Interview Memocamp von memory-sports.com
11. Juni 2009
Diese Interview wurde von www.memory-sports.com in Kooperation mit Michael Gloschewski Gedächtnistrainer geführt. Lesen Sie hier das Interview:
memory-sports.com: Wie kamst Du auf die Idee, eine Website für Merktechniken zu machen?
Memocamp: Ich wollte effizient trainieren, aber ich hatte nur viele kleine Programme und selbst gemachte Exel-Listen. Einige der Programme arbeiteten nur unter Windows und ich konnte sie nicht auf meine speziellen Bedürfnisse konfigurieren.
memory-sports.com: Warum konntest Du nicht den MemoryXL Trainer verwenden?
Memocamp: Der Trainer ist gut für Anfänger, aber für einen Profiathleten ist es nicht gut genug. Es gibt keine Meisterschaftsstandarts und keine Fehlerauswertung. Der Trainer ist ungefähr acht Jahre alt und wird langsam überholt.
memory-sports.com: Also ist die neue Webseite nur was für Profis?
Memocamp: Es ist für beide. Auf der einen Seite die Anfänger, die beim Lernen Ihrer Systeme unterstützt werden und auch Beispielsysteme bekommen. Auf der andern Seite die Profis die an Meisterschaften teilnehemen. Mit Ihren speziellen Systemen und eine Fehlerauswertung die kieine Wünsche offen lässt.
memory-sports.com: Also man kann sein eigees System einpflegen?
Memocamp: Exat! Man kann seine eigen Systeme verwenden und zum lernen sogar anzeigen lassen. Also wer z.B. ein 1000er System hat kann sich das anzeigen lassen, sogar mit Bildern, wenn er welche hat.
memory-sports.com: Welche Systeme können erstellt werden?
Memocamp: Alle gängigen Systeme. Das normale Mastersystem mit 2 Ziffern oder 3 Ziffern. Ein PO System oder ein PVO System. Es ist auch möglich neue Systeme zu erstellen, ein 100.000 er System in PVO… ist sogar möglich ;-)
memory-sports.com: Was ist mit speziellen Kartensystemen. Können auch hoch komplizierten System wie z.B. von Ben Pridmore, wo es ein Bild für zwei Karten gibt also insgesammt 2.704 Bilder, auch erstellt werden?
Memocamp: Ja, das ist möglich. Im Moment ist das Modul für Karten noch nicht integriert. Es können auch für Binärzahlen eigene Bilder erstellt werden, z.B. ein Bild pro Zeile. Es wird eine Funktion geben, Routen und Systeme zu importieren. Im Moment muss es noch per Hand eingepflegt werden oder Ihr schickt mir eine Dateien, so dass ich es manuell zu Euren System laden kann.
memory-sports.com: Was sind Deine Pläne mit der Webseite?
Memocamp: Gedächtnissport zu verbreiten, das Training zu optimieren und die Gemeinschaft zu vergrößern. Ich werde Leuten helfen, die von den Techniken etwas gehört haben und interessiert sind ihre eigenen-Systeme zu entwickeln. Es ist bereites ein Master-System für Anfänger und eine Route mit 52 Punkten hinterlegt. Sie haben auch die Möglichkeit sich mit anderen Sportlern zu messen. Es gibt auch Level mit denen man sich langsam steigern kann.
memory-sports.com: Wie ist der Status quo?
Memocamp: Im Moment sind die Zahlen Disziplinen, wie 5, 15, 30 und 60 Minuten online. Es gibt ein Level-System, das Sie vollenden müssen bevor es weitergeht. Anders als mit dem MemoryXL-Trainer müssen Sie nicht 100 % richtig haben, um ein Level zu schaffen. Auf diese Weise gibt es weniger Frustration, wenn Sie mal einen Fehler haben. Zur Zeit gibt die Zahlen, es wird aber bald jede einzelne Meisterschaft-Disziplin verfügbar sein, sogar Abstrakte Images und Namen!
memory-sports.com: Wie funktioniert es mit den verschiedenen Zeiten in den Zahldisziplinen?
Memocamp:Man kann die Vorlaufzeit einstellen und die memorier längen wählen. Es gibt sogar ein freies Training bei dem man die Anzahl und die Zeit frei defieneiern kann. An andere alternativen dachte ich auch. Ein Beispiel wäre jede Zahl von 00-99 einmal im Durchgang zu haben.
memory-sports.com: Wie lange wir es dauern bis alle Disziplinen intergiert sind?
Memocamp: Das kann ich noch nicht mit Gewissheit sagen. Eventuell wird es bis zur Weltmeisterschaft ferig sein. Ich hoffe aber späthestens bis Ende des Jahres sollten die Meisterschafts Disziplinen stehen.
memory-sports.com: Du spachst von neuen Disziplinen, die nicht Teil von Meisterschaften sind. Erzähl uns mehr über die Idee.
Memocamp: Eine Idee ist einen Zahlensprint von 50 oder/und 100 Zahlen einzuführen. Das ist dann ähnlich wie beim Sport, 50 Meter oder 100 Meter Lauf. Das gleiche dann auch für Binärzahlen. Ich galube das das sehr viel Spaß machen würde. An eine Art Metronom bei dem man einstellen kann wieviel Zahlen man memorieren möchte und der Fokus dann immer nach Takt weiterspringt. Das sind einige Ideen, da habe ich noch viele von.
memory-sports.com: Könen Nutzer auch Ideen einbringen?
Memocamp: Ja selbstverständlich! Ich wünsche mir ja einen regen Austausch. Es wird jede Idee geprüft und evtl. wird sie dann auch umgesetzt.
memory-sports.com: Memocamp ist nur auf Deutsch im moment. Sin denn andere Sprachen geplant?
Memocamp: Ja, die erste neue Sprache wird Englisch sein. Französisch, Italienisch, Spanisch und Chineseisch wird folgen. Aber zuerst möchte ich alle Standarddisziplinen und alle möglichen Fehler behoben haben Aber es ist sehr einfach, andere Sprachen zu integrieren, die Webseite ist diesen Zweck schon vorbereitet.
memory-sports.com: Was ist die Gebühr für die Anwendung von Memocamp?
Memocamp: Das wird nicht noch entschieden. Aber es wird definitiv etwas kosten. Denn es ist sehr teuer so eine Webseite aufzubauen. Ein kleines Beispiel: Zehntausend Passbilder für Namen & Gesichetr kosten einen Euro pro Stück. Das ist das preiswerteste Angebot, das ich bis jetzt erhielt. Ich denke, dass es zwischen fünf bis 10 Euro im Monat kosten wird. Eine Idee ist eine 30 Tage Testversion, danach müssen für die höheren Level bezahlt werden, die untern sind weiterhin frei.
memory-sports.com: Warum ist der Sport nicht so populär und wie können wir das in der Zukunft ändern?
Memocamp: Ich denke die Leute haben Angst die Techniken zu erlernen, da Sie glauben es ist mit sehr viel Aufwand verbunden. Da ich dies Gedächtnistechniken selbst unterrichte sehe ich das ständig in meien Seminaren. Man kann sein eigenes Majorsystem in ca. 3-4 Stunden leicht erlernen. Selbstverstänlich dauert es etwas bis man es sehr schnell abrufen kann, aber das ist für den Anfang garnicht notwendig. Die hemmschwelle zu einer Meisterchaft zu gehen ist recht hoch, weil niemand gerne letzter wird. Selbst wenn sie kommen werden sie von den Ergebnissen der Profis eingeschüchter und kommen nicht wieder. Obwohl Gedächtnistechniken in unser Gesellschaft immer wichtiger werden können Leute sie nicht wirklich gut trainieren. Ich kann Ihnen dabei helfen.
Vielen Dank für das Interview. Dieses Interview in Englisch gibt es hier:
Interview Dorothea Seitz von memory-sports.com
10. Juni 2009
Diese Interview wurde von www.memory-sports.com in Kooperation mit Michael Gloschewski Gedächtnistrainer geführt.
Lesen Sie hier das Interview:
memory-sports.com Du gehst auf das Internat Schloss Torgelow in Mecklenburg-Vorpommern. Welche Klasse bist du da?
Dorothea Seitz: In der zehnten Klasse. Ich habe noch zweieinhalb Jahre vor mir.
memory-sports.com Weißt du schon, was du nach der Schule machen möchtest?
Dorothea Seitz: Ich möchte Psychologie studieren und eventuell später in die Richtung Hirnforschung gehen.
memory-sports.com Seit wann trainierst du dein Gedächtnis?
Dorothea Seitz: Seit Anfang 2007. Ich habe im Internet darüber gelesen und mir ein entsprechende Buch gewünscht. Damit habe ich mir dann die Techniken selber beigebracht.
memory-sports.com Was war das für ein Buch?
Dorothea Seitz: „Warum fällt das Schaf vom Baum?“ von Christiane Stenger. Es hat mich gleich begeistert, vor allem wie schnell man Fortschritte macht.
memory-sports.com Hättest du gedacht, dass du mal in die Fußstapfen von Christiane trittst und Jugendgedächtnisweltmeistern wirst?
Dorothea Seitz: Nein. Ich habe aber früher immer schon darüber nachgedacht, was für ein tolles Gefühl es wäre, in irgendetwas Weltmeister zu sein - aber ich hätte nicht gedacht, dass ich soweit kommen würde.
memory-sports.com Was ist deine Lieblingsdisziplin?
Dorothea Seitz: Als ich anfing, hab ich jeden Tag ausschließlich Binärzahlen geübt. Das ist ja eigentlich eine Disziplin, die für die meisten am wenigsten Sinn macht, aber ich fand es irgendwie toll.
memory-sports.com Hattest du bestimmte Erwartungen, als du jetzt bei der Norddeutschen Meisterschaft angetreten bist?
Dorothea Seitz: Ich habe immer viel zu hohe Erwartungen und schaffe diese dann nicht. Ich wollte bei den jugendlichen gewinnen und außerdem die 4.000 Punkte erreichen, die ich aber nicht geschafft habe. Und bei den Erwachsenen wollte ich oben mitmischen, um mich darauf einzustellen, wie es nächstes Jahr wird, wenn ich dann auch erwachsen bin.
memory-sports.com Genau, es ist ja jetzt das letzte Jahr für dich, wo du als Junior gewertet wirst. An welchen Turnieren wirst du dieses Jahr noch teilnehmen?
Dorothea Seitz: Ich möchte im Sommer nach Hamburg, zur Deutschen Meisterschaft und dann natürlich wieder zur WM nach Bahrain fliegen - erneut mein Glück versuchen.
memory-sports.com Du machst also wenn du nächstes Jahr 18 wirst weiter und hörst nicht am Zenit deines Erfolges auf?
Dorothea Seitz: Nein. Es ist zwar ziemlich bequem einfach aufzuhören und auf dem Titel sitzen zu bleiben. Aber der Wettkampf ist ja auch ein Kampf gegen sich selber. Ich möchte die Ziele, die ich mir gesetzt habe, schaffen und es mir selber beweisen. Es geht mir nicht darum, was die anderen darüber denken, sondern das zu erreichen, was ich anstrebe.
memory-sports.com Du hast bei der Norddeutschen Meisterschaft am zweiten Tag erneut teilgenommen und bist außer Konkurrenz gegen die Erwachsenen angetreten. Warum hast du dir diese Mühe gemacht?
Dorothea Seitz: Es gibt ja meistens nur drei Meisterschaften im Jahr. Und ich dachte mir, wenn ich schon nach Magdeburg fahre, kann ich auch das Doppelte machen. Außerdem wollte ich auch die Erwachsenen treffen, die am Sonntag angetreten sind und mich mit ihnen messen.
memory-sports.com Du hättest beim Erwachsenenturnier der Norddeutschen Meisterschaft den dritten Platz belegt und fast sogar den zweiten, wenn deine Ergebnisse gewertet worden wären. Gibt dir das Zuversicht, dass du auch bei den großen mitmischen kannst, sobald es nächstes Jahr losgeht?
Dorothea Seitz: Das hat mich ziemlich ermutigt, zumal ich am ersten Tag des Turniers noch mit Gedächtnissport aufhören wollte. Aber das geht mir bei jeder Meisterschaft so. Jetzt will ich aber weitermachen und bin hoch motiviert, weil ich einige Ergebnisse hatte, die ich vorher noch nie auf einer Meisterschaft geschafft habe. Ich bin eigentlich bei allem außer dem Kartensprint von meiner Leistung zufrieden.
memory-sports.com Du bist in einigen Disziplinen den meisten Erwachsenen Gedächtnissportlern auf der Welt überlegen, zum Beispiel mit 189 Wörtern in der Disziplin Random Words. Was sagst du dazu?
Dorothea Seitz: Ich glaube gerade Wörter liegen mir, weil das weniger mit dem Training zu tun hat, sondern viel mit dem natürlichen Gedächtnis. Bei Zahlen und Binärzahlen braucht man einfach viel mehr Training, um dort richtig gut zu sein. Ich mag lieber Disziplinen wie Text, wo man nicht viel Technik benutzen kann. Die sprachgebundenen Disziplinen gefallen mir generell viel besser.
memory-sports.com Würdest du gerne mal gegen deine Inspiration antreten – gegen Christiane Stenger?
Dorothea Seitz: Ja, aber ich glaube dass sie mittlerweile nicht mehr so fit ist. Sie tritt auch nicht mehr an und ich bezweifle, dass sich noch einmal die Gelegenheit bietet, dass wir uns messen können.
memory-sports.com Was wünscht du dir vom Gedächtnissport?
Dorothea Seitz: Mein Ziel ist es, mich auf der Weltrangliste zu verbessern, was zurzeit nicht geht, da die Ergebnisse der Junioren nicht dazu gewertet werden. Ansonsten mache ich weiter, weil ich die Leute toll finde und Spaß daran habe mein Gedächtnis zu trainieren und immer größere Herausforderungen zu haben.
memory-sports.com Hast du auch schon negative Erfahrungen mit dem Gedächtnissport erlebt?
Dorothea Seitz: Die meisten kennen den Sport nicht und finden es deshalb erst einmal komisch was ich mache. Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen Gedächtnissport kennen und darüber Bescheid wissen. Meine Klassenkameraden nennen mich immer „Gedächtnisweltmeisterin“ oder „Super-Brain“. Das meinen sie nicht unbedingt böse, aber es nervt halt, weil mich einige, die mich nicht näher kennen, darüber definieren.
memory-sports.com Glaubst du der Sport hätte das Potenzial zu einem Massensport zu werden?
Dorothea Seitz: Ich wünsche es mir. Ich sehe jedoch schon an meiner Schule, dass nur sehr wenige an unseren Gedächtniskursen teilnehmen, obwohl viele meiner Mitschüler hochbegabt sind und an Wissen interessiert sind. Es machen sich leider zu wenig die Mühe damit anzufangen. Ich fände es jedoch schön, wenn der Sport größer rauskommen würde.
memory-sports.com Du folgst der Fährte von Christiane Stenger auch ein weiterer Hinsicht: Man munkelt, du schreibst zurzeit an einem Buch über Gedächtnistraining?
Dorothea Seitz: Ja, der Robert Verlag hat mich angeschrieben, ob ich ein Buch darüber verfassen möchte. Ich habe eingewilligt und den Vertrag unterschrieben. Jetzt mache ich mich ans Schreiben.
memory-sports.com Hast du jemanden der dir dabei hilft?
Dorothea Seitz: Nein, das mache ich ganz alleine. Ich werde zum einen auf die Geschichte der Mnemotechnik eingehen und zum anderen persönliche Erfahrung mit einfließen lassen.
Außerdem gehe ich auch auf Aspekte wie Schnelllesen, Kopfrechnen und weitere Möglichkeiten, um seine Hirnzellen zu trainieren, ein. Der Titel wird wahrscheinlich „Auf die Zellen, fertig, los“ lauten, weil das bei der Deutschen Meisterschaft das Startsignal ist. Ich möchte damit den Gedächtnissport bekannter machen und dass jene Leuten, die nie richtig verstanden haben, was ich da mache, kapieren wie es geht. Es wird voraussichtlich im April 2010 erscheinen.
memory-sports.com Wir sind gespannt. Vielen Dank für das Interview.
Dieses Interview in Englisch gibt es hier:
Interview Johannes Mallow von memory-sports.com
10. Juni 2009
Diese Interview wurde von www.memory-sports.com in Kooperation mit Michael Gloschewski Gedächtnistrainer geführt. Lesen Sie hier das Interview:
memory-sports.com: Wie lange betreibst du schon Gedächtnissport?
Johannes Mallow: Seit 2003. Ich habe damals die Grips Show mit Günther Jauch gesehen. Dr. Gunther Carsten war dort und hat Verona Feldbusch beigebracht, sich 20 Zahlen zu merken. Es hieß, dass diese Technik jeder lernen kann. Im Internet bin ich dann auf MemoryXL gestoßen und habe begonnen, die Techniken zu lernen.
memory-sports.com: Wie lange hast du trainiert, bevor du an deinem ersten Turnier teilgenommen hast?
Johannes Mallow: Ein knappes Jahr etwa. Auf MemoryXL gab es die Möglichkeit, mit einem Tool zu trainieren und an einem Online-Ranking teilzunehmen. Das fand ich cool, weil es mehr ist, als nur alleine zu Hause zu sitzen und für sich allein zu trainieren. Man kann sich dabei gleich mit anderen Leuten vergleichen. Und weil ich da schon recht gut war und relativ weit noch oben im Ranking gekommen bin, wollte ich das Ganze auch bei einem echten Turnier ausprobieren. Außerdem konnte ich so die Leute kennen lernen, die hinter den Pseudonymen im Internet stecken.
memory-sports.com: Du leidest unter einer Krankheit, die dich körperlich beeinträchtigt?
Johannes Mallow: Die Krankheit nennt sich Muskeldystrophie und es gibt davon mehrere Formen. In meinem Fall greift sie die Skelettmuskulatur an, welche über eine gewisse Zeit immer stärker abnimmt.
memory-sports.com: Hat dich das zusätzlich motiviert, Gedächtnissport zu betreiben, da du dich zwar nicht körperlich, so aber auf geistiger Ebene mit anderen Menschen messen kannst?
Johannes Mallow: Ursprünglich nicht, aber jetzt im Nachhinein sehe ich es schon als Ausgleich, um sich mit anderen messen zu können. Früher habe ich im Verein Tischtennis gespielt und das ging irgendwann nicht mehr. Von daher kann es schon sein, dass es unterbewusst eine Rolle spielt.
memory-sports.com: Hilft dir der Gedächtnissport, besser mit deiner Krankheit umzugehen?
Johannes Mallow: Vielleicht nicht nur der Sport als solches. Aber die ganze Community die dahinter steckt und das positive Feedback was ich durch Auftritte und meine Gedächtniskurse bekomme, steigern mein Selbstbewusstsein.
memory-sports.com: Erzähl uns mehr von deinen Kursen.
Johannes Mallow: Ich arbeite unter anderem für den Verein für Hochbegabtenförderung e.V. Dort mache ich zweimal im Monat mit den Kinder Gedächtnistraining. Dabei konzentriere ich mich auf Gedächtnissport, also Zahlen und Karten merken. Momentan trainieren wir für die Norddeutsche Gedächtnismeisterschaft. Außerdem halte ich Vorträge in Schulen, gebe Kurse an der Volkshochschule und bin für private Seminare buchbar. Es ist sozusagen mein zweites Standbein.
memory-sports.com: Was machst du beruflich?
Johannes Mallow: Ich bin letztes Jahr mit meinem Studium als Kommunikationstechniker fertig geworden. Zurzeit arbeite ich als Doktorand an der Uni Magdeburg. Eigentlich bin ich für den technischen Bereich der Magnet-Resonanz-Tomografie zuständig. Aber im Moment arbeite ich an einer Gehirnforschungs-Studie über Gedächtnissport mit. Es ist also eine Kombination aus beidem.
memory-sports.com: Wie viel trainierst du so pro Woche?
Johannes Mallow: Das kommt drauf an, ob eine Meisterschaft ansteht. Dann trainiere ich natürlich mehr. Aber ich versuche auch dazwischen jeden Tag eine halbe Stunde dafür zu investieren.
memory-sports.com: Erzähle uns ein wenig über die Systeme, die du zum Memorieren verwendest.
Johannes Mallow: Ich verwende für die Zahlen ein 3er-System, also ein Bild für jeweils drei Ziffern, was insgesamt 1.000 Bilder ergibt. Dafür habe ich allerdings auch eine Weile gebraucht. Bei den Karten habe ich mir ein System überlegt, wo ich drei Karten zu zwei Bildern kodiere. Dadurch kann ich mehr Karten mit weniger Bildern memorieren.
memory-sports.com: Wie lange hast du gebraucht, um dein 3er-Zahlensystem zu lernen
Johannes Mallow: Das Lernen hat gar nicht so lange gedauert, das Aufbauen dagegen schon. Man muss ja versuchen, möglichst unterschiedliche Bilder zu finden. Wenn man einmal Rum und einmal Vodka hat, weiß man hinterher nicht mehr, wovon man eigentlich betrunken war. Das erste Lernen hat dann etwa zwei Wochen gedauert. Über die Jahre wird das Abrufen immer schneller und immer besser.
memory-sports.com: Denkst du, du wärst soweit gekommen, wenn du bei einem 2er-System geblieben wärst?
Johannes Mallow: Nein, definitiv nicht. Vor allem bei den historischen Daten ist es sehr vorteilhaft. Man kann sich mit nur einem Bild ein Datum merken. Die halbe Informationsmenge ist da schon ein riesen Vorteil. Und wenn das einmal läuft, nimmt sich das vom Abrufen der Bilder nichts mehr mit dem 2er-System. Und von daher lohnt es sich auf jeden Fall. Andererseits sieht man bei Sportlern wie Boris Konrad oder Clemens Mayer, dass auch ein 2er-System sehr effektiv sein kann.
memory-sports.com: Du bist Weltrekordhalter in den beiden Disziplinen historischen Daten (110 ½ Daten) und Speed Numbers (405 Ziffern). Sind das deine beiden Lieblingsdisziplinen?
Johannes Mallow: Ja schon, vor allem die historischen Daten. Ich merke bei beiden Diszplinen, dass immer noch ein wenig mehr geht. Deshalb setze ich mir keine Grenzen und verbessere mich automatisch weiter und weiter. Das ist echt faszinierend. Daten und Zahlen sind ganz klar meine beiden Steckenpferde und es macht Spaß mich immer weiter zu steigern.
memory-sports.com: Bist du im Training noch besser, als mit deinen beiden Rekorden?
Johannes Mallow: Die sind schon nah an meinen Trainingsergebnissen dran. Vor allem die 405 Zahlen waren bei der Weltmeisterschaft 2008 auch mein persönlicher Rekord. Wenn ich zurück schaue, war ich vor einem Jahr noch bei sicheren 320 Zahlen und heute bereits deutlich über 400 mit ein wenig Glück. Und ich glaube da geht noch einiges.
memory-sports.com: Du bist nun dreifacher norddeutscher Meister in Folge, deutscher Meister und bei der WM auf Platz drei gekommen. Nächster Halt: Weltmeister?
Johannes Mallow: Ja sicher, ich versuche es zumindest. Letztes Jahr hätte ich ja schon fast zweiter werden können, wenn ich es nicht ein wenig vermasselt hätte. Aber es gibt ja genug gute Gegner in der Welt, wie Ben Pridmore, Dr. Gunther Carsten, Simon Reinhard, Cornelia Beddies – ich könnte da einige aufzählen, die da auch Ansprüche drauf anmelden. Es ist ein harter Konkurrenzkampf, aber versuchen werde ich es auf jeden Fall.
memory-sports.com: Was hat sich seit deinen Anfängen im Gedächtnissport verändert?
Johannes Mallow: Es gibt einen größeren Community-Effekt, durch die verschiedenen Plattformen, die entstanden sind. Das Brainboard ist sehr gut um sich auszutauschen. Dann natürlich auch die Memory Sports Statistics und die Online Memory Challenge. Man trifft sich einmal in der Woche im Internet und tritt gegen einander an. Es wächst mehr zusammen. Früher sah man sich nur auf den Meisterschaften. Heute greift alles mehr ineinander.
memory-sports.com: Was wünscht du dir für die Zukunft des Gedächtnissportes?
Johannes Mallow: Noch mehr Möglichkeiten sich zu messen - also mehr Meisterschaften. Und diese noch größer aufzuziehen. Es wäre auch schön, wenn sich mehr Leute mit diesem Sport beschäftigen würden und regelmäßig an Meisterschaften teil nehmen, so dass es Vorausscheide gibt und so weiter. Also das die Community noch mehr wächst.
memory-sports.com: Hast du eine Idee, wie man den Sport populärer gestalten könnte? Zurzeit sind Meisterschaften nach nationalem oder internationalem Standard nicht gerade zuschauerfreundlich. Ein Gegenbeispiel ist die amerikanische Meisterschaft, die in der Competition-Runde ganz auf Zuschauer ausgelegt ist.
Johannes Mallow: Ich habe mit Simon Reinhard mal darüber philosophiert, dass man Heads-Up-Situationen schaffen könnte. Das wären Duelle, wo sich die Kontrahenten gegenseitig überbieten und somit die Zuschauer faszinieren. Das US-Vorbild ist natürlich eine Variante, die man dabei einschlagen könnte. Die alten Disziplinen sollten dabei aber nicht zu kurz kommen. Eine gesunde Mischung wäre gut. Es sollte jedoch auf jeden Fall etwas in die Richtung unternommen werden.
memory-sports.com: Was hältst du davon, dass die WM nun das dritte Jahr in Folge in Bahrain stattfindet?
Johannes Mallow: Das finde ich persönlich nicht so gut. Ich war jetzt zweimal in Bahrain und es ist sicher eine Erfahrung wert. Aber der Veranstaltungsort sollte regelmäßig wechseln. Andererseits hat der Weltverband einen guten Sponsor dort. Und natürlich hat das auch viele Vorteile: Die Finanzierung und ein hohes Preisgeld.
memory-sports.com: Wie hat sich das Gedächtnistraining auf dein alltägliches Gedächtnis ausgewirkt?
Johannes Mallow: Es hat sich eigentlich nicht wirklich verbessert. Wenn ich mir etwas merken möchte und das bewusst mit Techniken lerne, dann kann ich mir wesentlich mehr merken als vorher. Aber ich bin teilweise noch genau so schusselig wie vorher und vergesse den Schlüssel oder Termine. Wenn ich es nicht bewusst mache, habe ich keinen Vorteil davon.
Vielen Dank für das Interview. Dieses Interview in Englisch gibt es hier:
Deutsche Gedächtnismeisterschaft 2009 in Hamburg
10. Juni 2009
Am 31.7./01.08.2009 finden in Hamburg die 12. Deutsche Gedächtnismeisterschaft statt.
Diesmal geht es in den Norden der Republick ins schöne Hamburg. Es werden bestimmt wieder sehr spannende Wettkämpfe. Das zeichnete sich schon bei den Regionalen Meisterschaften in Nord- und Süd-Deutschland ab. Die großen Favoriten haben ihr kommen schon angegündigt.
Nähere informationen gibt es auf fogenden Seiten:
MemoryXL
Memo-Masters
Interview Konstantin Skudler von memory-sports.com
8. Juni 2009
Diese Interview wurde von www.memory-sports.com in Kooperation mit Michael Gloschewski Gedächtnistrainer geführt. Lesen Sie hier das Interview:
memory-sports.com: Wann hast Du angefangen Dein Gedächtnis zu trainieren?
Konstantin Skudler: Ich habe bei der NordeutschenGedächtnismeisterschaft 2004 zugesehen. Danach besuchte ich den Gedächtniskurs bei der Hochbegabtenföderung.
memory-sports.com: Wie wurdest Du auf da Thema aufmerksam?
Konstantin Skudler: Wir erhielten Post vom Verein, in dem angekündigt wurde das ein bald ein neuer Gedächtniskurs startet. So gingen wir zur Meisterschaft um uns das mal anzusehen. Ich erfuhr das Gedächtnistechniken mit Zahlen etwas zu tun haben und da ich Zahlen schon immer sehr mochte, wollte ich die Techniken erlernen.
memory-sports.com: Was sind die ersten Schritte, an die Du dich erinnerst?
Konstantin Skudler: Ich kann mich gut an meine erste Bestleistung im Memorieren von Zahlen erinnern. Es waren 24 Ziffern.
memory-sports.com: Welche Technik hast Du zu beginn gelernt?
Konstantin Skudler: Wir lernten das Mastersystem mit 100 Bildern und eine Route mit 26 Routenpunkten, für ein halbes Kartenspiel. Heute habe ich 227 Routenpunkte.
memory-sports.com: Welches war deine 1. Meisterschaft?
Konstantin Skudler: Das war die norddeutsche Gedächtnismeisterschaft 2005. Ich belegte den sechsten Platz und es hat viel Spaß gemacht.
memory-sports.com: Bist Du von Anfang an sehr ehrgeizig gewesen?
Konstantin Skudler: Wirklich angefangen mit dem Training zu Hause habe ich nach der Meisterschaft 2006, als ich 7. wurde. Dann habe ich für die Meisterschaft 2007 trainiert.
memory-sports.com: Die Gedächtnisweltmeisterschaft ist auf einen ganz andern Niveau als die Norddeutsche? Was hat Dir da am besten gefallen?
Konstantin Skudler: Das es über mehrere Tage ging. So hatte ich die Möglichkeit etwas von Bahrain zu sehen. Wusstest Du das es nur eine halbe Stunde dauert, um auf der Hauptinsel mit dem Auto von Norden zum Süden zu kommen. Es gibt 23 Inseln und 3 sind untereinader verbunden. Auf der zweit Größten ist der Flughafen. Im Süden der Hauptinsel ist die Formel 1 Strecke.
memory-sports.com: Nein das wusste ich nicht! - Was war das Beste an Gedächtnismeisterschaften?
Konstantin Skudler: Man steht mit anderen Sportlern in Konkurrenz und findet neue Freunde. Ich traf zum Beispiel Timo Sprekeler. Er wurde Norddeutscher Meister 2008, bei der Meisterschaft trat ich nicht an. Vor Kurzem traf ich ihn wieder bei der Norddeutschen Gedächtnismeiterschaft 2009. Wir traten leider nicht gegeneinander an, da er inzwischen eine Altersklasse höher startet bei den Junioren.
memory-sports.com: Was ist Deine Lieblingsdisziplin?
Konstantin Skudler: Zahlen, weil ich da gut bin. Bei Namen & Gesichtern muß man so kreativ sein. Anderseits so schlecht war ich da auch nicht..!
memory-sports.com: Trainierst Du viel?
Konstantin Skudler: Nur vor den Meisterschaften. Vor der Weltmeisterschaft trainierte ich 2 Monate und vor der Norddeutschen waren es ca. 3 Wochen.
memory-sports.com: Bemerkst du Verbesserungen?
Konstantin Skudler: Ja das tue ich. Ich habe mir letzte Jahr noch 96 Binärzahlen gemerkt und diese Jahr sind es 192.
memory-sports.com: Was ist denn Dein bestes Trainingsergebnis?
Konstantin Skudler: Nur 180. Das war meine Bestleistung. Ich war froh das die letzte Reihe ein sehr einfaches Muster hatte und ich es mir einfach so merken konnte.
memory-sports.com: Was meinst Du könnte den Sport populärer machen?
Konstantin Skudler: Es könnte helfen die Zahlen per Beamer an die Wand zu projektieren. Dann könnten die Zuschauer auch probieren sich Ziffern zu merken. Eine andere Möglichkeit wäre das aufgeschriebene der Sportler zu sehen.
memory-sports.com: Kannst Du uns ein Beispiel geben für eine gute Geschihte? Wie wäre es mit einer Geschichte mit den Gegenständen Schuh und Stuhl?
Konstantin Skudler: Ich würde den Schuh auf den Stuhl auf und ab hüpfen lassen und ihn von einer Armlehne zu anderen springen lassen. Die Geschichte muss so verrückt sein wie möglich.
memory-sports.com: Bist Du schnell im Bilderaufrufen?
Konstantin Skudler: Ja ich kann die 100 Mastersystembilder in 95 Sekunden durchgehen. Das ist etwas unter einer Sekunde pro Bild.
memory-sports.com: Hast Du ein bestimmtes Ziel?
Konstantin Skudler: Ich möchte unter die Top 100 der Weltrangliste kommen. Dafür muss ich ca. 2800 Punkte in einer Meisterschaft haben. Bei der letzten deutschen Meisterschaft hatte ich 1800 Punkte. Die zählt aber nicht für die Weltrangliste. Es ist ungerecht das die Kinder und Junioren keine eigene Weltrangliste haben sonst würde ich definitiv zu den Besten gehören.
memory-sports.com: Hast Du ein Vorbild?
Konstantin Skudler: Boris Konrad, weil er den Weltrekord in Wörter merken hält und ich bin auch gut im Wörter merken.
memory-sports.com: Wann tritst Du wieder an?
Konstantin Skudler: Diese Jahr bei der Deutschengedächtnismeisterschaft und dann im November bei der Gedächtnisweltmeisterschaft.
Vielen Dank für das Interview. Dieses Interview in Englisch gibt es hier:





