Gedächtnisvortrag - Kindergärten Nordost

15. Juni 2007

Als die Leiterin der Berliner Kindergärten Nordost, Frau Scheurich, eines Sonntags die Beilage in der Berliner Zeitung “Fit in Berlin” las, dachte sie: “Das wäre auch etwas für unser jährliches Treffen der Kindergartenleiter beim “Tag der Begegnung”.

So kam es zu einem Vortrag im Rahmen des jährlichen Kindergärten-Treffens am Freitag, den 15. Juni 2007. Die über 100 Teilnehmer von 77 Kindergärten aus den Bezirken Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Pankow von Berlin waren begeistert.

Mit so einem Gastvortrag hatten Sie nicht gerechnet und waren sehr angenehm überrascht, mit wie viel Humor und “ganz nebenbei” man so viele Daten und Fakten erlernen kann.

Die Veranstaltung fand im Kongresshotel Berlin-Rahnsdorf statt und ein Vortrag von mir ist für das Jahr 2008 bereits fest eingeplant.

Gedächtnistraining Senioren - Treff in Brandenburg

6. Juni 2007

Gedächtnistraining im Seniorentreff “Plauderstübchen” Wriezen
06.06.2007: Das Plauderstübchen Wriezen hatte am Mittwoch dieser Woche 2 tolle Vorträge in ihrem Programm unter dem Motto “ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“.

Michael Gloschewski, Gedächtnistrainer aus Berlin, begeisterte mit seinem lebhaften Vortrag die Senioren aus Wriezen, denen er lange im „Gedächtnis” bleiben wird. Herr Gloschewski zeigte auf spielerische Weise, wie man in jedem Alter seine Gedächtnisleistung erheblich steigern kann. Viele Fragen von den über 30 Senioren kamen spontan, z.B. wie merke ich mir meine Pin-Nummer beim Geldautomaten oder den Einkaufszettel für die täglichen Besorgungen, Geburtstage und für die Kartenspieler aus der Montagsrunde gab es auch Merkbeispiele, welche Karte schon im Spiel war.
Besonders gut und interessant ist bei den Senioren das Einprägen der Sternzeichen in der richtigen Reihenfolge angekommen. Dabei geht es immer darum, die Informationen zu verbildlichen und beide Gehirnhälften zu benutzen. “Schon mit wenig Training stellt sich ein erstaunlicher positiver Effekt ein“. Gloschewskis Motto ist „Das papierlose Gehirn“ und das merkt man auch. Er hat großen Erfolg bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf dem Gebiet der Verbesserung der Merkfähigkeiten.

Verbunden wurde dieser Gedächtnisvortrag mit der Vorführung einer medizinischen Massageliege. Mehrere Senioren hatten die Möglichkeit, nach einem kurzweiligen Einführungsvortrag von Herrn Daniel Lewin die medizinische Massageliege zu testen und in völliger Entspannung die wohltuende Liege zu erleben. Dabei wurden die Muskelverspannungen aufgelöst und spontan die Beweglichkeit der Wirbelsäure und das Wohlbefinden verbessert. Die einstimmige Aussage war: „Das tat gut“!

Bei diesem großen Interesse will das Plauderstübchen Wriezen diese Vorträge bald wieder anbieten.

Quelle: Märkische Oderzeitung (MOZ)

Cannabis fürs Gedächtnis bei Alzheimer

2. Juni 2007

Versuche mit einem ähnlichen Präparat hatten bei älteren Ratten viel versprechende Ergebnisse

Columbus - Ein aus Cannabis gewonnenes Präparat könnte eines Tages in der Bekämpfung des durch Alzheimer verursachten Gedächtnisschwundes eine entscheidende Rolle spielen. Wissenschaftler der Ohio State University haben nachgewiesen, dass ein dem Cannabis ähnliches synthetisches Medikament bei älteren Ratten zu einer Verbesserung bei der Lösung von räumlichen Gedächtnisaufgaben führt. Für die Dauer von drei Wochen wurde in die Gehirne von jungen und alten Ratten ein Entzündungsmolekül injiziert, das eine Immunreaktion in den Gehirnen hervorrief, die jener bei Alzheimer-Patienten ähnlich ist. Im gleichen Zeitraum wurde einigen Tieren das Medikament WIN-55212-2 gespritzt, das die Gehirnrezeptoren stimuliert, die normalerweise auf die Bestandteile von Cannabis reagieren. Der leitende Wissenschaftler Gary Wenk präsentierte die aktuellen Forschungsergebnisse in Atlanta auf einer Tagung der Society for Neuroscience.
Nach der Verabreichung der Injektionen mussten die Ratten sich in einem Wasserlabyrinth zurechtfinden. Da Nagetiere wasserscheu sind, strengten sich die Tiere besonders an, die versteckte trockene Plattform zu finden. Laut Wenk ist die Labyrinthaufgabe ideal für die Ermittlung von Beeinträchtigung des Gedächtnisses und Alterung. “Alte Ratten finden sich im Labyrinth meist sehr schlecht zurecht. Ältere Menschen haben ähnliche Schwierigkeiten, wenn sie sich in einem unbekannten Haus bewegen sollen.” Die Forscher gaben den Versuchstieren drei Tage Zeit das Labyrinth kennen zu lernen und führten am vierten Tag Tests durch.

Ergebnisse

Die Ratten beider Altersgruppen, die WIN-55212-2 erhalten hatten, fanden das Podest rascher als die Kontrollgruppe. Der Unterschied zwischen den behandelten Tieren und den unbehandelten war bei den älteren Ratten am größten. Die Gehirne der behandelten Ratten wiesen zusätzlich geringere Anzeichen einer Entzündung auf. Ken Mackie von der University of Washington zeigte sich laut New Scientist vor allem von der geringen Dosierung des Medikaments beeindruckt. “Sie haben ihnen eine sogar für Ratten vergleichsweise niedrige Dosis verabreicht.”
Der nicht an der Studie beteiligte Wissenschaftler betonte, dass gerade dieser Aspekt die Aussichten auf die Entwicklung eines vergleichbaren Präparates für den Menschen viel versprechend mache. Wenk warnt jedoch, dass WIN-55212-2 derzeit noch zu psychoaktiven Wirkungen führt, die jenen von Cannabis ähnlich sind. Forscher arbeiten derzeit an der Entwicklung eines ähnlichen Medikaments, dass die Entzündung im Gehirn kontrolliert und keine unerwünschten Begleiterscheinungen aufweist.

Quelle: der Standard

“Wie war doch gleich Ihr Name?”

2. Juni 2007

Saarbrücker Gedächtnisforscher dem Erinnern auf der Spur: Neue Erkenntnisse in Studie vorgestellt

Das menschliche Gedächtnis verleiht uns die Fähigkeit zum Wiedererkennen, also dazu, bewusst zwischen bereits bekannten Ereignissen und neuen Informationen unterscheiden zu können. Mit einem eigens entwickelten Gedächtnistest konnten Neuropsychologen der Universität des Saarlandes nun nachweisen, dass beim Erinnerungsvermögen im Gehirn zwei unterschiedliche Gedächtnisformen zusammenspielen. Je nach Situation entstehen unsere Erinnerungen entweder aus einem Gefühl der Vertrautheit oder basieren auf dem bewussten Wiedererkennen früherer Ereignisse.

“Wie war doch gleich Ihr Name?” Ein typisches Beispiel für vertrautheitsbasiertes Wiedererkennen ist die mitunter peinliche Situation, in der uns eine Person bekannt vorkommt, wir aber nicht wissen, wie diese Person heißt und wann und wo wir sie zum letzten Mal gesehen haben. Ein solches Vertrautheitssignal wird im Gehirn vermutlich in einer speziellen Region, dem so genannten rhinalen Kortex im Schläfenlappen, erzeugt. Hier erkennt unser Gedächtnis zusammengehörige Merkmale einer einzelnen Person, wie bei Herrn Müller den gezwirbelten Schnurrbart und seinen Tiroler Hut, und zeigt uns dies durch das Vertrautheitsgefühl an.
Die Erinnerung daran, dass wir Herrn Müller beim letzten Sonntagsspaziergang im Park begegnet sind, kann von dieser Hirnregion (rhinaler Kortex) allerdings weder erzeugt noch reaktiviert werden. Derartige Verknüpfungen zwischen beliebigen Merkmalen oder Ereignissen kommen erst durch rekollektionsbasiertes Wiedererkennen zustande. Dieser Prozess erfordert die Herstellung und den Abruf von Verknüpfungen zwischen beliebig gepaarten Ereignissen (Herr Müller und Sonntagsspaziergang). Er ist für das Gehirn aufwändiger und wird wahrscheinlich von der sog. Hippokampus-Formation erzeugt, die sich ebenfalls im Schläfenlappen befindet.

Neuer Gedächtnis-Test entwickelt

Wie das Erinnerungsvermögen des Gehirns genau funktioniert, ist in der Gedächtnisforschung noch immer umstritten. Lange Zeit vorherrschende Modelle nahmen an, dass das Wiedererkennen durch eine Reaktivierung einer mehr oder minder stark ausgeprägten Gedächtnisspur, sozusagen einem mehr oder minder tiefen “Fußabdruck” der Erinnerung im Gehirn, zustande kommt. Andere Modelle, sog. “Zwei-Prozess-Theorien”, gehen hingegen davon aus, dass es zwei unterschiedliche Gedächtnisprozesse gibt, auf denen das Wiedererkennen basiert. Dabei handelt es sich um die eben geschilderten Prozesse der “Vertrautheit” und der “Rekollektion” (bewusstes Wiedererkennen).

Mit einem von den Neuropsychologen der Universität des Saarlandes neu entwickelten Verfahren lassen sich diese beiden Teilaspekte des Wiedererkennens nun getrennt untersuchen. Dazu wurden die Versuchsteilnehmer gebeten, sich die Gesichter von zwei Personen (z.B. Herr Müller und Frau Schmitz) oder zwei verschiedene Aufnahmen des Gesichts derselben Person (Herr Müller im Skiurlaub und bei einer Geburtstagsfeier) einzuprägen. Während der Bearbeitung dieser Gedächtnisaufgaben wurde bei den Versuchsteilnehmern die Gehirnaktivität aufgezeichnet. So war es möglich, auf der Kopfhaut messbare, kleine elektrische Spannungsveränderungen, die z.B. beim Wiedererkennen einer Person im Gehirn entstehen, zu messen. Dabei handelt es sich um die sog. “ereigniskorrelierten Gehirnpotentiale” (EKP), die jeweils mit bestimmten kognitiven Vorgängen zusammen auftreten.

Zweigleisige Gedächtnisspur

Die Ergebnisse dieser Gedächtnisuntersuchungen konnten eindeutig zeigen, dass unsere Erinnerungen eben nicht nur auf eine einzige Gedächtnisspur zurückgehen. Diese Theorie gehört damit der Vergangenheit an. Denn wie die Gedächtnisforscher aus Saarbrücken herausfanden, führen zwei verschiedene Erinnerungswege zum Ziel: Vertrautheit und Rekollektion.

Man spricht in diesem Falle von einer doppelten Dissoziation: Beim Wiedererkennen der Aufnahmen zweier Personen fand sich im Gehirn ein zeitlich später Gedächtniseffekt über dem Scheitellappen. Dieser Effekt spiegelt das rekollektionsbasierte, bewusste Wiedererkennen von früheren Ereignissen wider. Dagegen zeigten die Hirnstrommessungen beim Wiedererkennen der beiden Aufnahmen derselben Person ausschließlich einen zeitlich frühen Gedächtniseffekt über dem Stirnlappen (Vertrautheit). Also geht die eine Erinnerungsform nur mit einem bestimmten Gedächtniseffekt einher, nicht aber mit einem anderen, während für die andere Erinnerungsform genau das Umgekehrte gilt. Interessanterweise beobachteten die Forscher auch, dass mittels Hirnstrommessungen schon beim Einprägen der Gesichter vorhersagbar ist, ob eine Paarung von Gesichtern später wiedererkannt wird oder nicht.

Ökonomisches Prinzip

Unser Gedächtnis arbeitet also nach einem sehr ökonomischen Prinzip: Situationen und zusammengehörende Merkmale können von unserem Gehirn schnell und ohne großen Aufwand als vertraut eingeordnet werden: Begegnen wir beispielsweise Herrn Müller, erkennen wir ihn zwar aufgrund seines Tiroler Hutes und seines Schnurrbarts wieder, ohne dass uns jedoch sein Name eingefallen wäre (vertrautheitsbasiertes Wiedererkennen).

In Situationen, in denen solche Vertrautheitssignale nicht zur Verfügung stehen, werden unter höherem Aufwand Verknüpfungen verschiedenster Merkmale aus dem Gedächtnis abgerufen. Dadurch gelingt es uns, Herrn Müller beim nächsten Sonntagsspaziergang im Park mit seinem Namen zu begrüßen (rekollektionsbasiertes Wiedererkennen). Dies kann je nach Situation und Gedächtnisinhalt unterschiedlich gut gelingen.

Die vollständige Studie der Autoren Theo Jäger, Axel Mecklinger und Kerstin Kipp erscheint unter dem Titel “Intra- and Inter-Item Associations Doubly Dissociate the Electrophysiological Correlates of Familiarity and Recollection” am 9. November in der renommierten neurowissenschaftlichen Fachzeitschrift “Neuron”.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft