Fitness für die grauen Zellen

24. Februar 2007

Nicht nur den Körper, auch das Gehirn kann man trainieren

Bericht aus der Beliner Zeitung vom 24.02.2007 in der Beilage “Fit in Berlin”

Eva Dorothée Schmid

Wenn sich Michael Gloschewski Pin-Nummern merken will, dann überlegt er sich Bilder für die einzelnen Zahlen. Die Vier ist ein Stuhl, weil der vier Beine hat, eine Sanduhr steht für die Acht, für die Fünf stellt sich der 35-Jährige eine Hand vor. Die Begriffe verknüpft er dann zu einer kleinen Geschichte. “Und die vergisst man nie wieder, ich weiß heute noch die Pin-Nummern von Karten, die ich schon seit Jahren nicht mehr habe”, sagt er.
Michael Gloschewski ist Gedächtnistrainer. In seine Seminare kommen Leute, die von sich sagen, dass sie ein schlechtes Gedächtnis haben. Sie haben das Gefühl, sich nichts richtig merken zu können, ständig Namen, Adressen oder Zahlen wie Pin-Nummern zu vergessen. “Aber merken können die sich schon was, das liegt alles im Unterbewusstsein und man muss nur einen roten Faden so legen, dass man die Infos wieder findet, wenn man sie braucht”, erklärt Gloschewski. Das träfe auch auf Senioren zu, die könnten sich genauso viel merken wie Jüngere, nur für die Einspeicherung bräuchten sie länger.

Der Gedächtnistrainer bringt den Vergesslichen Techniken bei, die man im Alltag anwenden kann, um sich etwas zu merken. Dabei geht es immer darum, die Informationen zu verbildlichen und beide Gehirnhälften zu benutzen. “Schon mit wenig Training stellt sich ein Effekt ein”, sagt Gloschewski. Er ist von den Möglichkeiten des Gedächtnistrainings so begeistert, dass er seit drei Jahren auch Gedächtnissportler ist und an Deutschen Gedächtnismeisterschaften teilnimmt. Dort misst er sich mit anderen im Zehnkampf, bei dem man sich innerhalb bestimmter Zeitspannen möglichst viele Begriffe oder Zahlen merken muss. “Das hilft auch im Alltag, denn man lernt, sich auf sein Gedächtnis zu verlassen”, sagt Gloschewski.

Während das Gedächtnistraining Strategien und Techniken vermittelt, die das Gedächtnis unterstützen, verbessert Gehirnjogging die geistige Leistungsfähigkeit insgesamt. “Das ist eine Methode, sich schnell geistig fit zu machen”, sagt Siegfried Lehrl, Medizinpsychologe an der Universität Erlangen. Er ist auch Vorsitzender der Gesellschaft für Gehirntraining und hat das Gehirnjogging in den 80er-Jahren nach wissenschaftlichen Kriterien entwickelt und 1992 mit dem Begriff Mentales Aktivierungstraining (MAT) präzisiert.

Spezielle “Jogging-Übungen” bringen das Gehirn in Schwung und verbessern gezielt die Voraussetzungen für geistige Leistungen wie Lernfähigkeit, Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis. Es reiche, täglich zehn Minuten zu trainieren, sagt Lehrl. Wichtig sei allerdings regelmäßiges Training. Studien haben gezeigt, dass man auf diese Weise bereits in vier bis sechs Wochen das Maximum seiner geistigen Leistungsfähigkeit erreichen kann, schneller und effizienter arbeitet und dadurch im Alltag Zeit spart. Probanden von Lehrl steigerten ihren Intelligenzquotienten um 15 Prozent - nach nur zwei Wochen Gehirnjogging. Wenn man mit dem Training allerdings aufhört, dann sinkt der IQ auch wieder.

Geeignet ist sowohl Gedächtnistraining als auch Gehirnjogging für jeden, denn man weiß heute, dass sich auch im Alter Nervenzellen nicht nur neu verflechten, sondern sogar nachwachsen können. Die frühere Annahme, das Gehirn des Menschen sei zum Ende der Pubertät fertig entwickelt, ist damit widerlegt.

Quelle: Berliner Zeitung

Disney-Figuren Wette

19. Februar 2007

Dino Dittrich
Wetten, dass…? In der 136. Sendung am 06.07.2002 in Paris wettete der elfjährige Dino Dittrich aus München, dass aus den 100 Disneyfiguren 20 ausgesucht werden, die er sich in 100 Sekunden in der richtigen Reihenfolge merken kann.
Als Dino gelesen hatte, das die Sommer Wetten dass Sendung im Disneyland Resort Paris produziert wird überlegte er was dazu passen könnte. Da er schon einmal im Disneyland war wollte er unbedingt noch mal hin. Zu diesem Zeitpunkt kannte er noch nicht einmal alle 100 Chartere. Nach der Zusage hat er dann zweimal am Tag trainiert und sich so vorbereitet.

Die Wettpatin Barbara Becker tippte auf: Ja, das geht.
Sie hatte recht.

Katharina Bunk bei Pssst

16. Februar 2007

Am 16.02.2007 war Katharina Bunk bei Harald Schmidt zu Gast in der Sendung Psst.
Sie wurde mit dem Geheimnis “Katerina hat das erste mal nicht vergessen”. Katerina Bunk begann im Jahr 2002 mit Gedächtnissport. In diesem Jahr nahm Sie gleich an den Weltmeisterschaften teil und belegte den ersten Platz in der Wertung Kinder. Seit dem ist Sie bei mehren Regionalen, Nationalen und Internationalen Meisterschaften erfolgreich gewesen.

Rösselsprung Wette

14. Februar 2007

Wetten, dass…? In der 141. Sendung am 19.02.2005 in Berlin wettete der neunjährige Xaver Neuhäusler aus Jakobneuharting in Bayern, dass er von einem beliebigen Feld eines Schachbretts aus, mit dem Pferd nach den Regeln des Rösselsprungs so ziehen kann, dass er am Ende auf jedem Feld einmal und auf keinem zwei Mal war. Was die Sache doppelt schwer macht: Xaver macht das mit verbundenen Augen.

Die Idee stammt von Xavers Lehrer, der in der Schule eine Brain-Show machen wollte und die Idee mit dem Schachbrett hatte. Xaver hat es versucht, und es hat nach einiger Zeit funktioniert. Eingereicht hat dann sein Vater die Wette als dann die Wette angenommen wurde hat Xaver da von erfahren.

Der Wettpate Stefan Raab tippte auf: Ja, Xaver schafft es.
Er mußte nicht mit einem chinesischen Wok die Bobbahn runterfahren, tat es aber doch wie, wir von der Wok WM inzwischen wissen.

Nachbarstaaten Wette

14. Februar 2007

Wetten, dass…? In der 5 Kindersendung am 25.12.2000 in Basel wettet der elfjährige David Öttinger aus Erbingen bei Freiburg, dass er von jedem Land der Erde die angrenzenden Nachbarsaaten kennt.
David hat einige Wochen trainiert und die Wette durch sein Hobby Geografie entdeckt. Es gibt ca. 150 Staaten die eine Landesgrenze haben.

Der Wettpate Nick Heidfeld tippte auf: Ja, David schafft es.
Er hatte recht und mußte nicht auf einem Bullen Reiteny.

Postleitzahlen Wette

14. Februar 2007

PLZWetten, dass…? In der 120. Sendung am 11.22.1999 in Böblingen Claudia Stiehl und Christina Jositza das sie alle Postleitzahlen der Städte kennen, die nur über eine Einzige verfügen!
Die beiden Freundinen trainierten einige Zeit für diese Wette. Leider schafften Sie die Wette nicht.

Der Wettpate Andrea Bocelli tippte: Ja Sie schaffen es.
Er mußte mit einem ein Stück am Klavier spielen.

Autobahn Wette

14. Februar 2007

Martin Lamers

Wetten, dass…? In der 1 Kindersendung am 26. Dezember 1996 in Hannover wettet der neunjährige Martin Lamers alle Autobahnen der gesamten Bundesrepublik Deutschland und ihre Nummern kennt, sowie alle Autobahnkreuze und Dreiecke exakt mit Namen benennen kann.

Martins Vater war im Außendienst tätig und fuhr viel durch Deutschland. Er rief an und sagte wo er gerade war und Martin lernte so das Autobahnnetz kennen.

Der Wettpate Nils Bokelberg tippte auf: Ja, Martin schafft es.
Er hatte recht und mußte sich nicht die Haare lila färben.

Zahlen Wette

14. Februar 2007

Wetten, dass…? In der 50 & 100. Sendung am 5. 11.1988 in Duisburg 30.03.1996 in Düsseldorf wettete Hans Berchthold, dass er sich in einer Stunde 600 Zahlen merken kann, die in verschiedenen Kombinationen abgefragt werden können.

Hans Berchthold benutze die Mnemotchniken der alten Griechen die auch alle Gedächtnissportler benutzen.

- video-

50.
Der Wettpate Michael York tippte: Ja Er hatte recht und mußte nicht von Frankfurt nach Mainz trampen, um dort dem Intendanten Prof. Stolte für die Einladung zu Wetten, dass ..? zu danken.

100.
Die Wettpatin Milli Carlucci tippte: Nein
Sie hatte unrecht und brachte Thomas Gottschalk Rollschuhlaufen bei.

Karten Wette

14. Februar 2007

Karten

Wetten, dass…? In der 58. Sendung am 04.11.1989 in Basel wettete Dominic O-Brien aus England, dass er sich sechs 52 Blatt Kartenspiele einprägen und diese in verschiedenen Kombinationen abgefragt werden können.
Dominic O´Brien ist 8facher Gedächtnisweltmeister und die Karten sind seine Lieblingsdisziplin. Es gab also keinen Zweifel das er diese Wette gewinnt.

Die Wettpatin Liza Minnelli tippt: Ja
Sie hatten recht und mußte nicht mit Thomas Gottschalk tanzen.

Folsäure kann das Gedächtnis von Rentnern verjüngen

7. Februar 2007

London. DPA/baz. Die regelmässige Einnahme von Folsäure kann bei älteren Menschen die Hirnleistung verbessern. Das haben niederländische Wissenschaftler in einer dreijährigen Studie mit mehr als 800 Probanden belegt.

Versuchsteilnehmer, die zusätzliche Folsäure bekamen, erinnerten sich besser und konnten Informationen schneller verarbeiten, wie Jane Durga von der niederländischen Universität Wageningen und Kollegen im britischen Medizinjournal «The Lancet» berichten.
Mit zunehmendem Alter nimmt die Leistung des Gehirns ab. Schon länger vermuten Forscher, das niedrige Folsäurewerte gekoppelt mit einem Anstieg der schädlichen Aminosäure Homocystein im Blut zu sinkender Gehirnleistung führen.
Zudem könnte ein erhöhter Homocysteingehalt zu Demenz und auch Alzheimer führen. Folsäure senkt die Homcystein-Konzentration.

Zwei bis fünf Jahre jünger
Die Forscher um Durga untersuchten die kognitiven Fähigkeiten von 818 Männern und Frauen mit erhöhten Homocysteinwerten im Alter von 50 bis 75 Jahren. Die Probanden wurden in zwei Gruppen eingeteilt, wobei die erste Gruppe drei Jahre lang 800 Mikrogramm Folsäure täglich einnahm, während die andere Gruppe ein Placebo bekam.
In der Folsäuregruppe sank der Homocysteinspiegel. Bei verschiedenen Tests zur Wahrnehmung und Reaktionsgeschwindigkeit schnitten diese Probanden auch besser ab als jene der Placebogruppe. Ihre Leistungen waren im Schnitt mit denen von zwei bis fünf Jahre jüngeren Menschen vergleichbar.

Deutliche Unterversorgung
Gemäss dem 4. Schweizerischen Ernährungsbericht nimmt ein Grossteil der Schweizerinnen und Schweizer zu wenig Folsäure über die Nahrung auf. Den Angaben zufolge beträgt die Folsäureversorgung nur etwa 70 Prozent des Tagesbedarfs von 400 Mikrogramm.
Vollkornprodukte, Leber und Gemüse wie Spinat und Broccoli enthalten dieses Vitamin aus dem B-Komplex. Ein Mangel kann zu Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und in der Schwangerschaft beim Embryo zu Fehlbildungen führen.
In Ländern wie Kanada und den USA wird Folsäure schon länger mehlhaltigen Nahrungsmitteln beigemischt. Dadurch haben typische Krankheitsbilder, insbesondere bei Neugeborenen, deutlich abgenommen.
Quelle: Baseler Zeitung

Musikunterricht fördert die Hirnentwicklung

6. Februar 2007

Nerven spezialisieren sich auf Verarbeitung von Tönen

Bereits ein Jahr Instrumentalunterricht hinterlässt deutlich messbare Spuren im Gehirn von Kindern. Diesen Prozess konnten Wissenschaftler der University of Toronto in Kanada nun erstmals mithilfe der sogenannten Magnet-Enzephalographie (MEG) verfolgen. Die Aufnahmen belegen, dass sich die Art und Weise, in der das Gehirn Töne verarbeitet, bei musikalisch geschulten Kindern anders entwickelt als bei Kindern, die kein Musikinstrument erlernen. Wie die Forscher um Takako Fujioka in der Fachzeitschrift Brain berichten, machen die kleinen Musikanten darüber hinaus auch bei Gedächtnistests deutlich größere Fortschritte.
Fujioka und sein Team hatten insgesamt 12 Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren in ihre Studie aufgenommen. Die Hälfte der Probanden erhielt ein Jahr lang Geigenunterricht nach der Suzuki-Methode, bei der die Kinder zunächst keine Noten lernen, sondern nach Gehör spielen. Die übrigen Teilnehmer wurden nicht musikalisch geschult.

Vor der ersten Geigenstunde und drei weitere Male im Verlauf der Studie spielten die Forscher allen Teilnehmern einen Geigenton vor sowie einen Rauschton. Die Reaktion der kindlichen Großhirnrinde zeichneten sie als MEG auf. Dabei wird das von aktiven Hirnarealen aufgebaute Magnetfeld an der Oberfläche des Kopfes erfasst.

Nach einem Jahr Musikunterricht traten bestimmte MEG-Schwingungsmuster deutlich früher und stärker auf als zuvor. Diese Veränderung war nur bei den Suzuki-Kindern zu beobachten, und nur dann, wenn diese den Geigenton hörten. Die Forscher werten dies als Zeichen dafür, dass sich bestimmte Nervennetzwerke gebildet haben, die auf die Verarbeitung bedeutsamer Töne spezialisiert sind.

Zu Beginn der Studie sowie an deren Ende nahmen die Probanden außerdem an zwei Verhaltenstests teil. Zunächst sollten sie Rhythmen, Harmonien und Melodien unterscheiden. Dann wurde ihnen eine Gedächtnisaufgabe vorgelegt, die im Rahmen von Intelligenztests häufig genutzt wird und mit Musik nichts zu tun hat. Bei beiden Tests machten die Kinder, die nach der Suzuki-Methode trainiert wurden, im Verlauf des Jahres deutlich bessere Fortschritte als die nicht musikalisch geschulten Kinder.
Darauf, dass Musikunterricht die allgemeine geistige Entwicklung von Kindern fördert, hatten bereits mehrere frühere Studien hingedeutet. “Unsere Studie belegt den Einfluss auf die Gehirnentwicklung nun direkt”, sagt Studienleiter Fujioka. Der Wissenschaftler plädiert dafür, dem Musikunterricht einen festen Platz in der Vor- und Grundschule einzuräumen.

Brain, Bd. 129, S. 2593
Quelle: Berliner Zeitung

Chemotherapie kann Hirn beeinträchtigen

6. Februar 2007

Eine Chemotherapie kann auch nach zehn Jahren noch das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen. Das lässt eine Studie an 16 Brustkrebspatientinnen vermuten.

Die Ursachen dieser Symptome, über die viele Patienten klagen, sind Veränderungen im Stoffwechsel und Blutfluss des Gehirns. Das haben Forscher aus den USA mithilfe von Hirnscans bei ehemaligen Brustkrebspatientinnen nachgewiesen, die bis zu zehn Jahre zuvor mit einer Chemotherapie behandelt worden waren. Über die Ergebnisse berichten die Wissenschaftler um Daniel Silverman von der Universität von Kalifornien in Los Angelos im Fachmagazin “Breast Cancer Research and Treatment” (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1007/s10549-006-9380-z).

Hirn musste sich mehr anstrengen
Die Forscher untersuchten 16 ehemalige Chemotherapie-Patientinnen mithilfe der so genannten Positronen-Emissions-Tomography (PET), die Stoffwechselvorgänge und den Blutfluss im Gehirn sichtbar machen kann. Die Ergebnisse verglichen die Wissenschaftler dann mit den Scans von 5 Brustkrebspatientinnen, denen der Tumor nur operativ entfernt worden war und 13 gesunden Probanden. Die Chemotherapie-Patientinnen hatten im Vergleich zu den Kontrollgruppen geringere Stoffwechselaktivitäten in einem bestimmten Bereich des Vorderhirns, beobachteten die Wissenschaftler. Je geringer der Stoffwechsel war, desto schwerer fiel es den Frauen, anschließend Gedächtnisaufgaben zu bewältigen. Während sie die Aufgaben lösten, zeigten diese Bereiche des Vorderhirns ungewöhnlich starke Aktivität und erhöhten Blutfluss, was die Forscher als ein Zeichen dafür interpretieren, dass sich die Frauen mehr anstrengen mussten.

Eine Chemotherapie wird häufig nach einer Tumorentfernung eingesetzt, um die Neubildung von Krebsgewebe zu unterdrücken. Die Chemotherapie zerstört vor allem Zellen, die sich ständig teilen, wie das bei Tumorzellen der Fall ist. Da sich aber auch gesunde Zellen im Körper häufig teilen, kommt es bei der Chemotherapie zu Nebenwirkungen und Komplikationen, beispielsweise Haarausfall und Übelkeit. Frühere Studien zeigten aber auch, dass bei über 80 Prozent der Patienten die geistigen Fähigkeiten nachlassen. Die Ergebnisse der Forscher belegen jetzt zum ersten Mal, welche Veränderungen im Gehirn dafür verantwortlich sind. Weitere Studien zur Erforschung der Ursachen dieser Schäden sollten nun folgen, so die Wissenschaftler.

Quelle: Stern

Insulinmangel im Hirn beeinträchtigt Gedächtnis

6. Februar 2007

Insulinresistente Typ-2-Diabetiker haben verringerte Insulinspiegel im Gehirn / Kognitive Defizite in Studie belegt

Typ-2-Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für kognitive Defizite und Demenz. Daran sind wohl postprandiale Blutzuckerspitzen beteiligt. Aber auch Insulinmangel im Gehirn hat offenbar eine große Bedeutung, besonders bei Insulinresistenz. Denn dann ist der Transport des Hormons ins Gehirn verringert.

Das Risiko einer Verschlechterung kognitiver Funktionen ist für Typ-2-Diabetiker fast verdoppelt. Das belegte vor kurzem eine Auswertung von 25 Studien mit 8600 Teilnehmern, wie Professor Werner Kern aus Lübeck berichtet hat. Daß das Risiko für vaskuläre Demenz mehr als verdoppelt ist, überrascht nicht. Denn Typ-2-Diabetes ist ja ein bedeutender kardiovaskulärer Risikofaktor. Aber Diabetiker erkranken auch 1,2- bis 2,3mal häufiger an Alzheimer-Demenz als Nicht-Diabetiker.

Warum haben Diabetiker ein erhöhtes Risiko, geistige Leistung einzubüßen? Nach den Ergebnissen mehrerer neuer Studien wird sowohl bei hohen postprandialen Glukosespiegeln als auch durch einen Insulinmangel im Gehirn die geistige Leistung gemindert, berichtete Kern beim Diabeteskongreß in Leipzig.
Akute Überzuckerung beeinträchtigt das Gedächtnis
Welche Effekte eine akute Überzuckerung auf das Denken hat, haben vor kurzem schottische Forscher untersucht. Sie hielten Typ-2-Patienten zwei Stunden lang bei einem Glukosewert von 92 mg/dl oder bei bei 300 mg/dl. Dann prüften sie Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Reaktionszeit und Informationsverarbeitung. Dabei fanden sie bei den hyperglykämischen Patienten in allen Punkten eine schwächere Leistung.

Wie sich regelmäßige postprandiale Blutzuckerspitzen, die zwar meist nicht so hoch ausfallen, sich aber ständig wiederholen, auf die Gehirnfunktion auswirken, haben finnische Ärzte geprüft. Sie erhoben dreieinhalb Jahre lang Daten bei 500 Teilnehmern mit normaler Glukosetoleranz und bei 80 mit gestörter Glukosetoleranz (IGT). Bei IGT steigt der Zwei-Stundenwert des Blutzuckers im oralen Glukosetoleranztest auf 140 bis 199 mg / dl. Ergebnis: Die Patienten mit IGT hatten ein schlechteres Gedächtnis als die Vergleichsgruppe. Im Mini-Mental-Status-Test zur Kognitionsprüfung schnitt die IGT-Gruppe schlechter ab.

Offenbar ist aber auch die Insulinkonzentration von großer Bedeutung. Denn Insulin gelangt durch aktiven Transport über die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn. Hippocampus, der für die Gedächtnisbildung wichtig ist, und Hirnrinde sind mit Insulinrezeptoren gut bestückt. Steigt der Insulinspiegel im Blut, dann steigt er auch im Liquor. Tierversuchen zufolge nimmt dann auch die Gedächtnisleistung zu.

Anders jedoch verändern sich die Insulinspiegel im Blut und im Liquor bei Insulinresistenz. Als Kern bei Probanden die Insulinkonzentration prüfte, entdeckte er: Mit Zunahme von Gewicht und Fettmasse stieg der Insulinspiegel im Plasma - im Liquor dagegen war es umgekehrt. “Der Anteil des Insulins, das in den Liquor transportiert wird, nahm ab. Übergewichtige, insulinresistente Menschen haben also nicht zuviel, sondern zu wenig Insulin im Gehirn”, betonte der Diabetologe bei einem Symposium von LifeScan. Die Beziehung ist linear: Je dicker ein Mensch ist, um so weniger Insulin ist im Gehirn. Eine verminderte Insulinkonzentration im Gehirn wurde auch bei Alzheimer-Patienten beobachtet.

Stärkster Prädiktor für die Insulinabnahme im Liquor war in Kerns Studie der Grad der Insulinresistenz. Bei einem solchen Defizit könnte intranasal verabreichtes Insulin helfen; es gelangt über den Nervus olfactorius direkt ins Gehirn.
Die nasale Insulintherapie erfolgte acht Wochen lang
Tests mit 36 normalgewichtigen, gesunden Männern belegen den Nutzen einer solchen Therapie. Die Männer erhielten acht Wochen lang täglich intranasal ein Scheinpräparat oder jeweils 160 Einheiten eines Normalinsulins oder eines kurzwirksamen Insulin-Analogons. Im Vergleich zu Placebo nahmen mit Normalinsulin behandelte Studienteilnehmer signifikant ab und verbesserten ihr Gedächtnis. Mit dem Analogon war der Unterschied noch deutlicher. Möglicherweise, so Kern, gelange durch den schnellen Anstieg und die hohen Plasmaspiegel der Analoga das Insulin leichter ins Gehirn. In einer ersten Studie wurde jetzt auch bei adipösen Menschen nachgewiesen, daß ihnen intranasales Insulin nützt: Auch ihr Gedächtnis verbessert sich. Aber sie nehmen nicht ab.

FAZIT
Insulinrezeptoren gibt es auch im Gehirn. Besonders viele finden sich zum Beispiel im Hippocampus, der für die Gedächtnisbildung wichtig ist. Bei Insulinresistenz ist jedoch der Transport des Insulins über die Blut-Hirn-Schranke gestört: Übergewichtige, insulinresistente Patienten haben einen verringerten Insulinspiegel im Gehirn. Das könnte mit ein Grund sein, warum Typ-2-Diabetiker und Menschen mit erhöhten postprandialen Blutzucker-Werten häufiger kognitive Defizite oder eine Demenz entwickeln. Intranasal verabreichtes Insulin gelangt direkt ins Gehirn und verbessert kognitive Fähigkeiten und die Gedächtnisleistung. (hbr)

Quelle: Ärztezeitung

Paviane und Tauben haben gutes Gedächtnis

6. Februar 2007

Die US-Akademie der Wissenschaften bringt Erstaunliches an die Öffentlichkeit: Paviane und Tauben haben ein regelrechtes Elefantengedächtnis. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern aus den Vereinigten Staaten und Frankreich, die die Akademie in der Wissenschaftszeitschrift PNAS veröffentlichte. Demnach können sich die Tiere noch Monate später an gesehene Bilder erinnern.

Kombination aus Bild und Markierung
Die Wissenschaftler machten mit den Affen und den Vögeln Tests an Computerbildschirmen. Dort zeigten sie ihnen verschiedene Farbbilder; bei jedem dieser Bilder leuchtete eine Markierung rechts oder links davon auf. Später überprüften die Forscher das Gedächtnis der Tiere, indem sie ihnen die Fotos erneut zeigten. Paviane und Tauben sollten die Markierung auf der richtigen Seite aussuchen. Die Paviane bedienten dafür einen Joystick, die Tauben klopften mit ihrem Schnabel.

Hunderte Fotos wiedererkannt
Das Ergebnis ist beeindruckend: Die Tauben merkten sich 800 bis 1200 verschiedene Bilder. Die Paviane erkannten sogar zwischen 3500 und 5000 Fotos wieder. Die Studie dauerte insgesamt drei Jahre. Bei den Tauben sei offenbar die Aufnahmegrenze erreicht, sagte Joël Fagot vom nationalen französischen Wissenschaftszentrum (CNRS) in Marseille. Die Paviane könnten sich aber vermutlich noch mehr Bilder merken.

Gleiches Schema bei beiden
Das Erinnern und Vergessen lief bei Affen und Vögeln überraschenderweise gleich ab, berichtete der Forscher gemeinsam mit seinem Kollegen Robert Cook von der Tufts-Universität in Boston. So zögerten beispielsweise beide Tierarten, wenn sie sich an die korrekte Markierung nicht erinnern konnten, anstatt gleich die falsche Antwort zu geben. Auch merkten beide sich am besten jene Bilder, die sie am Anfang des Versuchs gesehen hatten, und solche Bilder, die ihnen erst ganz am Ende gezeigt wurden.

Langzeitgedächtnis spielt wichtige Rolle
Dies zeige, dass 250 Millionen Jahre getrennte Entwicklung von Säugetieren und Vögeln lediglich das Ausmaß, nicht aber die Funktionsweise des Gedächtnisses veränderten, erklärten Fagot und Cook. Nach Ansicht der Forscher hat die schrittweise Entwicklung des Langzeitgedächtnisses eine bedeutende Rolle in der Evolution gespielt. Ein weiter entwickeltes Gedächtnis sei möglicherweise sogar der Ursprung menschlicher Intelligenz und komplexer Verhaltensweisen.

Quelle: dpa, AFP, ube

Computerspiele fördern Intelligenz und Gedächtnis

2. Februar 2007

Mit Computerspielen lassen sich unter anderem Kreativität und Anpassungsfähigkeit an neue Aufgaben, schnelleres Erfassen von vielschichtigen Vorgängen und die eigene Gedächtnisleistung trainieren. Neue Studie belegt einmal mehr positive Effekte von Computerspielen.

Die maßvolle Beschäftigung mit Computerspielen kann die Intelligenz und das Gedächtnis fördern. Dies fand Dr. Siegfried Lehrl, Akademischer Direktor der Psychiatrischen Klinik Universität Erlangen-Nürnberg und Vorsitzender der Gesellschaft für Gehirntraining , heraus. Er bewertete im Auftrag von Gamesload 30 Spiele verschiedener Genres hinsichtlich ihres Nutzens für die geistige Leistungsförderung. Zusammenfassend stellt Lehrl dabei fest, dass neben Spiel, Spaß und Spannung auch immer Leistungsanforderungen wie Reaktionsschnelligkeit und räumliches Orientierungsvermögen vom Spieler gefordert werden. Dies kann sich auch positiv auf das reale Leben auswirken.

So fördert beispielsweise Mah Jong Quest Deluxe die mentale Fitness. Eine Runde Mah Jong am Computer bringt geistig in Schwung und erleichtert es dem Spieler, wichtige und komplexe Aufgaben des Alltags in Angriff zu nehmen. “Wer täglich fünf Minuten Mah Jong spielt, behält auch beim unübersichtlichen Terminkalender des Chefs den Überblick”, resümiert Lehrl. Genres wie Simulationen fordern hingegen vom Spieler logisches Denken und strategische Planung. Laut der Untersuchung ermöglichen derartige Spiele durch die detaillierte Auseinandersetzung mit neuen Wissensgebieten und Lebensbereichen eine höhere Effizienz bei der Anwendung von Intelligenz auf Alltagsaufgaben und -probleme.

Lehrl stuft dabei 27 von 30 getesteten Spielen als Intelligenz- und Gedächtnisförderer ein. Dies bedeutet, dass das regelmäßige Zocken von Anno 1503, Darkstar One oder Der Verkehrsgigant mit einer Erhöhung der Informationsverarbeitung und der Merkspanne einhergeht und die geistige Flexibilität und das intelligente sowie das mechanische Lernen fördern kann. „Voraussetzung ist aber immer das maßvolle Spiel. Wer täglich viele Stunden allein am Computer spielt, fördert damit sicherlich nicht den Geist, sondern die eigene Vereinsamung“, so Lehrl. „Das Computerspiel kann nicht die Erfahrungen in der Realität ersetzen. Es kann aber Lerneffekte auslösen, die - richtig umgesetzt - bei der Bewältigung des Alltags
hilfreich sein können.”
Quelle: PC Welt