zeit immer stärker abnimmt.

memory-sports.com: Hat dich das zusätzlich motiviert, Gedächtnissport zu betreiben, da du dich zwar nicht körperlich, so aber auf geistiger Ebene mit anderen Menschen messen kannst?
Johannes Mallow: Ursprünglich nicht, aber jetzt im Nachhinein sehe ich es schon als Ausgleich, um sich mit anderen messen zu können. Früher habe ich im Verein Tischtennis gespielt und das ging irgendwann nicht mehr. Von daher kann es schon sein, dass es unterbewusst eine Rolle spielt.

memory-sports.com: Hilft dir der Gedächtnissport, besser mit deiner Krankheit umzugehen?
Johannes Mallow: Vielleicht nicht nur der Sport als solches. Aber die ganze Community die dahinter steckt und das positive Feedback was ich durch Auftritte und meine Gedächtniskurse bekomme, steigern mein Selbstbewusstsein.

memory-sports.com: Erzähl uns mehr von deinen Kursen.
Johannes Mallow: Ich arbeite unter anderem für den Verein für Hochbegabtenförderung e.V. Dort mache ich zweimal im Monat mit den Kinder Gedächtnistraining. Dabei konzentriere ich mich auf Gedächtnissport, also Zahlen und Karten merken. Momentan trainieren wir für die Norddeutsche Gedächtnismeisterschaft. Außerdem halte ich Vorträge in Schulen, gebe Kurse an der Volkshochschule und bin für private Seminare buchbar. Es ist sozusagen mein zweites Standbein.

memory-sports.com: Was machst du beruflich?
Johannes Mallow: Ich bin letztes Jahr mit meinem Studium als Kommunikationstechniker fertig geworden. Zurzeit arbeite ich als Doktorand an der Uni Magdeburg. Eigentlich bin ich für den technischen Bereich der Magnet-Resonanz-Tomografie zuständig. Aber im Moment arbeite ich an einer Gehirnforschungs-Studie über Gedächtnissport mit. Es ist also eine Kombination aus beidem.

memory-sports.com: Wie viel trainierst du so pro Woche?
Johannes Mallow: Das kommt drauf an, ob eine Meisterschaft ansteht. Dann trainiere ich natürlich mehr. Aber ich versuche auch dazwischen jeden Tag eine halbe Stunde dafür zu investieren.

memory-sports.com: Erzähle uns ein wenig über die Systeme, die du zum Memorieren verwendest.
Johannes Mallow: Ich verwende für die Zahlen ein 3er-System, also ein Bild für jeweils drei Ziffern, was insgesamt 1.000 Bilder ergibt. Dafür habe ich allerdings auch eine Weile gebraucht. Bei den Karten habe ich mir ein System überlegt, wo ich drei Karten zu zwei Bildern kodiere. Dadurch kann ich mehr Karten mit weniger Bildern memorieren.

memory-sports.com: Wie lange hast du gebraucht, um dein 3er-Zahlensystem zu lernen
Johannes Mallow: Das Lernen hat gar nicht so lange gedauert, das Aufbauen dagegen schon. Man muss ja versuchen, möglichst unterschiedliche Bilder zu finden. Wenn man einmal Rum und einmal Vodka hat, weiß man hinterher nicht mehr, wovon man eigentlich betrunken war. Das erste Lernen hat dann etwa zwei Wochen gedauert. Über die Jahre wird das Abrufen immer schneller und immer besser.

memory-sports.com: Denkst du, du wärst soweit gekommen, wenn du bei einem 2er-System geblieben wärst?
Johannes Mallow: Nein, definitiv nicht. Vor allem bei den historischen Daten ist es sehr vorteilhaft. Man kann sich mit nur einem Bild ein Datum merken. Die halbe Informationsmenge ist da schon ein riesen Vorteil. Und wenn das einmal läuft, nimmt sich das vom Abrufen der Bilder nichts mehr mit dem 2er-System. Und von daher lohnt es sich auf jeden Fall. Andererseits sieht man bei Sportlern wie Boris Konrad oder Clemens Mayer, dass auch ein 2er-System sehr effektiv sein kann.

memory-sports.com: Du bist Weltrekordhalter in den beiden Disziplinen historischen Daten (110 ½ Daten) und Speed Numbers (405 Ziffern). Sind das deine beiden Lieblingsdisziplinen?
Johannes Mallow: Ja schon, vor allem die historischen Daten. Ich merke bei beiden Diszplinen, dass immer noch ein wenig mehr geht. Deshalb setze ich mir keine Grenzen und verbessere mich automatisch weiter und weiter. Das ist echt faszinierend. Daten und Zahlen sind ganz klar meine beiden Steckenpferde und es macht Spaß mich immer weiter zu steigern.
[singlepic=351,200,300,,right]
memory-sports.com: Bist du im Training noch besser, als mit deinen beiden Rekorden?
Johannes Mallow: Die sind schon nah an meinen Trainingsergebnissen dran. Vor allem die 405 Zahlen waren bei der Weltmeisterschaft 2008 auch mein persönlicher Rekord. Wenn ich zurück schaue, war ich vor einem Jahr noch bei sicheren 320 Zahlen und heute bereits deutlich über 400 mit ein wenig Glück. Und ich glaube da geht noch einiges.

memory-sports.com: Du bist nun dreifacher norddeutscher Meister in Folge, deutscher Meister und bei der WM auf Platz drei gekommen. Nächster Halt: Weltmeister?
Johannes Mallow: Ja sicher, ich versuche es zumindest. Letztes Jahr hätte ich ja schon fast zweiter werden können, wenn ich es nicht ein wenig vermasselt hätte. Aber es gibt ja genug gute Gegner in der Welt, wie Ben Pridmore, Dr. Gunther Carsten, Simon Reinhard, Cornelia Beddies – ich könnte da einige aufzählen, die da auch Ansprüche drauf anmelden. Es ist ein harter Konkurrenzkampf, aber versuchen werde ich es auf jeden Fall.

memory-sports.com: Was hat sich seit deinen Anfängen im Gedächtnissport verändert?
Johannes Mallow: Es gibt einen größeren Community-Effekt, durch die verschiedenen Plattformen, die entstanden sind. Das Brainboard ist sehr gut um sich auszutauschen. Dann natürlich auch die Memory Sports Statistics und die Online Memory Challenge. Man trifft sich einmal in der Woche im Internet und tritt gegen einander an. Es wächst mehr zusammen. Früher sah man sich nur auf den Meisterschaften. Heute greift alles mehr ineinander.

memory-sports.com: Was wünscht du dir für die Zukunft des Gedächtnissportes?
Johannes Mallow: Noch mehr Möglichkeiten sich zu messen – also mehr Meisterschaften. Und diese noch größer aufzuziehen. Es wäre auch schön, wenn sich mehr Leute mit diesem Sport beschäftigen würden und regelmäßig an Meisterschaften teil nehmen, so dass es Vorausscheide gibt und so weiter. Also das die Community noch mehr wächst.

memory-sports.com: Hast du eine Idee, wie man den Sport populärer gestalten könnte? Zurzeit sind Meisterschaften nach nationalem oder internationalem Standard nicht gerade zuschauerfreundlich. Ein Gegenbeispiel ist die amerikanische Meisterschaft, die in der Competition-Runde ganz auf Zuschauer ausgelegt ist.
Johannes Mallow: Ich habe mit Simon Reinhard mal darüber philosophiert, dass man Heads-Up-Situationen schaffen könnte. Das wären Duelle, wo sich die Kontrahenten gegenseitig überbieten und somit die Zuschauer faszinieren. Das US-Vorbild ist natürlich eine Variante, die man dabei einschlagen könnte. Die alten Disziplinen sollten dabei aber nicht zu kurz kommen. Eine gesunde Mischung wäre gut. Es sollte jedoch auf jeden Fall etwas in die Richtung unternommen werden.

memory-sports.com: Was hältst du davon, dass die WM nun das dritte Jahr in Folge in Bahrain stattfindet?
Johannes Mallow: Das finde ich persönlich nicht so gut. Ich war jetzt zweimal in Bahrain und es ist sicher eine Erfahrung wert. Aber der Veranstaltungsort sollte regelmäßig wechseln. Andererseits hat der Weltverband einen guten Sponsor dort. Und natürlich hat das auch viele Vorteile: Die Finanzierung und ein hohes Preisgeld.

memory-sports.com: Wie hat sich das Gedächtnistraining auf dein alltägliches Gedächtnis ausgewirkt?
Johannes Mallow: Es hat sich eigentlich nicht wirklich verbessert. Wenn ich mir etwas merken möchte und das bewusst mit Techniken lerne, dann kann ich mir wesentlich mehr merken als vorher. Aber ich bin teilweise noch genau so schusselig wie vorher und vergesse den Schlüssel oder Termine. Wenn ich es nicht bewusst mache, habe ich keinen Vorteil davon.

Vielen Dank für das Interview. Dieses Interview in Englisch gibt es hier:

Interview Konstantin Skudler von memory-sports.com

8. Juni 2009

Diese Interview wurde von www.memory-sports.com in Kooperation mit Michael Gloschewski Gedächtnistrainer geführt. Lesen Sie hier das Interview:
memory-sports.com: Wann hast Du angefangen Dein Gedächtnis zu trainieren?
Konstantin Skudler: Ich habe bei der NordeutschenGedächtnismeisterschaft 2004 zugesehen. Danach besuchte ich den Gedächtniskurs bei der Hochbegabtenföderung.

memory-sports.com: Wie wurdest Du auf da Thema aufmerksam?
Konstantin Skudler: Wir erhielten Post vom Verein, in dem angekündigt wurde das ein bald ein neuer Gedächtniskurs startet. So gingen wir zur Meisterschaft um uns das mal anzusehen. Ich erfuhr das Gedächtnistechniken mit Zahlen etwas zu tun haben und da ich Zahlen schon immer sehr mochte, wollte ich die Techniken erlernen.

memory-sports.com: Was sind die ersten Schritte, an die Du dich erinnerst?
Konstantin Skudler: Ich kann mich gut an meine erste Bestleistung im Memorieren von Zahlen erinnern. Es waren 24 Ziffern.

memory-sports.com: Welche Technik hast Du zu beginn gelernt?
Konstantin Skudler: Wir lernten das Mastersystem mit 100 Bildern und eine Route mit 26 Routenpunkten, für ein halbes Kartenspiel. Heute habe ich 227 Routenpunkte.

memory-sports.com: Welches war deine 1. Meisterschaft?
Konstantin Skudler: Das war die norddeutsche Gedächtnismeisterschaft 2005. Ich belegte den sechsten Platz und es hat viel Spaß gemacht.

[singlepic=355,550,366,,right]

memory-sports.com: Bist Du von Anfang an sehr ehrgeizig gewesen?
Konstantin Skudler: Wirklich angefangen mit dem Training zu Hause habe ich nach der Meisterschaft 2006, als ich 7. wurde. Dann habe ich für die Meisterschaft 2007 trainiert.

memory-sports.com: Die Gedächtnisweltmeisterschaft ist auf einen ganz andern Niveau als die Norddeutsche? Was hat Dir da am besten gefallen?
Konstantin Skudler: Das es über mehrere Tage ging. So hatte ich die Möglichkeit etwas von Bahrain zu sehen. Wusstest Du das es nur eine halbe Stunde dauert, um auf der Hauptinsel mit dem Auto von Norden zum Süden zu kommen. Es gibt 23 Inseln und 3 sind untereinader verbunden. Auf der zweit Größten ist der Flughafen. Im Süden der Hauptinsel ist die Formel 1 Strecke.

memory-sports.com: Nein das wusste ich nicht! – Was war das Beste an Gedächtnismeisterschaften?
Konstantin Skudler: Man steht mit anderen Sportlern in Konkurrenz und findet neue Freunde. Ich traf zum Beispiel Timo Sprekeler. Er wurde Norddeutscher Meister 2008, bei der Meisterschaft trat ich nicht an. Vor Kurzem traf ich ihn wieder bei der Norddeutschen Gedächtnismeiterschaft 2009. Wir traten leider nicht gegeneinander an, da er inzwischen eine Altersklasse höher startet bei den Junioren.

memory-sports.com: Was ist Deine Lieblingsdisziplin?
Konstantin Skudler: Zahlen, weil ich da gut bin. Bei Namen & Gesichtern muß man so kreativ sein. Anderseits so schlecht war ich da auch nicht..!

memory-sports.com: Trainierst Du viel?
Konstantin Skudler: Nur vor den Meisterschaften. Vor der Weltmeisterschaft trainierte ich 2 Monate und vor der Norddeutschen waren es ca. 3 Wochen.

[singlepic=354,550,366,,right]

memory-sports.com: Bemerkst du Verbesserungen?
Konstantin Skudler: Ja das tue ich. Ich habe mir letzte Jahr noch 96 Binärzahlen gemerkt und diese Jahr sind es 192.

memory-sports.com: Was ist denn Dein bestes Trainingsergebnis?
Konstantin Skudler: Nur 180. Das war meine Bestleistung. Ich war froh das die letzte Reihe ein sehr einfaches Muster hatte und ich es mir einfach so merken konnte.

memory-sports.com: Was meinst Du könnte den Sport populärer machen?
Konstantin Skudler: Es könnte helfen die Zahlen per Beamer an die Wand zu projektieren. Dann könnten die Zuschauer auch probieren sich Ziffern zu merken. Eine andere Möglichkeit wäre das aufgeschriebene der Sportler zu sehen.

memory-sports.com: Kannst Du uns ein Beispiel geben für eine gute Geschihte? Wie wäre es mit einer Geschichte mit den Gegenständen Schuh und Stuhl?
Konstantin Skudler: Ich würde den Schuh auf den Stuhl auf und ab hüpfen lassen und ihn von einer Armlehne zu anderen springen lassen. Die Geschichte muss so verrückt sein wie möglich.

memory-sports.com: Bist Du schnell im Bilderaufrufen?
Konstantin Skudler: Ja ich kann die 100 Mastersystembilder in 95 Sekunden durchgehen. Das ist etwas unter einer Sekunde pro Bild.

memory-sports.com: Hast Du ein bestimmtes Ziel?
Konstantin Skudler: Ich möchte unter die Top 100 der Weltrangliste kommen. Dafür muss ich ca. 2800 Punkte in einer Meisterschaft haben. Bei der letzten deutschen Meisterschaft hatte ich 1800 Punkte. Die zählt aber nicht für die Weltrangliste. Es ist ungerecht das die Kinder und Junioren keine eigene Weltrangliste haben sonst würde ich definitiv zu den Besten gehören.

memory-sports.com: Hast Du ein Vorbild?
Konstantin Skudler: Boris Konrad, weil er den Weltrekord in Wörter merken hält und ich bin auch gut im Wörter merken.

memory-sports.com: Wann tritst Du wieder an?
Konstantin Skudler: Diese Jahr bei der Deutschengedächtnismeisterschaft und dann im November bei der Gedächtnisweltmeisterschaft.

Vielen Dank für das Interview. Dieses Interview in Englisch gibt es hier:

Deutschlands größter Gedächtnistest

26. Dezember 2008

Am 30.12.2009 zeigt die ARD die Sendung “Deutschlands größter Gedächtnistest”.
Matthias Steiner, Ulrich Wickert, Grit Boettcher, Barbara Schöneberger und Johannes B. Kerner waren die Kandidaten.
In der Vorbereitung auf die Sendung habe ich für meinen Schüler Konstantin Skudler (amtierender Kindergedächtnisweltmeister) eine Demonstration seines Könnens konzipiert. Konstantin merkte sich eine 20-stellige Zahl in einer Minute; sehr zum Erstaunen der Prominenten und dem Fernsehkoch Horst Lichter. Dieser schaffte im ersten Versuch acht Zahlen in einer Minute. Ursprünglich war geplant, Horst Lichters Leistung im Laufe der Sendung auch auf 20 Zahlen zu bringen. Leider wurde dieser Beitrag aus Zeitgründen wieder aus der Show herausgenommen. Horst Lichter war sehr enttäuscht, nun nicht in Genuß dieser Techniken zu kommen.

Konstantin Skudler bei TV total

9. Dezember 2008

Am 9. Dezember war Konstantin zu Gast bei Stefan Raab in seiner Sendung TV total. Hier merkte sich der 9-jährige Gedächtniskünstler eine 150-stellige Binärzahl (0010101…). Damit erstaunte er den Moderator sowie das Publikum. Für den Gedächtnisweltmeister selbst war es ein Kinderspiel. Wenn Sie Ihre Gedächtnisleistung auch steigern möchten nehmen Sie Kontakt zu mir auf.

Gedächtnisweltmeister bei RBB ZIBB

24. November 2008

Am 24. November zeigte das RBB Boulevardmagazin ZIBB einen Beitrag über den Berliner Konstantin Skudler und seinen Gedächtnistrainer Michael Gloschewski. Konstatnin wurde Gedächtnisweltmeister in der Kategorie “Kinder 2008″ bei der Gedächtnisweltmeisterschaft 2008 in Bahrain.

Hier der Beitrag:

Spreeradio Interview

10. November 2008

Das Medieninteresse nach dem Sieg vom 9-jähringen Konstantin aus Berlin war sehr groß. Ein Berliner Radiosender interviewte Ihn per Telefon aus Bahrain. Mich haben sie in Berlin angerufen. Hören Sie hier das Interview:
Interview Konstantin
Interview Michael Gloschewski

Gedächtnisweltmeister bei Stern TV

9. November 2008

Am 05.10.2008 waren Konstantin Skudler & ich, sein Gedächtnistrainer, zu Gast bei Günther Jauch.
Es wurde ein Bericht von der Gedächtnisweltmeisterschaft gezeigt. Ein TV Team begleitete Konstantin zu der Weltmeisterschaft im Königreich Bahrain. Im Studio brachten wir Herrn Jauch dann, aus aktuellem Anlaß der US-Präsidentwahl, die letzten 10 US-Präsidenten bei. Als kleine Demonstration merkten wir uns die Vor- und Nachnamen von 30 Studiogästen, die Konstantin dann wiedergab. Dazu hatten wir 30 Minuten Zeit.

Aber schauen Sie selbst:

Konstantin Skudler

5. November 2008

Konstantin Skudler ist 9 Jahre alt und hochbegabt. Ich trainiere mit ihm bei der Hochbegabtenförderung e.V. Bei der diesjährigen Gedächtnis-WM in Bahrain war er so erfolgreich, dass er den Weltmeistertitel in der Kinderkategorie holte. Der kleine Berliner mit dem IQ von 140 kann unter anderem etwa 500 Ziffern in einer halben Stunde in der richtigen Reihenfolge auswendig lernen.

stern TV hat Konstantin bei seiner ersten WM in Bahrain begleitet. Live im Studio zeigt er, mit welchen Tricks und Kniffen sich jeder verbessern kann.

Johannes Mallow

4. November 2008

Johannes Mallow (geb. 1981) ist ein deutscher Gedächtnissportler. Er studiert in Magdeburg Kommunikationstechnik. Daneben arbeitet er als Trainer für hochbegabte Kinder und ist für die Volkshochschule Magdeburg als Gedächtnistrainer tätig.

* 2006 Norddeutscher Gedächtnismeister
* 2007 Norddeutscher Gedächtnismeister
* 2007 Gedächtnisweltmeister in der Disziplin Historische Daten
* 2008 Norddeutscher Gedächtnismeister
* 2008 Deutscher Gedächtnismeister

Gunther Karsten

4. November 2008

Gunther Karsten (geb. 1961) ist ein deutscher Gedächtnissportler.

Seine Frau Michaela Buchvaldová-Karsten ist ebenfalls erfolgreiche Gedächtnissportlerin. Der promovierte Chemiker und Biotechnologe betreibt hauptberuflich ein Patentübersetzungsbüro. Er leitet aber auch Seminare für Mental-, Lern- und Gedächtnistraining. 1998 bis 2004 wurde er siebenmal in Folge Deutscher Meister im Gedächtnissport und unterlag 2005 dem erst 19-jährigen Clemens Mayer aus Brannenburg bei Rosenheim, der im selben Jahr auch Gedächtnisweltmeister wurde. 2007 wurde Dr. Karsten erneut deutscher Meister und erzielte das bis dahin beste Ergebnis, dass jemals in einem Gedächtnis-Zehnkampf erreicht wurde. Dadurch errang er auch den ersten Platz der Weltrangliste. Kurz danach wurde er auf der Weltmeisterschaft vom 31. August bis 2. September in Bahrain erstmals Gedächtnisweltmeister.

Er unterstützt auch die Nachwuchsförderung, seine bekannteste Schülerin ist die mehrfache Juniorenweltmeisterin und jüngste Abiturientin Deutschlands 2003 Christiane Stenger. Karsten konnte in zahlreichen Einzeldisziplinen einen Weltrekord aufstellen. So hält er z.B. in der 1 h Zahlendisziplin, bei der man sich in 60 Minuten eine willkürliche Abfolge von Dezimalziffern einprägen muss, den Weltrekord mit 1949 Ziffern. 2001, 2005 und 2006 wurde er Vize-Weltmeister, 2005 und 2006 zudem Mannschaftsweltmeister mit dem deutschen Team. Gunther Karsten hatte schon eine Reihe von Fernsehauftritten, so z.B. in der Grips-Show mit Günther Jauch, in der er anhand von Verona Feldbusch demonstrierte, wie man seine Gedächtnisleistungen mit Hilfe von Mnemotechniken enorm verbessern kann. Karsten veröffentlichte 2003 (in Zusammenarbeit mit dem FOCUS-Redakteur Martin Kunz) das in mehrere Sprachen übersetzte Buch “Erfolgsgedächtnis”.

Er ist seit 1985 Mitglied im Hochbegabtenverein Mensa. Zusammen mit anderen Gedächtnissportlern gründete er 2002 den Verein MemoryXL, dessen Präsident er von 2002 bis 2006 war.

Ben Pridmore

3. November 2008

Ben Pridmore (*geb. 1976 in Boston, England)

Ist zur Zeit der amtierende Gedächtnisweltmeister.

Seine Erfolge im Gedächtnissport:

Weltmeister in den Jahren 2004 & 2008, 2. 2007, 3, 2003 und 4. 2005 & 2006

Zur Zeit hält Ben 7 Weltrekore

Konstantin, neun Jahre alt und Gedächtnisweltmeister

2. November 2008

Diesen Knirps sollten Sie sich gut merken …

Konstantin Skudler (9) aus Berlin hat einen IQ von 140 und seine Cleverness nun sogar schriftlich: Im Königreich Bahrain gewann er die „Gedächtnis-Weltmeisterschaft“!

Der Sechstklässler paukte in einer halben Stunde 513 Einsen und Nullen in der richtigen Reihenfolge auswendig! Ein Genie mit neun Jahren!

Wie macht er das? Schon als Konstantin vier Jahre alt war, las er fehlerfrei aus einem Schulbuch vor, das auf dem Kopf lag. Dann merkte der Junge, dass er sich fast alles spielend merken kann. Konstantin: „Lange Zahlenketten zerlege ich in kurze und forme sie dann im Kopf in Gegenstände um. Ganz einfach!“ Klar, dass dem Jungen das Lernen leichtfällt – auf dem Zeugnis fast nur Einser und Zweier. „Nur in Geschichte habe ich eine Drei“, sagt Konstantin. „Das Thema lag mir nicht so …“ Und was will der kleine Schlauberger mit seinem Supergedächtnis mal werden?

Konstantin grinst: „Formel-1-Pilot.“

Quelle: Bild-Zeitung

Andi Bell

30. Oktober 2008

Andi Bell list Engländer

3 facher Gedächtnisweltmeister

1998 – Weltmeister
2002 – Weltmeister
2003 – Weltmeister

Rekorde
Memorieren eines gut-gemischten Kartenstapels mit 52 Blatt in 31,16 Sekunden
Memorieren von 1197 Karten (23 Decks und eine Karte) in einer Stunde
Memorieren von 50 fiktiven historischen Daten in fünf Minuten
Memorieren von 396 Ziffern in fünf Minuten

Dominic O’Brien

30. Oktober 2008

Dominic O’Brien (geb. 1957) ist achtfacher Gedächtnisweltmeister und Autor mehrerer Bücher zum Thema Mnemotechnik und Gedächtnissport. Am 4. November 1989 trat er bei Wetten, dass..? live aus Basel auf, wo er sich die Reihenfolge von sechs gemischten Kartenstapeln merkte und damit Wettkönig wurde.

Gedächtnisrekorde
Am 30. April 1988 stellte er schließlich seinen ersten Weltrekord auf mit dem Memorieren sechs untereinander vermischter Kartenstapel zu je 52 Blatt. 1990 waren es dann schon 35 Kartenspiele (1820 Karten), 1993 bereits 40 und 2002 schlug er alle Rekorde mit 54 Kartenspielen, d.h. er konnte bei diesem Wettbewerb die Reihenfolge von 2808 Spielkarten fast fehlerlos wiedergeben.

Als im Jahre 1991 die Gedächtnisweltmeisterschaften von Tony Buzan ins Leben gerufen wurden, war er auch einer der wenigen Teilnehmer und gewann prompt die Meisterschaften. Außer im Jahre 1994, in dem Jonathan Hancock gewann, und 1998, als er aus persönlichen Gründen nicht teilnehmen konnte, gewann er bis 2001 immer die Weltmeisterschaften, also insgesamt achtmal. O’Brien hat sich inzwischen aus dem Gedächtnissport zurückgezogen.

Aufgrund seiner großen Erfolge im Gedächtnissport und seiner Verdienste um seine Verbreitung wurde ihm 2005 der Titel GMM, Grand Master of Memory, verliehen.

Erfolge bei den World Memory Championship – Gedächtnisweltmeisterschaften:
1991 – Weltmeister
1993 – Weltmeister
1994 – Vize-Weltmeister
1995 – Weltmeister
1996 – Weltmeister
1997 – Weltmeister
1999 – Weltmeister
2000 – Weltmeister
2001 – Weltmeister
2002 – Vize-Weltmeister
2003 – 6. Platz

Dorothea ist Weltmeisterin im Merken

27. Oktober 2008

Erfolge für deutsche Gedächtnissportler aus den neuen Bundesländern bei Weltmeisterschaften in Bahrain: Die Deutsche Jugendmeisterin Dorothea Seitz (15) aus Torgelow wurde Weltmeisterin der Junioren (13 bis 18 Jahre). In zehn Disziplinen traten die Gegner an. Es ging um Zahlen, Wörter, ganze Texte, Spielkarten und Gesichter.

In den letzten Tagen vor der Weltmeisterschaft hatte sie fast nur noch geübt – so wie vor jedem Wettkampf. Im Frühjahr hat sie sich den Pokal bei der Norddeutschen Gedächtnismeisterschaft gesichert. 2007 war sie Vierte bei den “Memo-Meisterschaften” geworden.

Der deutsche Kindermeister Konstantin Skudler aus Berlin holte den Titel in der Kinderkategorie. Der Neunjährige aus der Hauptstadt lernte.

Der deutsche Kindermeister Konstantin Skudler aus Berlin holte den Titel in der Kinderkategorie. Der Neunjährige aus der Hauptstadt lernte beispielsweise innerhalb einer halben Stunde 513 Binärzahlen (Einsen und Nullen) in der richtigen Reihenfolge auswendig.

Bei den Erwachsenen musste sich der amtierende Weltmeister Gunter Karsten aus Erfurt im Zehnkampf diesmal dem Briten Ben Pridmore geschlagen geben.

Quelle: Schweriner Volkszeitung

Gedächtnisweltmeisterschaft 2008 in Bahrain

26. Oktober 2008

Zum vierten Mal in Folge ist Deutschland Teamweltmeister bei der Gedächtnis-Weltmeisterschaft. Die 17. Gedächtnis-WM in Bahrain ging für das deutsche Team erfolgreich zu Ende. Neuer Weltmeister ist zwar Ben Pridmore aus Derby/UK. Doch auf Platz zwei und drei folgen der Titelverteidiger Dr. Gunther Karsten aus Erfurt und der amtierende deutsche Meister Johannes Mallow aus Magdeburg. Die Plazierungen im Einzelnen:

1. Ben Pridmore/UK
2. Dr. Gunther Karsten/GER
3. Johannes Mallow/GER
4. Guo Chuanwei/CHN
5. Andi Bell/UK
6. Boris Konrad/GER

Damit ist Deutschland Weltmeister in der Nationenwertung (d.h. die ersten drei Athleten eines Landes).
Auch der deutsche Nachwuchs lieferte herausragende Ergebnisse. So ist die deutsche Jugendmeisterin Dorothea Seitz nun auch Juniorenweltmeisterin. Bei den Kindern hatte der erst 9-jährige Konstantin Skudler aus Berlin das beste Ergebnis.
An neuen Weltrekorden mangelte es dabei am persischen Golf nicht, es wurden fünf neue Weltbestleistungen – allesamt vom deutschen Team – erbracht:

- abstrakte Bilder: 276 Dr. Gunther Karsten (alt: 244 Dr. Gunther Karsten)
- Wörterlauf (15 min): 255 Boris Konrad (alt: 227 Boris Konrad)
- gesprochene Zahlen (1 sec): 202 Dr. Gunther Karsten (alt: 188 Clemens Mayer)
- Zahlensprint (5 min): 405 Johannes Mallow (alt: 396 Andi Bell)
- Historische Daten (5 min): 110,5 Johannes Mallow (alt: 99 Johannes Mallow)

Wir gratulieren allen Teilnehmern und besonders unserem Team für diese herausragenden Leistungen.

Johannes Mallow reist als einer der Favoriten nach Bahrain

22. Oktober 2008

RATHENOW – Johannes Mallow wird am kommenden Wochenende schwer ins Grübeln kommen. Und das nicht, weil der Doktorand an der Universität Magdeburg (Fachrichtung Kommunikationstechnik) irgendwelche fachspezifischen Probleme an seiner Hochschule zu lösen hätte. Die grauen Zellen des 28-Jährigen geraten in Bewegung, weil er an der Weltmeisterschaft der Gedächtnissportler teilnimmt.

Heute fliegt Johannes Mallow von Frankfurt/Main los. Der Donnerstag im Wüstenstaat dient der Akklimatisierung. Am Freitag starten die Wettkämpfe. Bis Sonntagmittag wird Mallow in insgesamt zehn Disziplinen sein Bestes geben.

Bei dem geistigen Zehnkampf geht es um Merkfähigkeit. Ziffern, Spielkarten und fiktive Ereignisse müssen verinnerlicht werden. Manchmal haben die Wettkämpfer fünf Minuten Zeit, sich die Dinge zu merken, manchmal werden ihnen 30 Minuten gewährt. Danach muss das Verinnerlichte fehlerfrei wiedergegeben werden.

Johannes Mallow, der seit rund fünf Jahren intensiv Gedächtnissport betreibt, hat es in dieser Zeit zu einigem Ruhm gebracht. In Tuttlingen gewann er in diesem Sommer die Deutsche Meisterschaft, bei den Weltmeisterschaften in Bahrein wurde er im vergangenen Jahr Sechster. Außerdem gelang ihm dort in der Teildisziplin „Historische Daten“ ein fulminanter Weltrekord. Nach fünf Minuten Merkzeit hatte Mallow von 110 fiktiven Ereignissen 99 richtig wiedergegeben. Das war zuvor noch niemandem gelungen.

In Tuttlingen stellte er im „Zahlenmarathon“ eine neue persönliche Bestleistung auf, indem er nach 30 Minuten Merkzeit sage und schreibe 1046 Ziffern hintereinander weg rezitierte. Es sind vor allen Dingen die „Marathon“-Disziplinen mit 30 Minuten Merkzeit, in denen der Rathenower sich in den vergangenen zwei Jahren enorm verbessert hat. Im „Sprint“, bei dem es nur fünf Minuten Merkzeit gibt, war er schon vorher sehr gut.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass Mallow als einer der Favoriten nach Bahrain reist. In der aktuellen Weltrangliste der Gedächtnissportler wird er derzeit auf Rang 4 geführt. Er selber geht selbstbewusst in das Turnier. „Von Platz 1 bis Platz5 ist alles möglich“, sagt er. Es hänge stark von der Tagesform ab, was am Ende herauskomme. Und von der Konkurrenz. Vor allem die Chinesen seien sehr schwer einzuschätzen.

Landet Mallow ganz vorne, dann kann sich das auch finanziell lohnen. Im vergangenen Jahr heimste der Gewinner 10000 Dollar ein, Johannes Mallow bekam für seinen sechsten Platz 1000 Dollar. Angesichts der Tatsache, dass Mallow die Reisekosten aus eigener Tasche bestreiten muss, relativieren sich diese Summen allerdings.

Von Markus Kniebeler

Quelle: Märkische Allgeimeine

Ankündigung der Gedächtnis-Weltmeisterschaft 2008 in Bahrain

18. Oktober 2008

Die erste Gedächtnisweltmeisterschaft fand 1990 in London statt. Bis 2003 blieb die WMC auch in London und wanderte 2003 nach Kuala Lumpur, Malaysia. England war dann 2004 mit Manchester, 2005 mit Oxford und 2006 London wieder Ausrichter der Gedächtnisweltmeisterschaft. Das Interesse am Gedächtnissport stieg nicht nur in Europa, sondern weltweit. Die Ausrichtung in Bahrain ist ein Beleg dafür. Die Teilnehmer kommen nicht nur aus Europa, sondern werden internationaler. Mit China, Indien und Japan kommen nun mehrere Gedächtnissportler aus Asien. Es werden damit wirkliche “Weltmeisterschaften” und nicht mehr nur 3 Länderkämpfe. Die drei stärksten Nationen waren immer England, Deutschland und Österreich. Die Konkurrenz wird in den nächsten Jahren sicher sprunghaft steigen.

Erst im Jahre 2005 gelang es den deutschen Gedächtnissportlern, die Serie der englischen Siege zu beenden. Clemens Meyer wurde 2005 und 2006 Gedächtnisweltmeister. In beiden Jahren gelang es auch Deutschland, die Nationenwertung zu gewinnen. Ein Team besteht dabei aus den jeweils besten 3 Sportlern aus jedem teilnehmenden Land. 2005 und 2006 waren die drei besten deutschen Sportler: Clemens Mayer, Dr. Gunther Karsten und Boris Konrad. Die Weltmeisterschaften werden in 10 verschiedenen Disziplinen ausgetragen, ähnlich wie beim Zehnkampf in der Leichtathletik.

Es werden bestimmt sehr spannende Wettkämpfe, die vom 31. August – 2. September 2007 im Crowne Plaza Hotel in Manama, Bahrain stattfinden. Die Gedächtniskünstler werden sich messen und die Chancen, die Titel zu verteidigen, stehen gut. Gunther Karsten reist als Weltranglisten-Erster nach Bahrain. Er stellte einen neuen Punkterekord bei der Deutschen Gedächtnismeisterschaft in Tuttlingen auf. Die anderen deutschen Gedächtnissportler präsentierten sich bei der deutschen Gedächtnismeisterschaft auch in sehr guter Form. Es werden 6 Deutsche Gedächtniskünstler, alle vom Verein MemoryXL, nach Bahrain fliegen und um die Preisgelder von insgesamt 30.000 US-Dollar kämpfen.

Deutsche Gedächtnismeister 2008 in Tuttlingen

29. Juli 2008

Am 25./26.07.2008 fand in Tuttlingen die 11. Deutsche Gedächtnismeisterschaft statt. Bei den Erwachsenen siegte der Student Johannes Mallow (27) aus Magdeburg und ist nun neuer Deutscher Meister im Gedächtnissport. [singlepic=332,160,120,,left]
In einem spannenden Wettkampf setzte er vor Cornelia Beddies (19) aus Pfullingen und Boris Konrad (24) aus Hattingen durch.[singlepic=331,160,120,,right]
Es waren wieder sehr gute Leistungen zu bewundern und es gab einen neuen deutschen Rekord von Cornelia Beddies in der Disziplin Zahlen merken in 5 Minuten von 330 Zahlen. Boris Konrad merkte sich z.B. in 15 Minuten 168 Namen und Gesichter. Und der neue Deutsche Meister, Johannes Mallow, merkte sich in 30 Minuten 10 komplette Kartenspiel mit 52 Karten. Hier finden Sie alle Disziplinen bei Meisterschaften. Der Verfasser dieses Artikels, der Gedächtnistrainer Michael Gloschewski, wurde 10. bei der Gedächtnismeisterschaft 2008.

[singlepic=330,160,120,,left]
Bei den Junioren setzte sich die Schülerin Dorothea Seitz (15) vom Internatsgymnasium Schloß Torgelow durch. Es war ein sehr knapper Zweikampf an der Spitze den Stephanie Bünter (16) aus Niebüll in der letzten Disziplin des 10-Kampes verlor und somit Zweite wurde. Als dritte kam Anna Barwinski (13) aus Neuenrade ins Ziel. Anna hatte die letzten Jahre in der Kinder Kategorie gewonnen und hat sich sehr gut bei den Junioren eingeführt.

[singlepic=329,160,120,,left]
Bei den Kindern gewann Konstantin Skudler (9) aus Berlin. Das hat mich natürlich sehr gefreut da ich ihn trainiere. Wir haben gut trainiert und Konstantin gewann mit einem komfortablen Vorsprung. Er merkte sich zum Beispiel beim Zahlenmarathon 209 Ziffern in 15 Minuten. Einen weiter tolle Leistung von Konstantin Skudler bei Clipfish-tv.

[singlepic=333,320,240,,left]

Gedächtnissportler bei Unter Uns

2. November 2007

Am Freitag, den 02. November 2007, war Johannes Mallow bei der MDR-Talkshow “Unter uns”. Hier sprach der Gedächtnissportler und Gedächtnistrainer über seine Erfolge bei der Gedächtnisweltmeisterschaft in Bahrain. Dort stellte er eine Weltrekord im Merken von Historischen Daten auf – er schaffte 99 Daten in 5 Minuten! Live in der Sendung demonstrierte er sein Können, in dem er sich Gegenstände einprägte, die wie bei dem ersten populäre Gedächtnisspiel “Am laufenden Band” gezeigt wurden.

Ein trainiertes Gehirn bringt erstaunliche Leistungen. Jeder kann die Techniken erlernen, egal in welchem Alter. Ob der Ehrgeiz des Trainings bis zur Gedächtnismeisterschaft reicht sei dahingestellt, aber eine dramatische Gedächtnisverbesserung ihres Zahlengedächtnis und Namensgedächtnis ist auf jeden Fall möglich.

Johannes ist wie ich Gedächtnistrainer bei der Hochbegabtenförderung e.V. und trainiert dort Kinder.

Schauen Sie selbst:

Teil 1

Teil 2

Clipfish TV – Gedächtnisshow

24. Oktober 2007

Als mich Mitte Juli RTL anrief und mich nach jungen Talenten fragte, die Sie für eine Gedächtnisshow casten wollten, sagte ich: “Sie sprechen mit einem jungen Talent, ich bin erst 35″. Naja, ich war wohl schon zu alt, sie suchten Kinder. Ich trainiere mehrere Kindergruppen bei der Hochbegabtenförderung und an Grundschulen. Dadurch konnte ich einige Kinder empfehlen. Die Sendung um die es ging war Clipfish TV mit dem Moderator Matze Knop. Es werden die besten Clips aus dem Internetportal präsentiert und einige “Künstler” in die Sendung eingeladen. Ich traf mich mit dem Redakteur und wir überlegten, was möglich wäre zu demonstrieren. Wir kamen auf Glühbirnen, die in einer Reihe aufgestellt werden und entweder an- oder ausgeschaltet sind. Das Kind war auch schnell gefunden: Konstantin Skudler. Der 8jährige Berliner ist seit ca. 2 Jahren in meinem Gedächtniskurs. Diese kleine Übung stellte für ihn nicht wirklich eine große Herausforderung dar.

Als die Show dann am 15. August aufgezeichnet wurde, gab es auch eine lustige Szene. Der Aufnahmeleiter hatte Probleme, die 30 Glühbirnen, die ursprünglich auf einem weißen Sockel standen zu filmen, da man nur geblendet war, aber sonst nichts sah. Der Sockel wurden schwarz abgeklebt, was natürlich einige Zeit dauerte. Der Aufnahmeleiter fragte, ob sich das denn eigentlich lohnen würde und ob Konstantin das denn wirklich könne. Der kleine Gedächtniskünstler memorierte mal schnell zum Aufwärmen alle Glühbirnen… und der Aufnahmeleiter war beruhig und klebte weiter ab.

Die Show wird immer am Samstag von 15.45 Uhr bis 16.15 Uhr auf RTL ausgestrahlt. An einem der nächsten Termine ist Konstantin Skudler mit den Glühbirnen zu sehen. Es lohnt sich – schauen Sie es sich an.

Gedächtnisweltmeister in der Johannes B. Kerner Show

20. September 2007

Am 19.09.2007 waren Gunther Karsten & Simon Reinhard bei Johannes B. Kerner zu Gast in der Sendung.
Gunther Karsten & Simon Reinhard sind Gedächtnissportler und waren bei der Gedächtnisweltmeisterschaft der World Memory Championchips – WMC – die Anfang September im Königreich Bahrain statt fand sehr erfolgreich.
Gunther Karsten wurde Gedächtnisweltmeister und Simon Reinhard wurde Dritter in der Gesamtwertung der Gedächtniskünstler. Zusammen sind Sie Mannschaftsweltmeister geworden mit Boris Konrad der Vierter der Gesamtwertung wurde. Eine Mannschaft besteht bei den Gedächtniswettkämpfen immer aus den drei besten Sportlern das Landes.

Simon Reinhard war schon vergangene Woche in der Sendung und stellte da seine Merkfähigkeit unter Beweis. Auch in dieser Sendung sollten die Gedächtniskünstler Ihr Können erneut demonstrieren. Simon Reinhard merkte sich 20 Prominente in der richtigen Reihenfolge. Die Bilder waren jeweils nur für 3 Sekunden zu sehen. Diese Art des Memorierens ist keine Meisterschaftsdiziplin. Trotzdem merkte sich der Mentalathlet die richtige Reihenfolge. Er machte dies mit einer Mischung von den Klassischen Merkmethoden. Der Routenmethode, bei der ein fester Weg mental abgegangen wird und an den markanten Punkten Informationen angehängt werden und der Geschichtsmethode, bei der die zu merkenden Dinge in eine möglichst kreative Geschichte verpackt werden. Marylin Monroe flirtet mit Helmut Kohl und im Boxring steht Muhammad Ali und Verona Pooth schaut fasziniert zu….

Johannes B. Kerner war von den Merkleistungen fasziniert und brachte den Einwand, dass sich viel mehr Informationen zu merken doch schwieriger wäre, als die einzelnen Prominenten. Diese Einwand höre ich als Gedächtnistrainer bei meinen Vorträgen und Seminaren häufiger. Dem ist nicht so, ganz im Gegenteil. Unser Gehirn ist komplex und kann sich komplexe Informationen viel leichter merken als isolierte Fakten. Unser Gehirn denkt in Bildern und und je mehr Informationen es bekommt desto mehr Verknüpfungen werden im Gehirn angelegt. Die Information ist besser verankert und wird dann auch leichter “wieder gefunden”.

Gunther Karsten merkte sich eine 100stellige Zahl die in 2er Blöcke auf einer Karte standen. Herr Kerner forderte das Fernsehpublikum auf, doch auch mit zu machen. Diese ist eine eher aussichtslose Idee, denn ohne Merktechniken ist dies nicht zu machen. Sie können sich höchsten 7 Informationsblöcke merken. Dies fand schon der Londoner Lehrer J. Jacobs 1887, als er das Lernvermögen seiner Schüler testen wollte. Daraus entstanden IQ Tests, bei denen eine Merkleistung von 8-9 Informationen im Geniebereich angesiedelt werden. Das wäre dann ein von IQ über 150. Also verzweifeln Sie nicht bei dem Versuch! Ohne die richtige Technik ist das nicht zu machen. Das erklärte Simon Reinhard auch in den knapp 2:30 Minuten dem Moderator. Das es eine Routhenmethode gibt und die Zahlen bestimmten bildlichen Assoziationen zu geordnet werden.

Es war eine sehr knapp bemessene Zeit und auch keine optimalen Bedingungen für den Weltmeister. Eine Fernsehsendung ist nicht der beste Platz um sich voll zu konzentrieren. Trotzdem gelang es dem Sportler 94 Zahlen richtig wiederzugeben und nur bei 3 Blöcken zu grübeln. Lassen Sie es mich so sagen: er hat nicht 3 Blöcke vergessen, sondern sich 47 Blöcke in nur 2:30 Minuten gemerkt. Eine hervorragende Leistung! Bei den Meisterschaften ist der persönliche Rekord von Gunther Karsten 320 Ziffern in 5 Minuten.

Dann ging es noch zum ultimativen Merkspiel: dem Memory. Hier traten die beiden Gedächtniskünstler gegeneinander an und merkten sich 64 Bilder, die Sie dann richtig wieder geben sollten. Hierbei gelang es Simon Reinhard etwas schneller zu sein als der Weltmeister.

Diese Übungen trainieren die Gedächtnisportler nicht. Sie können mit ihrem trainierten Gehirn aber trotzdem faszinierende Dinge tun. Dies ist ein weiterer Beweis, was Sie mit Ihrem Gehirn auch könnten, wenn Sie es regelmäßig fordern und fördern. Der Verein der sich mit dem Gedächtnissport beschäftigt ist MemoryXL.

Aber schauen Sie selbst:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Gedächtnistraining bei der Johannes B. Kerner Show

13. September 2007

Am 12.09.2007 war Simon Reinhard bei Johannes B. Kerner zu Gast in der Sendung. Simon Reinhard ist Gedächtnissportler und war bei der Gedächtnisweltmeisterschaft der World Memory Championchips – WMC – die Anfang September im Königreich Bahrain statt fand dabei. Er belegte bei der im Zehnkampf ausgetragenen Gedächtnisweltmeisterschaft einen hervorragenden 3. Platz und wurde zusammen mit Gunther Karsten und Boris Konrad sogar Mannschaftsweltmeister.
Simon Reinhard ist aktiver Gedächtnissportler und nimmt seit 2005 an Regionalen und seit 2006 an Nationalen Gedächtnismeisterschaften teil. Er gewann sogar die diesjährige Süddeutsche Gedächtnismeisterschaft die vom Verein Memory XL jährlich ausgerichtet wird. Das erstaunlich an diesem Titel ist das er den zu dieser Zeit noch amtierenden Gedächtnisweltmeister Clemens Meyer auf den 2. Platzt verweisen konnte.

In der Talk Show wurde über die Gedächtnistechniken gesprochen und über die Anwendung im Alltag. Das diese Techniken jeder erlernen kann und diese seit Jahrhunderten bewährt sind stieß auf die “normale” Verwunderung. Es sind bestimmt 90% Techniken und zu 10% Begabung. Sie werden vielleicht nicht gleich Weltmeister aber die vergessene Telefonnummer oder PIN Nummer gehört der Vergangenheit an.

Simon memoriert ein 52 Blatt Kartenspiel live in der Sendung. Seine Fähigkeit dies so nebenbei als Johannes B. Kerner seinen nächsten Gast Uri Geller interviewte fand ich sehr beeindruckend. Dieser packte natürlich seine mystische Sicht der Dinge dazu und verfehlte damit den Kern der Sache völlig. Das Kartenspiel gab der Gedächtniskünstler natürlich exakt wieder. Dann stapelte er etwas zu tief das es diesmal nicht eine Minute war, wie bei der WMC, sonder etwas länger. Die Unruhe um Ihn herum war auch erheblich größer.

Damit noch nicht genug des Gehirnjoggings. Simon Reinhard sollte auch noch die Namen des Studiopublikums memorieren. Diese Disziplin gewann der Student aus München bei der Gedächtnisweltmeisterschaft sogar. Die rund 50 Namen memorierte er in ca. 10 Minuten und nannte dann die Namen der Zuschauer. Dieses zeigt eindrucksvoll was mit einem trainierten Gehirn machbar ist. Es sind wirklich nur Techniken die jeder erlernen kann.

Aber schauen Sie selbst:

Tony Buzan eröffnet Gedächtnisweltmeisterschaft 2007 in Bahrain

2. September 2007

Die mit Spannung erwartete Gedächtnisweltmeisterschaft fand vom 31. August bis 2. September 2007 im Königreich Bahrain statt. Die Gedächtnissportler kamen aus England, Deutschland, Österreich, Hong Kong, China, USA, Indien, Mexico, Brasilien, Ägypten, Malaysia, Nigeria, Dänemark, Neuseeland und Schweden. Am Donnerstag Abend wurde die WMC feierlich von Tony Buzan und Scheich Hamad eröffnet.Am Freitag ging es dann los mit der ersten Disziplin, den Abstract Images. Hier gewann “erwartungsgemäß” Gunther Karsten, der auch den Weltrekord in dieser Disziplin hält. Bei den 30 Minuten Binärzahlen gab es schon den ersten neuen Weltrekord: Ben Pridmore verbesserte seinen eigenen Rekord von 3915 auf 4140 Binärzahlen. Bei der dritten Disziplin, den 60-Minuten-Zahlen, gewann der Chinese Wu Tiansheng mit 1820 Ziffern.

Der Samstag startete mit den 15 Minuten Namen & Gesichtern, bei denen der “Geheimfavorit” Simon Reinhard mit 161 Punkten (je Vor- und Nachname ein Punkt) siegreich war. Den Zahlensprint (fünfte Disziplin) gewann dann wieder Ben Pridmore mit 365 Zahlen. Die sechste Disziplin Historische Daten konnte der Magdeburger Johannes Mallow mit einem neuen Weltrekord von 99 Daten gewinnen. Einen “Ausrutscher” brachte aus Sicht von Ben Pridmore die siebente Disziplin, der Kartenmarathon. Hier versuchte der Engländer mit 30 Kartenspielen einen neuen Rekord aufzustellen. Es gelang ihm aber “nur”, 10,5 Spiele richtig wiederzugeben. 20 Kartenspiele gab Gunther Karsten wieder und gewann damit den Kartenmarathon. Fazit Tag zwei: die Spitze ist dicht zusammen und es wird ein spannender Finaltag.
Der Sonntag – Finaltag 8ter Wettkampf: 15 Minuten Wörter, hier gelang es Boris Konrad aus Hattingen, seine Weltranglisten-Führung zu bestätigen. Er schaffte 192 Wörter. Nun blieben nur noch zwei Wettkämpfe, die die Entscheidung bringen mussten. Die Auditiven Zahlen gewann wieder Ben Pridmore mit 129 Zahlen.Vor der letzten Disziplin lagen die ersten beiden Sportler mit 94 Punkten auseinander. Da es zwei Durchgänge bei den Speedcards, dem 5 Minuten Kartensprint gibt, bleiben dort Möglichkeiten zum Taktieren. Im ersten Durchgang schafften Ben Bridmore & Gunther Karsten jeweils 57 Sekunden. Dann wurde gerechnet und geprüft. Ben Bridmore lag immer noch 94 Punkte in Führung. Wenn Gunther Karsten gewinnen wollte, musste er das 2. Kartenspiel in ca. 47 Sekunden memorieren, und Ben Pridmore durfte sich nicht verbessern. Nun war die Spannung nicht mehr zu steigern. Ben Pridmore hatte auf der Anzeige eine Zeit von 30 Sekunden und Gunther Karsten von 47,12 Sekunden. Ben Bridmore hatte bei der 30te Karte einen Fehler und sich somit nicht verbessert. Das Kartenspiel von Gunther Karsten stimmte. Damit hatte der Deutsche mit 22 Punkten Vorsprung gewonnen.
Dass bei dem Kartensprint die Chinesen dominierten, ging fast unter in der Spannung. Die Chinesin Chen Yu Juan gewann hier in der Zeit von 28,15 Sekunden.

WMC 07 GruppenbildWMC 07 deutsches TeamWMC 07 Deutsches Teilnehmer

Die Endergebnisse:
1. Dr. Gunther Karsten ( Deutschland, Erfurt – Patentübersetzer)
2. Ben Pridmore (England)
3. Simon Reinhard (Deutschland, München – Student)
4. Boris Konrad (Deutschland, Hattingen – Student)
5. Liu Ping (China)
6. Johannes Mallow (Deutschland, Magdeburg – Student)

Es war ein spannender Kampf, den Dr. Gunther Karsten mit 22 Punkten Vorsprung für sich entscheiden konnte, damit ist er neuer Gedächtnisweltmeister. Damit gewinnt der 8-fache Deutsche Meister und 3-fache Vizeweltmeister (2001, 2005, 2006) nun auch die Weltmeisterschaft. Die Deutsche Mannschaft hat ihren Team-Weltmeistertitel erfolgreich verteidigen können, zum dritten Mal in Folge. Das Team besteht aus jeweils den Besten drei Sportlern aus einem Land. Im Deutschen Team waren Dr. Gunther Karsten (m), Simon Reinhardt (r), Boris Konrad (l) WMC 07 deutsches TeamNeue Weltrekorde in folgenden Disziplinen: 30 Minuten Binärzahlen: Ben Pridmore 4140 digits World Record5 Minuten
Historische Daten: Johannes Mallow 99 dates World Record
Die 6 deutschen Teilnehmer, vom Verein Memory XL, schnitten hervorragend ab:
1. Dr. Gunther Karsten ( Deutschland, Erfurt – Patentübersetzer) (3vl)
3. Simon Reinhard (Deutschland, München, Student) (5vl)
4. Boris Konrad (Deutschland, Hattingen – Student) (2vl)
6. Johannes Mallow (Deutschland, Magdeburg – Student) (6vl)
14. Jürgen Petersen (Deutschland, Niebüll – Gedächtnistrainer) 1vl)
23. Mia Körkemeyer (17, Deutschland, St.-Peter-Ording – Abiturientin) (4vl) wurde sogar noch Junioren-Weltmeisterin.

Gedächtnisweltmeisterschaft WMC in Bahrain

27. August 2007

Am nächsten Wochenende findet die Gedächtnisweltmeisterschaft World MemoryChampionchips – WMC – statt. Dieses Mal fahren die Gedächtnissportler ins Königreich Bahrain in die Hauptstadt Manama.

Die Gedächtnisweltmeisterschaft fand das erste Mal in der englischen Hauptstadt London 1990 statt. Tony Buzan richtet die WMC aus und ruft jährlich alle Gedächtnissportler zum Wettkampf auf. Bis 2003 blieb die WMC auch in London und ging erst 2003 nach Kuala Lumpur, Malaysia. England war dann 2004 mit Manchester, 2005 mit Oxford und 2006 London wieder Ausrichter der Gedächtnisweltmeisterschaft. Das Interesse am Gedächtnissport stieg nicht nur in Europa, sondern weltweit. Die Ausrichtung in Bahrain ist ein Beleg dafür.

Die Teilnehmer kommen nicht nur aus Europa, sondern werden internationaler. Mit China, Indien und Japan kommen nun mehrere Gedächtnissportler aus Asien. Es werden damit wirkliche “Weltmeisterschaften” und nicht mehr nur 3 Länderkämpfe. Die drei stärksten Nationen waren immer England, Deutschland und Österreich. Die Konkurrenz wird in den nächsten Jahren sicher sprunghaft steigen.

Erst im Jahre 2005 gelang es den deutschen Gedächtnisportlern, die Serie der englischen Siege zu beenden. Clemens Meyer wurde 2005 und 2006 Gedächtnisweltmeister. In beiden Jahren gelang es auch Deutschland, die Nationenwertung zu gewinnen. Ein Team besteht dabei aus den jeweils besten 3 Sportlern aus jedem teilnehmenden Land. 2005 & 2006 waren die 3 besten deutschen Sportler: Clemens Mayer, Dr. Gunther Karsten und Boris Konrad. Die Weltmeisterschaften werden in 10 verschiedenen Disziplinen ausgetragen, ähnlich wie beim Zehnkampf in der Leichtathletik.

Es werden bestimmt sehr spannende Wettkämpfe, die vom 31. August – 2. September 2007 im Crowne Plaza Hotel in Manama, Bahrain stattfinden. Die Gedächtniskünstler werden sich messen und die Chancen, die Titel zu verteidigen, stehen gut. Gunther Karsten reist als Weltranglisten-Erster nach Bahrain. Er stellte einen neuen Punkterekord bei der Deutschen Gedächtnismeisterschaft in Tuttlingen auf. Die anderen deutschen Gedächtnissportler präsentierten sich bei der deutschen Gedächtnismeisterschaft auch in sehr guter Form. Es werden 6 Deutsche Gedächtniskünstler, alle vom Verein MemoryXL, nach Bahrain fliegen und um die Preisgelder von insgesamt 30.000 US-Dollar kämpfen.

5. Norddeutsche Gedächtnis- Meisterschaft

24. April 2007

Gedächtnistraining fürs Gehirn “Von Spielkarten und historischen Daten”
19 Teilnehmer aus sechs Bundesländern kämpften in diesem Jahr in Niebüll bei den 5. Norddeutschen Gedächtnis-Meisterschaften um Ehre und Titel.
Niebüll/kon

Niklas Rohde stützt seinen Kopf in beide Hände. Seine Füße wippen nervös. „Noch eine Minute“, sagt der professionelle Gedächtnis-Sportler und Trainer Jürgen Petersen nach dem Blick auf seine Stoppuhr. Noch eine Minute, um sich einen Stapel Spielkarten in der vorgegebenen Zufalls-Reihenfolge in wenigen Minuten zu merken. 19 Teilnehmer sind zu den 5. Norddeutschen Gedächtnis-Meisterschaften in das Nordfriesische Innovations-Center in Niebüll gekommen, darunter auch vier Nordfriesen aus Niebüll und Leck. Sie treten in verschiedenen Altersklassen gegeneinander an, um zu ermitteln, wer das Leistungspotenzial seines Gehirns am besten voll ausnutzen kann. Es gilt nämlich, einen zweiten Spielkarten-Stapel in fünf Minuten genauso zu sortieren wie den ersten.

Patrick Fege aus Nordrhein-Westfalen geht die Sache ruhig an. Der Junge wird am Ende Zweiter bei dieser Meisterschaft – in der Gruppe der Sechs- bis Zwölfjährigen. Den ersten Platz erreicht in dieser Klasse Anna Sophie Barwinski: Sie ist damit Norddeutsche Gedächtnis-Meisterin und kommt ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen. Den dritten Platz hat sich der Niebüller Niklas Bünter erkämpft, gefolgt von Konstantin Skuler aus Berlin – mit acht Jahren der Jüngste beim Wettbewerb.

In der Klasse der Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren haben die Nordrhein-Westfalen ebenfalls die Nase vorn: Hier heißt der Norddeutsche Gedächtnis-Meister 2007 Mirco Scheffler. Ihm folgen auf Platz zwei Mia Körkemeyer aus Leck und auf Platz drei Philipp Boos aus Bonn. Mia Körkemeyer, die ihr Gedächtnis erst seit drei Wochen nach Jürgen Petersens Methode trainiert, ist mit einem zusätzlichen Pokal als beste „Newcomerin“ ausgezeichnet worden. In der Klasse der Erwachsenen gelingt es Johannes Mallow aus Brandenburg einen Rekord aufzustellen und sich nach 2006 auch in diesem Jahr den Meister-Titel zu sichern. Mallow kann sich 89 fiktive historische Daten in fünf Minuten merken. Der Weltrekord liegt bei 95 Daten. Platz zwei hat sich Boris Konrad aus Hattingen bei Dortmund gesichert und den dritten Platz die Ostfriesin Katrin Buhr.

Der spannende erste Tag endet mit einer Zauber- und Gedächtnisshow sowie der Siegerehrung. Während der Show beweist Gedächtnis-Künstler Karl-Heinz Christensen aus Lütjenhorn, dass auch ein 68-Jähriger ein leistungsfähiges Gehirn haben kann – wenn es trainiert wird. Ein Höhepunkt des Abends ist dann der Auftritt des Weltmeisters im Becherstapeln: Boris Konrad. Gedächtnis-Profi Franz-Josef Schumeckers bringt den Zuschauern seine Technik bei. Und Zauberer „Arrani“ aus Niebüll verblüfft seine gut 100 Zuschauer mit perfekter Illusion.

Quelle: Nordfriesland Tageblatt

Binärzahlen

6. Dezember 2006

Aufgabe: In 5/30 min sind möglichst viele Binärzahlen (also 0 und 1 in willkürlicher Reihenfolge, z.B. 00101111010101011111000…) einzuprägen. Die Ziffern sind zeilenweise auf einem weißen Blatt angeordnet, wobei 30 Binärzahlen in einer Zeile stehen; jedes Blatt zeigt 25 Zeilen, also 750 Binärzahlen. Fast unmittelbar nach der Einprägzeit sind die memorierten Binärzahlen in der Wiedergabezeit von 10/60 min aus dem Gedächtnis aufzuschreiben.
Hier gibt es folgende Variationen :
Memorierphase 5 Min – Wiedergabe 15 Min bei Regionalen Meisterschaften
Memorierphase 30 Min – Wiedergabe 60 Min bei WM und DM

Rekorde:
5 Min – 15 Min

  • Deutscher Rekord : 751 Binärzahlen – Cornelia Beddies
  • Weltrekord : 780 Binärzahlen – Ben Pridmore (England)

30 Min – 60 Min

  • Deutscher Rekord : 3570 Binärzahlen – Gunther Karsten
  • Weltrekord : 4140 Binärzahlen – Ben Pridmore (England), WMC 2007 – Bahrain

Weiter Disziplinen sind:

Hauptsache nicht gewöhnlich

6. November 2006

Von Katrin Zöfel / SZ vom 6.11.2006

Sie müssen sich die Abfolge von Pokerkarten, hundert gesprochene Zahlen oder Gesichter plus Namen merken: Gedächtnissportler. Die besten von ihnen aus Deutschland, Österreich und England haben sich gestern in einem Hotel in Weilimdorf gemessen.
Gedächtnismeister messen sich

Artikel aus der Stuttgarter Zeitung vom 06.11.2006
Die 05 steht für TV-Richterin Barbara Salesch, wahlweise für eine Lee-Jeans. Die Zahl 24 symbolisiert einen Hofnarren oder eine Narrenkappe. Will Physikstudent Boris Konrad sich die Zahlenkombination 0524 merken, stellt er sich Barbara Salesch mit einer Narrenkappe vor. Für die 2405 erscheint vor seinem inneren Auge ein Hofnarr, der gerade dabei ist, sich in eine Lee-Jeans zu zwängen. “Jeder entwickelt sein eigenes System, um sich die Dinge zu merken”, erklärt Konrad. Je ungewöhnlicher die Eselsbrücke, desto besser funktioniere sie.
Konrad ist Präsident des Vereins MemoryXL, Deutschlands größtem Verein für Gedächtnis-Training. Zudem ist er Organisator der offenen Gedächtnismeisterschaften, die gestern im Holiday Inn in Weilimdorf stattgefunden haben. Selbst aus England und Österreich reisten die Wettkämpfer an. Monatelang haben die 20 Startenden trainiert, um im Wettbewerb die Reihenfolge von Pokerkarten blitzschnell aufzunehmen und wiederzugeben oder sich lange Zahlenreihen einzuprägen. Die Regeln im Wettkampf sind streng: Macht man in der langen Reihe von hundert Zahlen einen Fehler, zählen nur die bis dahin gemerkten Ziffern als richtig. Schleicht sich in der Kartenabfolge der Pokerkarten ein Fehler ein, vergibt die Jury die halbe Punktzahl. Zwei Fehler lassen die Punktzahl auf Null sinken.

“Das meiste ist Handwerk”, erklärt Physik-Student Konrad. Jeder, der sich die richtige Technik aneigne, könne schon bald echte Erfolge erreichen. “Man muss kein Zahlengenie sein, um sein Gedächtnis zu trainieren.” Konrad stieß im Internet auf MemoryXL. “Ich war kurz vor dem Abitur und wollte meine Lerntechnik verbessern”, erzählt er. Konrad blieb dabei und hält inzwischen den Weltrekord im Wörter memorieren. Er darf sich sogar Gedächtnisgroßmeister nennen.
Die Technik, Zahlen und Gegenstände miteinander zu verknüpfen – wie die 05 mit der Lee-Jeans – ist für einen Gedächtnissportler nur der erste Schritt. Die Reihenfolge von Zahlen prägt er sich ein, indem er sich auf einen imaginären Spaziergang zum Beispiel von seiner Haustüre zur Tür des besten Freundes begibt. “Was sich dort am Wegesrand findet, merkt man sich in der richtigen Reihenfolge”, erläutert Konrad. Taucht die 05 im Wettkampf auf, denkt sich Konrad blitzschnell eine Geschichte aus, warum die Lee-Jeans am Gartenzaun seiner Eltern auftauchen könnte. Folgt im Wettbewerb die 24, legt Konrad die Narrenkappe in Gedanken am Kiosk ab, der neben dem Garten steht.
Gedächtnissport ist viel kreativer als zum Beispiel Schach”, sagt Ben Pridmore. Der Engländer führt die Weltrangliste der Gedächtnissportler an. Beim Schach sei schon längst festgelegt, welche Wege die Figuren gehen könnten, im Gedächtnissport baue jeder sein eigenes System: “Es geht wirklich um Kreativität.” Der Engländer gehört zu den großen Alten des Wettbewerbs. 2000 stieß er auf den Mentalsport, 2002 beschloss Pridmore, Gedächtnisweltmeister zu werden, 2004 hatte er es geschafft. Warum es ihm gelang, und anderen nicht? “Man muss die richtige Art von Gehirn haben”, sagt der 30-Jährige. “Aber ich bin lange nicht mehr so gut, wie ich mal war.” An Wettkämpfen nimmt er immer noch teil, nicht nur aus Ehrgeiz: “Man trifft nette Menschen, das sind ganz besondere Charaktere.
An diesem Abend entscheidet Gedächtnisweltmeister Clemens Mayer den Wettkampf für sich. “Es war knapp, sehr knapp”, sagt der 21-jährige Jura-Student aus München im Rückblick. Erst die Königsdisziplin brachte ihm den sicheren Sieg: er merkte sich die Reihenfolge von 52 Pokerkarten, und das in gerade mal 49,8 Sekunden. Der aktuelle Weltrekord liegt bei 31,0 Sekunden.

Quelle: Katrin Zöfel / Stuttgarter Zeitung vom 06.11.2006

Nächste Seite »