Gedächtnistrainer ölt Cottbuser Schülerhirne
10. April 2008
Uni-Seminar soll Spickzettel überflüssig machen
Es ist Mittwochnachmittag, Michael Gloschewski, der Vizepräsident von «MemoryXL, der Europäischen Gesellschaft zur Förderung des Gedächtnisses» , steht an der Tafel des Seminarraums im Cottbuser Uni-Lehrgebäude, und er erklärt den Besuchern: «Wozu kann man diese Technik gebrauchen? Um Freunde zu beeindrucken, aber vor allem für das tägliche Lernen oder für das Halten einer Rede.»
Der Gedächtnistrainer aus Berlin bringt Schülern und Studenten in Cottbus bei, wie sie künftig ihre Prüfungen ohne Spickzettel bestehen. Das Gute am menschlichen Gehirn sei, dass es in Bildern denkt – und an dieser Erkenntnis hakt Michael Gloschewski ein. Er erklärt den Zuhörern, wie sie Zahlen mit Wörtern verknüpfen, wie sie aus einer langen Ziffernreihe eine kleine Geschichte fabulieren, mit deren Hilfe sie sich Daten und Fakten einfacher und schneller merken.
Das Prinzip, erläutert er, funktioniere über Eselsbrücken. Eine Methode, sich etwas einzuprägen: Stellt man zur Sommerzeit die Uhren vor oder zurück? «Ganz einfach» , sagt der Gedächtnistrainer, «Im Sommer stellen die Gastronomen die Stühle vor das Restaurant, im Winter stellen sie die Stühle zurück. Wer sich diese Eselsbrücke merkt, der weiß, wie das mit der Sommerzeit läuft.» Für dieses Training sei nun mal eine Menge Phantasie nötig.
Begeistert zeigt sich der 12-jährige Eike aus Cottbus. «Ich finde diese Methode cool, mir hat sie schon geholfen. Im Fach Geschichte nutze ich das Gedächtnistraining, und heute konnte ich als Erster einer Mitschülerin zum Geburtstag gratulieren – weil ich mir das Datum gemerkt habe.»
Nach Angaben der Cottbuser Uni-Weiterbildungsstelle kostet der Kurs, der alle 14 Tage bis zum 16. Juli stattfinden soll, 215 Euro.
Quelle: Lausitzer Rundschau (LR)





